Begeisternde Auftritt in Frankreich

Vivaldi Orchester Karlsfeld rührt den Komponisten zu Tränen

Die Reise nach Frankreich hat sich gelohnt für die Musiker des Vivaldi Orchesters Karlsfeld. Mit ihrem Auftritt begeisterten sie nicht nur das Publikum, sondern sogar den Komponisten eines ihrer Werke. Und eine denkwürdige Probe gab es obendrein.

Alle vier Jahre herrscht in der kleinen französischen Stadt Remiremont am Rande der Vogesen Ausnahmezustand. Denn Musiker aus der ganzen Welt treffen sich hier zum „festival international de mandolines et guitares“ – ein internationales musikalisches Fest-Wochenende, zu dessen Teilnahme sich Zupforchester aus der ganzen Welt bewerben können.

1981 lud der inzwischen verstorbene Gilbert Zaug zum ersten Mal in seine Heimatstadt ein. Als der engagierte Bürgermeister, Musikpädagoge und Mandolinist das Festival gründete, tat er das, um die Offenheit gegenüber anderen Kulturen und die Völkerverständigung zu fördern. Seine Kinder und Enkel tragen diesen Geist bis heute weiter und organisieren gemeinsam mit 100 Freiwilligen an diesem Wochenende zahlreiche abwechslungsreiche Konzerte und stimmungsvolle Feiern.

Neun Orchester aus Frankreich, Italien, Spanien, Russland, Bulgarien und Kolumbien reisten diesmal nach Remiremont, um gemeinsam zu musizieren, zu feiern und sich auszutauschen. Schon zum dritten Mal durfte das Vivaldi Orchester Karlsfeld Deutschland vertreten.

31 Musiker, deren Freunde, Partner und Angehörige und natürlich Dirigentin Monika Fuchs-Warmhold reisten gemeinsam mit dem Bus an. Gleich am Freitag war das Konzert der Karlsfelder Musiker angesetzt – und es wurde mit großer Spannung erwartet. Hatte doch der luxemburgische Komponist Francesco Civitareale sein Kommen angekündigt. Dessen Werk „Ulysses“, das die Karlsfelder in diesem Jahr im Programm haben, war in Europa erst ein einziges Mal vorher aufgeführt worden.

Doch die Vivaldis präsentierten sich richtig gut. Ihr Auftritt war spritzig, abwechslungsreich und lustvoll. Viel Applaus und Tränen in den Augen des Komponisten entschädigten für die vorherige Nervosität.

Komponist Civitareale entpuppte sich als äußerst geselliger und lustiger Gast. Und während das Orchester in einer Bar abends ausgelassen auf das gelungene Konzert anstieß, besprach er mit Monika Fuchs-Warmhold gesten- und gesangsreich die Nuancen seiner Komposition.

Die Inhaber der kleinen Bar ließen sich von der allgemeinen Freude mitreißen. So wurde vereinbart, am nächsten Tag eine gemeinsame Probe in der Bar zu veranstalten. Diese entpuppte sich als das nächste Highlight. Begeisterte Passanten blieben stehen und erlebten eine der witzigsten und ungewöhnlichsten Orchesterproben, die die Vivaldis je gemacht haben.

Das Feedback des renommierten Komponisten ist überwältigend. Ein paar Tage nach dem Festival schrieb Civitareale in den sozialen Medien: „Das Vivaldi Orchester […ist…] sehr engagiert, sehr dynamisch, mit einer exzellenten außergewöhnlichen Technik und vor allem eine wunderbare Gruppe von großzügigen, leidenschaftlichen Spielern.“

Auch von Monika Fuchs-Warmhold zeigt er sich begeistert: „Diese Frau ist eine perfekte Mischung aus Professionalität, Musikalität und einer Energie von drei Kernkraftwerken!“

In den folgenden Tagen hörten die Vivaldis noch viele Konzerte: temperamentvolle Rhythmen aus Kolumbien, stimmungsvolle Volksmusik aus Bulgarien, ein virtuoses Trio aus Russland ebenso wie ein Orchester von 40 lebhaften Spaniern, die nach dem Konzert lauthals weitersangen und so für viel Stimmung bei allen sorgten. dn

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