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Tunnelsanierung auf A 99: Kommune schaltet Anwalt ein

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Von: Thomas Leichsenring

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Autobahn bei Allach
Die bevorstehende Sanierung des Allacher Tunnels wird langsam zum Politikum. © hab

Karlsfeld – Der Karlsfelder Bürgermeister Stefan Kolbe ist nicht gut zu sprechen auf die Regierung von Oberbayern. Diese ist Verfahrensträger der angekündigten Sanierung des Allacher Autobahntunnels (wir berichteten) – und ließ Karlsfeld bislang weitgehend unbeachtet.

VON THOMAS LEICHSENRING

„Wir waren entsetzt, von der Tunnelsanierung. Das haben wir aus der Presse erfahren“, klagte Kolbe am Donnerstagabend im Bürgerhaus vor dem Gemeinderat. „Wir haben keinerlei Informationen zum Planfeststellungsverfahren bekommen.“ Wie Kolbe mitteilt, hat die Gemeinde bereits einen Anwalt eingeschaltet. Der muss sich beeilen. Denn die Einwendungsfrist endet schon Mitte März.

Dass man sich in Karlsfeld sehr für die Auswirkungen der acht Jahre andauernden Sanierung eines Tunnels vor der Haustür interessieren könnte und sich Sorgen macht wegen des zu erwarteten Ausweichverkehrs, kam den Beamten in München augenscheinlich nicht in den Sinn. Eine offizielle Bekanntmachung veranlasste die Regierung von Oberbayern nur in der Landeshauptstadt sowie in Krailling. Die Gemeinde im Landkreis Starnberg kommt in den Genuss von Ausgleichsflächen, die ausgewiesen werden müssen wegen der durch die Sanierung ausgelösten ökologischen Eingriffe.

Aber Krailling ist ein gutes Stück weit weg vom Allacher Tunnel, den täglich im Schnitt 320 000 Fahrzeuge passieren. Anders als Karlsfeld.

Wie berichtet, soll die Sa-nierung schon 2022 beginnen. In dem 1998 eröffneten und einen Kilometer langen Tunnel werden unter anderem die Betriebstechnik und die Entwässerungsanlagen erneuert sowie vor allem durch Streusalz verursachte Schäden beseitigt. Allein für die Arbeiten im Tunnel selbst hat die Autobahndirektion fünf Jahre veranschlagt. Eine der beiden Tunnelröhren wird jeweils gesperrt, der komplette Verkehr in beiden Richtungen dann über die andere abgewickelt.

Staus sind da programmiert. Und der Ausweichverkehr drängt auf das umliegende Straßennetz, vor allem in Karlsfeld und Allach wird das spürbar sein.

In der kommenden Woche hat Kolbe einen Termin mit Vertretern der Autobahndirektion. Die dürfen sich auf einen Gesprächspartner mit weniger guter Laune einstellen. Die Tunnelsanierung sei zweifelsohne erforderlich, sagte Kolbe am Donnerstag, aber er machte klar: „Wir werden das so nicht stehen lassen!“

Einwendungen

Die Planfeststellungsunterlagen für die Baumaßnahme auf der A 99 können noch bis Montag, 1. März, im Planungsreferat an der Blumenstraße 28 in München oder im Internet unter www.tun-nel-allach.de angesehen werden. Bis 15. März sind schriftliche Ein-wendungen möglich.

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