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Vor genau 50 Jahren hat das Bayerische Innenministerium das Karlsfelder Gemeindewappen genehmigt. 

Karlsfelder Gemeindewappen

Mordgeschichte inklusive

Eine schlichte Pflanze, ein Brunnen, kaum Farben: Das Karlsfelder Gemeindewappen sieht wenig spektakulär aus. Umso bemerkenswerter die Geschichte, die dahinter steckt. Sogar ein Mord spielt eine Rolle!

Karlsfeld – Vor genau 50 Jahren, am 30. Oktober 1967, genehmigte das Bayerische Innenministerium das Karlsfelder Gemeindewappen. Der damalige Gemeinderatsbeschluss, Karlsfeld solle „durch die zunehmende Bevölkerung und die wachsende Bedeutung der Gemeinde ein eigenes Gemeindewappen führen“, geht sogar auf den Herbst 1958 zurück. Doch der erste Entwurf gefiel dem Gemeinderat nicht, der zweite, der offiziell eingereicht wurde, fand bei der Generaldirektion der staatlichen bayerischen Archive keine Zustimmung. So gingen die Jahre ins Land. Erst 1967 klappte es endlich mit einem Entwurf des Passauer Grafikers Max Reinhardt.

In der Karlsfelder Ortschronik liefert der ehemalige Gemeinderat Karl Blaschke eine Beschreibung des Hoheitszeichens: „Gespalten von Grün und und Gold, vorne ein silberner Rohrstängel mit zwei Blättern, hinten ein überdachter Ziehbrunnen mit Eimer und Kette.“ Stängel und Brunnen geben Hinweise auf die Entstehung Karlsfelds. Blaschke schreibt: „Karlsfeld entstand in neuerer Zeit durch die Urbarmachung der unwirtlichen Moosgründe.“ Der silberne Mooskolben im grünen Feld stelle diese Situation der Gemarkung dar.

Weiter ausholen muss man, wenn man den Brunnen im Wappen erklären möchte. Es geht zurück ins 12. Jahrhundert. Dort, wo heute Karlsfeld ist, war nichts, was in irgendeiner Form mit Zivilisation in Verbindung hätte gebracht werden können. An einem Tag ums Jahr 1120 macht sich Graf Arnulf II von Dachau dorthin auf zum Jagen. Er kehrt nicht zurück.

Zumindest nicht im ganzen Stück. Denn sein Hund, so sagt die Legende, brachte die abgeschlagene Hand des Unglücklichen zurück ins Dachauer Schloss. Am Ring, so heißt es, habe die Mutter, Gräfin Beatrix, die Hand ihres Sohnes erkannt. Der Hund habe die Dame dann an die Stelle geführt, an dem er die Hand gefunden hatte. Dort war Arnulf augenscheinlich eines gewaltsamen Todes gestorben. Die Mutter ließ an diesem Ort eine Kapelle errichten, die sie dem Kloster Indersdorf schenkte.

Das kleine Gotteshäuserl überdauerte viele Jahrzehnte, 1453 wurde es neu erbaut. Zu diesem Zeitpunkt stand daneben schon ein landwirtschaftliches Anwesen, eine sogenannte Schwaige. Noch heute spricht man von – der Rothschwaige.

Blaschke schreibt in der Chronik: „Aus der Familie Brunner, die seit dem 15. Jahrhundert nachweisbar ist, entstammten verschiedene Pröbste des Klosters Indersdorf.“ Durch die Wappenfigur des Brunnens werden die alten Beziehungen zwischen dem Kloster und dem Karlsfelder Gebiet und damit die Geschichte der Gemeinde dokumentiert.

Wie genau der bemitleidenswerte Graf Arnulf II zu Tode kam, warum er sein Leben lassen musste und wer ihn getötet hat, wurde niemals bekannt.  dn/tol

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