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Die Kraft unsichtbarer Energien fängt die Karlsfelder Künstlerin Liz Schinzler in ihren Bildern ein. Sie malt unvergessliche Augenblicke und geheimnisvolle Momente. Foto: Dr. Bärbel Schäfer
Die Kraft unsichtbarer Energien fängt die Karlsfelder Künstlerin Liz Schinzler in ihren Bildern ein. Sie malt unvergessliche Augenblicke und geheimnisvolle Momente. Foto: Dr. Bärbel Schäfer

Karlsfeld - In Liz Schinzlers Bildern geht es um Augenblicke. Und um all die Gefühle, die manchmal eine kurze Zeitspanne unvergesslich machen. „Jetzt - gemalter Augenblick“ heißt ihre Ausstellung, die sich mit den wichtigsten Momenten des Lebens beschäftigt. Vernissage ist heute Abend um 19 Uhr in der Karlsfelder GalerieKunstwerkstatt.

Liz Schinzlers abstrakte Bilder sind dichte, plastische Gefüge aus Farbe und Material; Bildräume, die wie Architekturen gebaut sind. Es könnten Landschaften sein, sich auffaltende Gebirge, dunkle, von Schnee gesäumte Schluchten oder aufgepeitschte, gischtende Wasserflächen. Naturerscheinungen wie Nebelschleier, Wolkenfetzen und Dunstschichten kommen einem in den Sinn. Vor allem aber Licht und nochmals Licht, das aus den Bildern zu fluten scheint.

Manchmal konfrontiert Liz Schinzler ihre Malerei mit Zeitungsfetzen, die sie in die Farbschichten einarbeitet, mit Ritzungen, Schriften und reliefartigen Mustern. Manchmal entdeckt man die Umrisse einer menschlichen Figur, bevorzugt eines weiblichen Aktes. Manchmal glaubt man, so etwas wie Häuser oder Wolkenkratzer zu sehen.

Die sorgfältig gearbeiteten Bilder beziehen ihren Reiz aus den haptischen Strukturen, die sich durch den pastosen, zum Teil gespachtelten Farbauftrag ergeben, und durch die sich überlagernden Flächen, die sich umkreisen, an den Säumen oft helle Schatten haben, oder sich dicht zusammenballen.

Die Farben sind ausgewogen und harmonisch, keinesfalls aggressiv. Sie sind mit starker Hell-Dunkel-Wirkung angelegt. Sogar die roten Bilder strahlen vor allem Energie und Kraft aus und nicht Aggression.

Wesentlich sind die Bildtitel, die Liz Schinzler lange reifen lässt, bevor sie sie festlegt. Sie lauten „Die Stille dahinter“, „Spurensuche“ oder „Im Verborgenen“. „Ich möchte das Geheimnisvolle, das noch nicht Gesagte aussprechen, das nicht Definierte wahrnehmbar machen, Raum schaffen zwischen den Gedanken“, lautet die Erklärung der Künstlerin zu ihren Malereien. Vor dieser Information werden Liz Schinzlers Bildräume zu inneren Seelenlandschaften und spirituellen Erfahrungen, die auf ein Eins-Sein mit Sich und dem Jetzt hindeuten.

Für Liz Schinzler bedeutet das Malen eine Herausforderung. Unsichtbare Energien spüren, die Beschäftigung mit dem Unbekannten und im Fluss sein mit den Farben nennt sie als Motivation. Die Computer-Grafikerin bei BMW beschäftigt sich seit 1990 mit der Fotografie, an der sie ihr Auge schulte, und seit 1991 intensiv mit der Malerei. Seit 2003 nimmt sie an Workshops teil und bildet sich an der privaten Kunstakademie in Bad Reichenhall weiter.

Liz Schinzler sagt ihre Bilder sollen „Wegweiser innerer Weite sein, ganz im Reichtum der Gegenwart.“ Eigentlich sind sie in Farbe festgehaltene Meditation. (sch)

Die Ausstellung „Jetzt - gemalter Augenblick“ am Drosselanger 7 ist geöffnet: Jeweils am Samstag und Sonntag, 22./23. und 29./30. Januar, sowie am 5./6. Februar von 14 bis 18 Uhr.

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