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Ohne sie gäbe es keine Ausstellung: Horst Bambach (links) und Horst Pajung. 

Ausstellung über Bauboom im Heimatmuseum

Die Macher

Horst Pajung und Horst Bambach haben die Ausstellung im Karlsfelder Heimatmuseum „Alles wächst – Bauboom der 50er Jahre“ gestaltet. Doch es ist immer noch viel zu tun.

Karlsfeld – Die Ausstellung ist eröffnet, die Arbeit getan, jetzt kann man es ruhig angehen lassen – das denkt sich so einfach. Weit gefehlt. Der Hauptmacher der Ausstellung im Karlsfelder Heimatmuseum „Alles wächst – Bauboom der 50er Jahre“, Horst Pajung, und sein Co-Macher Horst Bambach, haben immer noch gut zu tun. Die Familienalben, Dokumente und Fotos, die man ihnen vertrauensvoll überlassen hat, müssen wieder zurückgebracht werden.

Horst Bambach hatte vor allem in der „Königssiedlung“, seiner Wohngegend, vergangenes Jahr mit den Worten an die Türen geklopft: „Ich komme vom Heimatmuseum, und wir machen eine Dokumentation über die 50er Jahre.“ Bei etwa 30 Familien war er erfolgreich. Zum Teil waren es noch Zeitzeugen, zum Teil die Kinder und Enkel, die Dachböden und Wohnzimmerschränke durchstöberten. An eine Begegnung erinnert er sich noch besonders: „Der Sohn hat das ganze Haus umgedreht, aber nix gefunden. Einen Rappel hat er gekriegt, weil die Mutter in einem Anfall alles weggeschmissen hatte.“

Horst Pajung hat sich vor allem in der „Handwerkersiedlung“, in der er wohnt, auf Spurensuche begeben. Er ist aber in ganz Karlsfeld fündig geworden und hat ebenfalls zahlreiche Gespräche geführt. Und er hat Stunden um Stunden in Archiven verbracht. Unter anderem hat er im Keller der Dachauer Nachrichten elf Jahrgänge der Zeitung durchforstet: „Hochinteressant. Das sind Spiegel der Zeitgeschichte.“ Für die Gemeinderatsprotokolle, Bauplanverzeichnisse, Bauanträge und deren Genehmigung musste er nicht weit gehen: Diese lagern in einem kleinen Kämmerchen unterm Dach im Heimatmuseum. Wie praktisch: Das ist gleichzeitig das Karlsfelder Gemeindearchiv, mit Chefin Ilsa Oberbauer. „Sie ist immer das Rückgrat“. Überhaupt, so Pajung, sei die ganze Ausstellung eine tolle Teamarbeit gewesen.

Aber diese schier unerschöpfliche Lust am Suchen – und natürlich Finden – ist schon ein besonderes Markenzeichen von Horst Pajung: „Ich sammle alles, was ich kriegen kann.“ Zugute kommen ihm seine vielen Kontakte durch den TSV und die Tennisabteilung, sein Spanischkurs, seine neugierige Kontaktfreudigkeit: „Jeden, den ich kennenlerne, frage ich nach seiner Geschichte.“  

Seine eigene Geschichte hat ihn mit der Familie 1987 nach Karlsfeld geführt. Davor war er zehn Jahre in München und davor in Osnabrück, und ganz früher wurde er vor 66 Jahren in Emden geboren: „direkt an der Waterkant“. „Dann bist Du ja ein richtiger Fischkopp“, sagt der urbayerische Horst Bambach eher anerkennend.

Als Pajung mit 55 in den Ruhestand ging, er war als Elektroingenieur bei Siemens tätig, wollte er noch was Sinnvolles tun und engagierte sich bei der „Geschichtswerkstatt“ in Dachau. Er genießt auch die tolle Umgebung von Karlsfeld und ist viel mit dem Radl unterwegs. Das machte ihn neugierig auf die zahlreichen Gewässer und Flüsse auf diesem Gebiet. So entstand 2017 die Ausstellung „Alles fließt“.

Was seine nächsten Sammel-Pläne sind? „Schau‘n ma mal, was da kommt.“ Horst Bambach weiß nur: „Da kommt schon was.“

Die Ausstellung ist immer zu sehen am 1. und 3. Sonntag im Monat, also am kommenden Sonntag, 3. Februar, von 14 bis 17 Uhr.

ep

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