Karlsfelder Gemeinderat verabschiedet Haushalt

15 Millionen Euro neue Schulden

Der Karlsfelder Gemeinderat hat einstimmig den Haushalt für das Jahr 2018 verabschiedet. Mit drin: eine Kreditaufnahme in Höhe von satten 15 Millionen Euro. Das Geld wird vor allem für ein Großprojekt benötigt.

Karlsfeld – Der Gemeinderat Karlsfeld hat einen Rekordhaushalt verabschiedet. Das Gesamtvolumen liegt – inklusive des Haushalts für die Gemeindewerke (18,3 Millionen Euro) und des Haushalts für die Volkshochschule (331 844 Euro) – bei rund 81 Millionen Euro. Es gab keine Gegenstimme.

Das meiste Geld nimmt die Gemeinde Karlsfeld über Steuern ein. Die Einkommensteuerbeteiligung ist mit 16,86 Millionen Euro angesetzt, über die Gewerbesteuer kommen heuer rund 7,3 Millionen Euro herein.

Auf der Ausgabenseite stehen vor allem drei große 10-Millionen-Posten: die Personalkosten (10,4 Millionen Euro), die Kreisumlage (10,58 Millionen) und der erste Teilbetrag für den Neubau der Grundschule an der Krenmoosstraße (10 Millionen). Insgesamt wird die Schule rund 34 Millionen Euro kosten.

Positiv: Kämmerer Alfred Giesinger rechnet für die Jahre 2019 bis 2021 mit einem Überschuss aus dem laufenden Betrieb in Höhe von insgesamt 6,3 Millionen Euro. Damit ist gesichert, dass die Gemeinde Zins und Tilgung für die Kredite zur Finanzierung der Schule aufbringen kann – etwa eine Million Euro pro Jahr.

Und noch eine gute Nachricht hatte Giesinger bei seiner Präsentation des Haushalts am vergangenen Donnerstagabend im Rathaus: Etwa 3,1 Millionen Euro aus dem Jahr 2017 konnten nach 2018 herübergenommen werden, einerseits, weil das Jahr 2017 so gut lief, andererseits, weil Baumaßnahmen geschoben wurden, zum Beispiel die Sanierung der Krenmoosstraße.

Karlsfeld muss heuer 15 Millionen Euro neue Schulden machen. Der Schuldenstand steigt damit auf insgesamt 21,25 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt jetzt bei 1052 Euro. Das ist in etwa das Doppelte des Landesdurchschnitts von bayerischen Städten und Gemeinden mit 20 000 bis 50 000 Einwohnern.

Aus den Rücklagen werden 3,45 Millionen Euro entnommen. Die Rücklagen werden damit auf den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestbetrag von 350 000 Euro heruntergefahren.

Die Gemeinde Karlsfeld gibt viel für die neue Schule aus, aber auch andere Investitionen stehen an: zum Beispiel der Bau der Kindertagesstätte am Lärchenweg und der Um- und Ausbau von Bushaltestellen.

„Die Gewerbegebiete an der Münchner Straße und an der Schleißheimer Straße werden dringend gebraucht“, sagte Finanzreferent Holger Linde (CSU) in seiner Haushaltsrede. CSU, SPD und FW-Gemeinderat Anton Flügel sprechen sich seit Langem für weitere Gewerbegebiete aus, um neue Gewerbesteuereinnahmen zu generieren. Das Bündnis ist dagegen. Die drei am Donnerstag anwesenden Bündnis-Gemeinderäte stimmten dem Haushalt dennoch zu. Die Bündnis-Fraktionsvorsitzende Mechthild Hofner fehlte berufsbedingt in der Sitzung. Sie hätte nicht zugestimmt, ließ sie ausrichten – weil im Haushalt Finanzmittel für die weitere Planung des Gewerbegebiets an der Schleißheimer Straße eingestellt sind. tol

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Natur im alten Gleisbett
Wenn Naturschützer von einem grünen Band im Landkreis sprechen, dann meinen sie den drei Kilometer langen, ehemaligen Bahndamm zwischen Röhrmoos und Hebertshausen.
Natur im alten Gleisbett
Freispruch für 49-Jährige: Sie erlebte die Ehe-Hölle
Jahrelang hat eine 49-Jährige unter den Attacken ihres gewalttätigen, trinkenden Ehemanns gelitten. Doch nun stand sie vor dem Dachauer Amtsgericht: Sie soll zum Messer …
Freispruch für 49-Jährige: Sie erlebte die Ehe-Hölle
Ausstellung zur Dorfgeschichte Pipinsried: Kinder- und Jugendzeit
Die Ausstellung zur Dorfgeschichte Kinder- und Jugendzeit in Pipinsried zeigte auf, wie sehr sich die Zeiten in den vergangenen 100 Jahren geändert haben. Beim Pfarrfest …
Ausstellung zur Dorfgeschichte Pipinsried: Kinder- und Jugendzeit
Ölspur mit Folgen
Eine Ölspur mit Folgen und mehrere Brandalarme am Abend – das ist die Bilanz der Freiwilligen Feuerwehr Dachau vom Wochenende.
Ölspur mit Folgen

Kommentare