+
Siedlerfest-Anstich mit Festreferentin Christa Berger-Stögbauer, Festwirt Peter Brandl und Bürgermeister Stefan Kolbe (von rechts).

Friedliches Siedlerfest Karlsfeld 

Das Image wird kräftig aufpoliert

Früher hatte das Karlsfelder Siedlerfest einen umstrittenen Ruf. Das lag nicht zuletzt an einer üblen Keilerei vor 25 Jahren. Doch die Zeiten haben sich geändert. Veranstalter, Besucher, Polizei sind sich einig: Nicht erst seit heuer ist alles sehr friedlich.

Karlsfeld– Seit Freitag ist das Siedlerfest in Karlsfeld im vollen Gange. Kinder, Jugendliche und Erwachsene – sie alle treffen sich entweder bei einem der vielen Fahrattraktionen oder im großen Festzelt mit dem neuen Wirt. Die wichtigste Nachricht lautet in diesem Zusammenhang: Bisher verlief wie schon in den vergangenen Jahren alles friedlich.   

Es ist das 61. Volksfest, dass die Siedlergemeinschaft Karlsfeld-Nord ausrichtet. „Ehrenamtlich“, betont die Festreferentin Christa Berger-Stögbauer, die sich immer noch um den schlechten Ruf des Karlsfelder Festes sorgt. „Nach Karlsfeld kannst du nicht gehen, da sind die Schlägertypen“, zitiert sie einen Dachauer Besucher. Vor 25 Jahren gab es einmal eine Massenschlägerei mit 100 Beteiligten. Diese lastet laut der Festreferentin immer noch auf dem Image des Festes. Seit 25 Jahren versucht die Siedlergemeinschaft, das Image aufzupolieren – mit wenig Erfolg, wie Berger-Stögbauer findet. „Wenn Kinder des ehemaligen Festvorstandes wegen der ,Schläger’ nicht auf das Fest kommen, ist das sehr schade“, sagt die 60-Jährige.

Geht es nach den Besuchern, dann ist dieser schlechte Ruf Geschichte. „Damals war das vielleicht so, aber heutzutage ist das hier ein friedliches Volksfest“, meint eine Besucherin. Ängste vor Schlägereien hört man nirgends.

Laut Polizei sind die vergangenen zwei Siedlerfeste ruhig verlaufen. „Natürlich gibt es hier und da mal Rangeleien, aber trotzdem ist das Fest die letzten Jahre nicht polizeilich aufgefallen“, gab ein Sprecher der Polizeiinspektion Dachau gestern auf Anfrage zu Protokoll. Er bestätigte die Aussage vieler Besucher, dass das Siedlerfest „seinem schlechten Ruf nicht gerecht“ werde.

Auch seitens des Johanniter-Rettungsdienstes gibt es Entwarnung: „In diesem Jahr mussten wir bisher 15 Versorgungen durchführen, von Alkoholisierten bis Kreislaufprobleme. Das sind übliche Versorgungen für so ein Stadtteilfest“, berichtet Severin Senft, Johanniter-Ortsvorsitzender Puchheim. Wie die Polizei bestätigen auch die Retter, dass Gewaltdelikte in den vergangenen Jahren fast gänzlich ausgeblieben sind.

„Dem Siedlerfest wird halt gerne der Sündenbock aufgebunden“, klagt Berger-Stögbauer. „Findet irgendwo in Karlsfeld eine Gewalttat statt, heißt es: Es muss das Siedlerfest sein“, sagt sie.

Um das Image zu verbessern, ist die Siedlergemeinschaft nicht untätig geblieben. Neben Social-Media-Werbung wurde unter anderem ein neuer Festwirt angestellt. Sie habe daraufhin viele positive Rückmeldungen bekommen, dass der frische Wind in Festzelt und Biergarten gut tut, erzählt Berger-Stögbauer. „Ich hoffe, dass damit die Mauer zwischen Dachau und Karlsfeld einbricht“, bemüht sie einen Vergleich mit Berlin. Ihrer Meinung nach geht ein Karlsfelder gerne auf das Dachauer Volksfest, ein Dachauer seinerseits aber nicht auf das Siedlerfest. Ob das Siedlerfest seinen scheinbar schlechten Ruf irgendwann los wird, bleibt zu hoffen. Bis kommenden Sonntag können sich die Besucher noch selbst ein Bild machen.

Volksfestprogramm

Am heutigen Freitag spielt ab 18 Uhr im Festzelt „Musikuss“, bei Dunkelheit gibt es dann den Fackellauf und das Brillant-Feuerwerk am See. Am morgigen Samstag werden ab 13 Uhr Fundsachen vom Flughafen versteigert, ab 14 Uhr gibt es das Fischerstechen der Karlsfelder Burschen, ab 18 Uhr spielt die Oktoberfestband Münchner Zwietracht. Am Sonntag ist um 10.30 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst, ab 17 Uhr gibt es bayerisch-böhmische Blasmusik mit den Ampermusikanten.

th

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Gewalttätige Eltern stehen jetzt vor dem Sportgericht
Nach der Schlägerei zwischen Eltern bei einem E-Jugend-Spiels in Schwabhausen leitet der Fußballverband jetzt in Verfahren gegen mehrere Personen ein. 
Gewalttätige Eltern stehen jetzt vor dem Sportgericht
Auto wird auf Gleise geschoben
Ein Mercedes ist am Donnerstagabend bei einem Unfall am Bahnübergang Niederroth auf die Gleise geschoben worden. Die nahende S-Bahn konnte noch rechtzeitig stoppen.
Auto wird auf Gleise geschoben
Spektakuläre Einbrecherjagd bis München: Sogar Traktor war im Einsatz
Spektakuläre Einbrecherjagd im Landkreis Dachau und in München: Ein Hausbewohner, ein Landwirt mit Traktor und die Polizei halfen zusammen, dass die Täter gefasst werden …
Spektakuläre Einbrecherjagd bis München: Sogar Traktor war im Einsatz
Erst wird gemessen und gerechnet, dann erst wird entschieden
Sie war heiß ersehnt und lange angekündigt: die Informationsveranstaltung der Stadtwerke Dachau über das geplante Windrad im Sigmertshauser Holz. Knapp 100 Interessierte …
Erst wird gemessen und gerechnet, dann erst wird entschieden

Kommentare