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In wenigen Tagen kehrt wieder Ruhe ein in das Einkaufszentrum an der Karlsfelder Meile. Bis dahin allerdings tobt noch das Weihnachtsgeschäft. Foto: hab
In wenigen Tagen kehrt wieder Ruhe ein in das Einkaufszentrum an der Karlsfelder Meile. Bis dahin allerdings tobt noch das Weihnachtsgeschäft. Foto: hab

Karlsfeld - Das im Herbst eröffnete Einkaufszentrum an der sogenannten Karlsfelder Meile hat seinen ersten Weihnachtsansturm gut überstanden. Die Geschäfte, die Gemeinde und die meisten Karlsfelder sind zufrieden mit dem neuen Shoppingangebot in ihrer Ortsmitte.

rlsfeld -waren laut im Herbst: Das neue Einkaufszentrum würde zu einem Verkehrsinfarkt führen, zu einer unerträglichen Lärm- und Abgasbelastung und aufgrund fehlender öffentlicher Toiletten zu manch allzu voller Blase. All dies scheint sich nicht bewahrheitet zu haben. Im Gegenteil.

Laut Andreas Hissenauer, Geschäftsführer der HS-Projektentwicklungs-GmbH und damit Vermieter der Ladenflächen in der Karlsfelder Meile, „waren alle sehr zufrieden“. Zwar würden die Gewerbetreibenden keine genauen Geschäftszahlen verlauten lassen, hätten ihm gegenüber aber dennoch von einem umsatzstarken diesjährigen Weihnachtsgeschäft gesprochen. „Gefühlter Gewinner“ unter den Mietern ist seiner Einschätzung nach Schuh Schmid.

Die Parkplatz- und Toilettenproblematik habe sich als Sturm im Wasserglas entpuppt. Unter der Woche sei das Parkhaus der Karlsfelder Meile für die Kunden völlig ausreichend, lediglich am Freitag und Samstag würde das Zusatzangebot an der Baugrube der Neuen Mitte genutzt. Hissenauer findet: „Das hat sich wunderbar selbst reguliert.“

Für Kunden, die während ihres Einkaufs einem menschlichen Bedürfnis nachkommen müssten, würden Hissenauer zufolge der Media-Markt und Schuh Schmid die Mitarbeiter-Toiletten in ihren Läden zur Verfügung stellen. Baby-One sei ohnehin mit einem behindertengerechten WC samt Wickeltisch ausgestattet. Dass es kein eigens ausgewiesenes öffentliches stilles Örtchen gebe, sei nicht auf Fehler bei der Planung, sondern schlicht auf die Wünsche seiner sogenannten Anker-Mieter zurückzuführen: „Die großen Geschäfte wollten aus Kostengründen kein weiteres WC im Haus.“

Bürgermeister Stefan Kolbe jedenfalls sieht die Einkaufssituation in seiner Gemeinde durch die Karlsfelder Meile deutlich verbessert. Die Verkehrssituation wolle die Gemeinde zudem weiter „kritisch beobachten“. Dass manche Autofahrer einfach unvernünftig und „vogelwild“ in der Gegend parken oder abbiegen würden, daran könne die Verwaltung nur eben leider nichts ändern.

Die meisten Bürger sehen es ähnlich. „Klar, der Verkehr hat zugenommen, gerade zu Stoßzeiten zwischen 16 und 18 Uhr“, heißt es allerorten. Allerdings nutzen die Karlsfelder das Einkaufszentrum selbst gern und sind stolz, dass Menschen aus der ganzen Region in die Gemeinde zum Shoppen kommen. Anwohner der Blumenstraße freuen sich sogar über die neue Ruhe in ihrem Viertel - das Einkaufszentrum wirkt wie eine Lärmschutzwand, die den Krach der Münchner Straße schluckt.

Ein Einkaufszentrum wie jedes andere ist die Karlsfelder Meile dennoch nicht. Maik Landsmann, Geschäftsführer des Media-Markt, etwa musste in den vergangenen Wochen die Eigenheiten seiner Klientel aus dem Dachauer Land kennenlernen. Natürlich würden auch in Karlsfeld Elektro-Produkte wie Smartphones oder Fernseher nachgefragt, „da gibt es keine großen Unterschiede zu anderen Media-Märkten.“ Allerdings musste Landsmann auch feststellen, dass die Kunden in Karlsfeld konservativer seien als beispielsweise in München. CDs von Helene Fischer, die sich in der Landeshauptstadt eher schleppend verkauften, gingen hier weg wie warme Semmeln. Und eine der meist gekauften DVDs sei tatsächlich „Dampfnudelblues“.

(zip)

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