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Karin Boger ist die „Häufel-Königin“. 

Von Platz 28 auf 13

Karin Boger ist „Häufel-Königin“ bei der Gemeinderatswahl in Karlsfeld

Bei der vergangen Kommunalwahl verbuchten einige Karlsfelder Gemeinderatskandidaten einen Wahlerfolg. Karin Boger etwa wurde von Platz 28 auf 13 „vorgehäufelt“.

Karlsfeld – Die Kommunalwahl in Karlsfeld ist vorüber, Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU) geht in seine dritte Amtszeit. Die Herausforderer Dr. Bernhard Goodwin von der SPD und Birgit Piroué (Bündnis für Karlsfeld) fuhren mit Ergebnissen deutlich jenseits der 20 Prozent Achtungserfolge ein. Größere Überraschungen bot da die Gemeinderatswahl. Aktuelle Gemeinderäte verpassten den Wiedereinzug, und so mancher, der schon lange nicht politisch aktiv ist, wurde weit nach vorne gewählt.

Zum Beispiel Karin Boger. Die mittlerweile 80 Jahre alte ehemalige SPD-Gemeinderätin ließ sich auf Listenplatz 28 aufstellen – von 30. Wohl eher ein Dienst am Ortsverein, die Liste vollzukriegen. Dann erhielt Boger 1084 Stimmen. Nur zwölf Kandidaten der SPD-Liste schnitten besser ab, darunter Bürgermeisterkandidat Goodwin, der sein Mandat nicht annehmen will (wir berichteten).

Bogers aktive Zeit als Kommunalpolitikerin ist eine Weile her. Von 1978 bis 2002 saß sie im Gemeinderat. Engagement zeigte sie aber weiterhin. Über Jahre setzte sich Karin Boger für die Realisierung der Seniorenvilla und damit für bezahlbaren Wohnraum für ältere Karlsfelder ein. Ganz aktuell: Sie organisiert Hilfe für Senioren und andere in der Corona-Krise besonders gefährdete Menschen (wir berichteten).

Weitere „Häufel-Königinnen“ bei den Sozialdemokraten: Ex-Gemeinderätin, Kreisrätin und DN-Autorin Elfriede Peil (von 18 auf neun) und Terese Trinkl, die von Listenplatz 20 aus auf Platz fünf hinaufschoss und wieder in den Gemeinderat einzog. Auch Roland Gerhager machten einen Sprung, von Platz 25 auf zwölf. Nicht gereicht hat es hingegen für Thomas Kirmse. Auf Listenplatz vier war der SPD-Ortsvorsitzende gestartet, als SPD-Bewerber mit den siebtmeisten Stimmen ist er nur erster Nachrücker.

Zurück im Gemeinderat ist Marco Brandstetter. Der 55 Jahre alte Diakon leitet gemeinsam mit Adrian Heim das Bündnis für Karlsfeld. Von Listenplatz zehn ging’s für ihn hoch auf vier, damit ist Brandstetter wieder drin im Gemeinderat. Der langjährige CSU-Gemeinderat Holger Linde, der vor wenigen Wochen zum Bündnis gewechselt war, und der Architekt Bernd Rath schafften den Wiedereinzug nicht. Den größten Sprung aller Bündnis-Kandidaten und Kandidatinnen machte Antje Hauger – von 25 auf neun.

Mit Alexandra Kolbinger und dem jungen Paul Offenbeck wurden zwei CSU-Bewerber weit nach vorne und in den Gemeinderat gewählt (wir berichteten), die schlichtweg bekannte Namen haben. Kolbingers Mutter war lange Gemeinderätin, ebenso Offenbecks Vater.

Auffällig auch: Bekannte Kräfte sind beliebte Kräfte. Ingrid Brünich (von Platz 21 auf zehn) und Dr. Andreas Froschmayer (von 23 auf acht) wollen viele Karlsfelder auch im neuen Gemeinderat sehen.

Thomas Leichsenring

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