128 000 Euro Defizit

Große Sorge um die Volkshochschule

Die Volkshochschule Karlsfeld hat im Jahr 2017 ein Defizit in Höhe von 128000 Euro eingefahren. Der Gemeinderat ist alarmiert.

Karlsfeld – Die Volkshochschule ist für die Gemeinde Karlsfeld ein Draufzahlgeschäft. Das ist nichts Neues. Weil aber das Defizit im Jahr 2017 bei 128 000 Euro lag und damit rund 20 000 Euro höher als 2016 und es laut Ansatz im laufenden Jahr bei fast 132 000 Euro liegen könnte, war der Hauptausschuss des Karlsfelder Gemeinderats geradezu alarmiert.

Die Leiterin der Volkshochschule Karlsfeld, Daniela Niedermeier, hatte zu ihrem Jahresbericht noch weitere schlechte Nachrichten mitgebracht. Denn 402 angebotene Kurse und Veranstaltungen in 2017 (2016: 429) bedeuten ebenso einen Negativrekord wie nur 2902 Teilnehmer. In Hochzeiten hatte die Vhs Karlsfeld knapp 5000 Kursteilnehmer pro Jahr, 2016 waren es immerhin 3445.

Die Konkurrenz werde immer größer, klagte Niedermeier in der Hauptausschusssitzung. „Wir haben zum Beispiel im Bewegungsbereich viele Kunden verloren.“ Über Youtube-Kanäle etwa könne man sich den Sport ins Wohnzimmer holen, andere wanderten zu Fitnessstudios ab, die ein deutlich umfangreicheres Gesamtangebot hätten. Ein erhöhtes Anspruchsverhalten werde insgesamt sichtbar.

Hinzu komme ein „Generationenproblem“. Die Kunden der Karlsfelder Volkshochschule seien größtenteils 45 Jahre und älter, die Jugend für Vhs-Veranstaltungen zu begeistern, sei schwierig. Die Probleme seien keineswegs Karlsfeld-spezifisch. Niedermeier: „Die kleinen Volkshochschulen haben zu kämpfen, da zähle ich uns dazu.“

Was also tun? Im Hauptausschuss wurde mehrfach der Vorschlag unterbreitet, noch gezielter auf ältere Menschen zuzugehen, etwa in Seniorenheimen. „Ich möchte nicht die Kursgebühren angreifen“, sagte Niedermeier.   

Möglicherweise bleibt aber nichts anderes übrig. Denn Einsparmöglichkeiten hat die Vhs so gut wie nicht. Eine Kursgebührenerhöhung zum Herbst- und Wintersemester sei denkbar, so Niedermeier.

Adrian Heim (Bündnis für Karlsfeld) stellte die Frage in den Raum: „Ist unsere Vhs überlebensfähig?“ Das Image sei leider angestaubt, „ich bin nicht optimistisch“.

Für Bürgermeister Stefan Kolbe ist wichtig herauszufinden, „ob 2017 nur ein Ausreißer war. Wir werden das Jahr 2018 genau beobachten.“

Finanzreferent Holger Linde (CSU) sagte, man müsse über „Maßnahmen“ nachdenken, „wenn die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben zu groß wird“.

Von der Marokko-Reise bis zum Whisky-Seminar – das Angebot der Karlsfelder Volkshochschule ist nach wie vor umfassend. Die meisten Kurse und Veranstaltungen gab es 2017 mit 190 im Gesundheitsbereich, es folgten die Bereiche Sprachen (103), Beruf (50), Kultur (30) und Gesellschaft (29).

Thomas Leichsenring

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