Die Jumpagnes beim Faschingsball des TSV Karlsfeld im Jahr 2020.
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Der Auftritt beim TSV-Ball im Jahr 2020: Es folgte eine Zwangspause, die andauert. 

Ausgerechnet im Jubiläumsjahr mussten die Tänzer eine Zwangspause einlegen

45 Jahre Karlsfelder Jumpagnes: Showtanz im Wohnzimmer

45 Jahre – nicht gerade das Jubiläum aller Jubiläen, aber doch ein Grund zum Feiern. Also freuten sich die Jumpagnes auf das Jahr 2020. Die aus der Jazztanzgruppe hervorgegangene Showtanzgruppe des TSV Eintracht Karlsfeld wollte erst Fasching und dann ihr 45-jähriges Bestehen feiern. Der wie immer seit 2013 in Eigenregie veranstaltete große Faschingsball fand noch statt, unter dem Motto „Superheld trifft Comicstar“ tummelten sich Hunderte in tollen Kostümen im Bürgerhaus.

Karlsfeld - Doch dann war Schluss – Corona. Kein Hallentraining mehr, keine Auftritte. Den Tänzerinnen blieb nichts anderes übrig, als das Training ins Internet und damit sozusagen ins Wohnzimmer zu verlegen. Als der erste Lockdown vorüber war, konnte Trainerin Ulrike Koske ihre Riege wieder zusammenrufen. Schließlich wollte man die Faschingssaison 2021 vorbereiten.

Dann kam Lockdown Nummer zwei. Die Jumpagnes kehrten zurück zum Online-Training. Den Fasching, und damit natürlich auch den eigenen Ball im Bürgerhaus, konnten sie allerdings streichen. „Uns war schon im August klar, dass das knapp werden könnte“, verrät die Trainerin. Dennoch bleiben sie und die Aktiven eisern: Jeden Dienstag findet der Online-Treff statt. „Dann wird zwei Stunden lang trainiert“, berichtet Uli Koske. Sie räumt allerdings ein, dass es mitunter schwerfällt, die Motivation aufrecht zu erhalten.

Unter dem Namen „Jumpagnes“ tritt die Gruppe erst seit 2006 auf. Die Geschichte reicht jedoch viel weiter zurück. 1975 wurde im TSV Eintracht die erste Jazztanzgruppe gegründet, auch Männer waren damals dabei. Fünf Jahre später folgte unter der Leitung von Gisela Bartmann die Gründung der Sparte Jazztanz, es gab bald erste öffentliche Auftritte. Und das mitunter vor großem Publikum. So trat die Karlsfelder Gruppe 1981 in der Rudi-Sedlmayer-Halle auf.

Die Tanzgruppe zeigt sich in den folgenden Jahren und Jahrzehnten immer häufiger, tritt auch im Ausland auf, in Spanien, Frankreich, Weißrussland und sogar Israel und Südafrika.

1987 kommt es zu einer besonderen Reise: Auf Einladung von Bundespräsident Richard von Weizsäcker fährt eine fünfköpfige Gruppe nach Bonn zur Veranstaltung „Jugend im Parlament“. Hintergrund: Auf Initiative von Gisela Bartmann können inhaftierte Mädchen aus der Justizvollzugsanstalt Aichach mit der Tanzgruppe trainieren. Diese besondere Art sozialen Engagements wird belohnt.

1990 übernimmt Ulrike Koske das Training – und leitet es bis heute. Im Fasching sind die TSV-Tänzerinnen stets besonders gefragt, aber es gibt auch Auftritte zu anderen Anlässen; zum Beispiel anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Landessportverbands auf dem Münchner Marienplatz 1997 und gleich mehrfach beim Deutschen Turnfest.

Die Jumpagnes standen und stehen für tolle Tänze in tollen Kostümen und tollen Programmen mit Titeln wie „Anneliese im Voodoo-Land“, „Marsmännchen“, „Im Reich der Morgensonne“ und „Im Himmel ist die Hölle los“. 2020 hieß es wie gesagt „Superheld trifft Comicstar“. Aber nach der Zwangspause 2021 wollen sie spätestens 2022 wiederkommen, die Showtänzerinnen des TSV. Ulrike Koske: „Wir sind guten Mutes!“ tol/dn

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