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Die beliebte Hütte bei Kitzbühel steht leer.

TSV Eintracht Karlsfeld

Brandschutz: Vereinshütte kann nicht genutzt werden

Der Brandschutz macht einen Strich durch die Rechnung: Die Vereinshütte des TSV Eintracht Karlsfeld kann nicht mehr genutzt werden.

Karlsfeld – Kinder, die Jugend, die Erwachsenen liebten sie, die romantische Hütte des TSV Eintracht Karlsfeld in Flecken bei Kitzbühel. Im Sommer für Wanderungen, im Winter zum Skifahren, immer wunderbar für Abteilungsabende und zum Feiern. Bis zu 20 Gäste konnten in dem alten Bauernhof am Fuße der Buchsteinwand in Tirol günstig und gemütlich übernachten und wohnen. Jetzt ist Schluss damit, vorerst. Die Hütte steht leer – der Brandschutz ist der Grund.

„Es tut uns allen in der Seele weh“, sagt der Präsident des Sportvereins, Rüdiger Meyer, „aber seit Juni kann niemand mehr die Hütte buchen.“ Der Präsidiumsbeschluss war bitter nötig geworden, weil die erforderliche „große Brandbeschau“ zwar seit dem 26. Mai beantragt ist, aber von der lokalen Behörde im österreichischen St. Ulrich bisher nicht auf den Weg gebracht werden konnte.

Denn um das Haus brandschutzsicher machen zu können, braucht es jeweils ein schriftliches Gutachten von vier Sparten: vom Kreisbrandmeister, vom Elektriker, vom Statiker, vom Kaminkehrermeister. Zwar haben sie vom Verein acht Rauchmelder angebracht in diesem Sommer. Aber ob das den Experten ausreicht, weiß niemand. „Bisher ist nur bekannt, dass das Balkongeländer zu niedrig ist und als gefährlich beurteilt wird“, so Rüdiger Meyer. Alles andere müssen sie abwarten, etwa ob Brandschutztüren verlangt werden. Und diese Warterei zehrt an den Nerven. „Wir rufen alle 14 Tage den Bauamtsleiter in St. Ulrich an, ob die Gutachter schon zur Sache gekommen sind.“ Das wiederum scheint den Angerufenen zu nerven – aber es tut sich trotzdem nichts. Eigentlich wäre diese Brandschau schon 2016 fällig gewesen. Der Bauer, dem die Hütte gehört und der sie dem Verein vermietet hat, hatte nicht darauf hingewiesen.

Brandschutz in alten Gebäuden ist seit der Katastrophe von Schneizlreuth mit sechs Toten in einem „Event-Bauernhof“ ein riesiges Thema. Der Veranstalter wurde zu drei Jahren Haft verurteilt, wegen fahrlässiger Tötung, weil er sich nicht um den Brandschutz gekümmert hatten. Der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde ist jetzt zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Die Gemeinde hatte Brandschutzauflagen nicht überprüft.

Auch wenn ein Vereinsvorstand ehrenamtlich tätig ist, haftet er doch persönlich mit seinem Privatvermögen für Unfälle oder Schäden – wenn er fahrlässig oder vorsätzlich handelt oder auch „nur“ etwas „unterlässt“. Deshalb ist dem TSV dieses Gutachten zum Brandschutz so wichtig: „Wir müssen die Auflagen kennen. Damit wir endlich anfangen können, dieses Haus sicher zu machen“!, sagt Meyer. Der Kachelofen wird mit Holz geheizt, es wird mit Holz gekocht – Gefahren gibt es genug. „Aber es geht ja nicht nur um die bürokratische Erfüllung von Auflagen. Es ist für uns eine moralische Aufgabe.“ Damit Kinder, die Jugend und die Erwachsenen wieder unbeschwert und vergnügt „ihre“ Hütte genießen können.     Elfriede Peil

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