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Die Rockabilly Ladies mischten den Weiberball in Karlsfeld auf.

Weiberfasching in Karlsfeld

Nur die Haremswächterschieben einen harten Dienst

Das ist Wahnsinn, weiß seit langem Wolfgang Petry, und alle schreien begeistert mit: Hölle, Hölle, Hölle! Es ist Weiberfasching in Karlsfeld, und das ist wirklich Wahnsinn, was da abgeht.

Karlsfeld– Sie lachen, sie strahlen, sie tanzen und sind einfach nur ausgelassen. Gute Laune pur. Frau könnte jetzt die Vermutung anstellen, dass die Stimmung deswegen gut ist, weil Ehemänner, Freunde und Liebhaber in weiter Ferne sind.

Die einzigen Männer, die beim Weiberfasching zugelassen sind, haben es nicht leicht. Die Blechblosn auf der Bühne spielen und singen sich die bayerische Seele aus dem Leib und haben bestimmt am nächsten Morgen zwei Kilo weniger auf der Waage. Ihre komischen Pferdekostüme sind sicher sehr wärmend.

Die zwei anderen Herren sind von der Arbeiterwohlfahrt, die das kultige Spektakel im Bürgerhaus nun schon zum 33. Mal veranstaltet. Vorsitzender Helmut Schuh und Max Eckardt tun als Haremswächter „einen harten Dienst“, wie Schuh findet. „So um Mitternacht gibt‘s oft Zoff. Da wollen Männer rein, die nicht mehr ganz nüchtern sind.“ Und die wahrscheinlich deshalb so sind, wie sie sind, weil sie den ganzen Abend nicht verstehen können, dass sich Frauen auch ohne die Herren der Schöpfung amüsieren und diese bittere Erkenntnis betäuben mussten.

Und wie sie sich amüsieren, die Ladies. Die Tanzfläche ist immer voll. Und sehr bunt. Schon das Herrichten für dieses Event muss vergnüglich gewesen sein. Auf hübsch geschminkt oder auf hässlich, modern kostümiert als Emoji oder klassisch als Hexe oder nostalgisch als Rockabilly – ein Trend war nicht auszumachen. Außer: der gruppenmäßige Auftritt.  

Die Showeinlagen des Olympia Faschings-Club mit der wandlungsfähigen, akrobatischen Mädchengarde werden lebhaft beklatscht. Auch da braucht‘s immer noch einen Mann, den Präsidenten Marco Kessler, der einen Orden vergibt an die Frau, die die meiste Arbeit hatte mit der Planung: Brigitte Solleder von der AWO.

Und natürlich braucht‘s immer noch die Männer zum Kaputtlachen. Das schaffen Männerballetts zielsicher. Diesmal kommt es aus Olching. Bis 2 Uhr toben die Mädels. Dann ist Schluss mit lustig.elfriede Peil

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