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Schon jetzt heillos überlastet: die Kreuzung Schleißheimer Straße/Alte Römerstraße/Bajuwarenstraße muss nach Ansicht des Karlsfelder Gemeinderats ausgebaut werden. 

Streit mit Dachau

Karlsfeld bleibt dabei: Kreuzung muss ausgebaut werden

Der Streit zwischen Dachau und Karlsfeld um die überlastete Kreuzung Schleißheimer Straße/Alte Römerstraße/Bajuwarenstraße geht in die nächste Runde.

Karlsfeld – Im Karlsfelder Gemeinderat ist man zur Zeit nicht allzu gut auf die Nachbarn in der Großen Kreisstadt Dachau zu sprechen. Es geht um die große Kreuzung Schleißheimer Straße/Alte Römerstraße/Bajuwarenstraße. Diese Kreuzung müsste dringend ertüchtigt werden, wenn Dachau seine Pläne wahr macht, an der Grenze zu Karlsfeld weiteres Gewerbe anzusiedeln. So äußerte sich der Karlsfelder Gemeinderat schon im April 2017. Doch Dachau denke offenbar gar nicht daran, die jetzt schon heillos überlastete Kreuzung auszubauen, war jetzt in der jüngsten Sitzung des Karlsfelder Bauausschusses im Rathaus zu hören.

Die Reaktionen in der Sitzung fielen teils heftig aus. Mechthild Hofner (Bündnis für Karlsfeld) sprach von „unglaublicher Arroganz und Ignoranz“ der Verantwortlichen aufseiten der Stadt. Ähnlich äußerte sich Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU): „Die Große Kreisstadt glaubt, sie hat einen anderen Status.“ Die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen laufe deutlich besser.

Einzig CSU-Gemeinderat Wolfgang Offenbeck warb um Verständnis für die Misere auf Dachauer Seite. Der Verkehr, den die Kreuzung zu bewältigen habe, entstehe schließlich nicht in der Stadt Dachau allein, sondern werde zu einem erheblichen Teil in den Gemeinden im Norden ausgelöst. „Wir leiden an einer Gesamtentwicklung.“ Zudem erinnerte Offenbeck daran, dass die Gemeinde Karlsfeld an der Schleißheimer Straße ihrerseits ein Gewerbegebiet bauen will.

Wie berichtet, will die Stadt Dachau in ihrem Gewerbegebiet Dachau-Ost zwischen Siemensstraße und Schleißheimer den Weg für weitere Bebauung frei machen und überdies südlich des Schleißheimer Kanals auf dem ehemaligen Seeber-Gelände weiteres Gewerbe ansiedeln. Im Zuge solcher Verfahren ist es notwendig, Nachbargemeinden zu hören. Das Gemeindegebiet von Karlsfeld beginnt schon auf der anderen Seite der Schleißheimer Straße, demnach befasste sich der Gemeinderat nun mit der Stellungnahme zum Dachauer Bebauungsplan „Gewerbegebiet südlich des Schleißheimer Kanals“. Das Gewerbe dort wird weiteren Verkehr auslösen, ist man sich in Karlsfeld bewusst – und die stark frequentierte Kreuzung Schleißheimer Straße/Alte Römerstraße/Bajuwarenstraße weiter belasten. Die Rede ist von bis zu 3800 Fahrzeugen zusätzlich – und dieser Verkehr drückt zu großen Teilen über die Bajuwarenstraße nach Karlsfeld.

Wann Dachau auf dem Seeber-Gelände tatsächlich Gewerbe ansiedeln kann, ist ungewiss. Das Bayerische Fernsehen dreht auf dem Areal die beliebte Vorabendserie „Dahoam is Dahoam“. So lange das Fernsehen dort ist, wird vermutlich nicht gebaut.

Der Bauausschuss beschloss einstimmig, der Stadt Dachau mitzuteilen, dass dem Bebauungsplan „Gewerbegebiet südlich des Schleißheimer Kanals“ wegen der verkehrlichen Auswirkungen auf Karlsfeld nicht zugestimmt werde. Außerdem will Karlsfeld in die weitere Verkehrsplanung in dem Bereich einbezogen werden.

Thomas Leichsenring

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