Zwei Männer
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Kann es weitergehen? Der bisherige Brettl-Chef Pascal Piroué (r.) übergibt das Theater- Logo an seinen Nachfolger Toni Cremers. Foto: tsv eintracht karlsefld

Theaterbrettl hätte sich wegen Corona beinahe aufgelöst – Piroué übergibt Leitung an Cremers

Stimmung ist auf dem Tiefpunkt

Das Theaterbrettl Karlsfeld hätte sich wegen Corona beinahe aufgelöst. Doch nun gibt es eine Übergangslösung.

Karlsfeld – „Das Brettl-Ensemble sieht mit Freude einer intensiven Spielsaison 2020 entgegen.“ So lautete die Pressemitteilung der TSV Theatergruppe im Januar 2020. Die Nachricht in diesem Januar: „Wir blicken auf ein trauriges Jahr zurück. Die Stimmung ist auf dem Tiefpunkt.“

Und das war es – für die Mitglieder sowie für den bisherigen Brettl-Leiter Pascal Piroué und seinen Nachfolger Toni Cremers. Cremers wurde bei der Abteilungsversammlung im Dezember als neuer Leiter gewählt.

Die Theater-Abteilung stand kurz vor der Auflösung, und das im 40. Jubiläumsjahr ihres offiziellen Bestehens. Etliche Mitglieder hatten sich abgemeldet: „Warum soll ich überhaupt noch im Brettl bleiben und Mitgliedsbeiträge zahlen, wenn es keine Aussicht gibt, in absehbarer Zeit zu spielen?“, fragten sie sich.

Der Beitrag an den Gesamtverein beläuft sich auf 96 Euro im Jahr. Dazu kommen kleinere monatliche Beiträge je nach Abteilung. Beim TSV-Brettl waren es bisher ein Euro im Monat. Seit 1. Januar sind es nach dem Beschluss der Video-Abteilungsversammlung nur noch 10 Cent im Monat.

Aber es war nicht nur das Geld, wegen dem sich die Truppe fast aufgelöst hätte. „Wir waren allesamt frustriert über so viel Pech in den letzten Jahren“, sagt Pascal Piroué. Beispielsweise der Unfall des Hauptdarstellers im Herbst 2019, der zur Absage der gesamten Aufführung führte. Und dann kam die Corona-Pandemie – so fielen alle Termine im Frühjahr 2020 aus.

Damals sagte Pascal Piroué in einem Telefonat mit der Heimatzeitung: „Ich habe keine Ahnung, wie es im Herbst aussieht. Ob wir dürfen, ob wir Leute haben, ob wir Lust haben.“ Jetzt wissen sie es: Sie durften beziehungsweise dürfen nicht. Und sie haben auch keine Leute mehr, die Lust haben. Sie haben resigniert.

Das Ensemble stand deshalb vor der Wahl: Entweder alles dichtmachen und irgendwann wieder ganz neu aufmachen oder eine pragmatische Übergangslösung suchen. Dank der der unkomplizierten Unterstützung von Vizepräsident Adrian Koppisch haben die Theatermitglieder bei einer virtuellen Mitgliederversammlung eine solche Lösung gefunden.

Es gibt jetzt ein Dreierteam mit Ehrenmitglied Volker Rödel, Vizepräsidentin Birgit Piroué und Toni Cremers „in einer Art Warteposition“, wie Pascal Piroué es formuliert. „Wir warten darauf, dass wir uns wieder treffen können. Dann wollen wir den Neustart – auch mit der Werbung für neue und alte Mitglieder“, sagt Toni Cremers. „Vielleicht kann man ja auch wieder so beginnen, wie es damals bei den Gründern Paul Kotzock und Günter Meikis anfing: Mit Sketchen und kleinen Stücken“.

Hoffnung auf eine Wiederauferstehung des Brettls gibt es jedenfalls: „Die Gutscheine für die ausgefallenen Aufführungen behalten weiterhin ihre Gültigkeit“, versichert Piroué.

Elfriede Peil

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