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An der Bohrstelle von Brunnen 3: Roland Eder, Geschäftsführer Eder Brunnenbau, Ronny Gentsch, Bohrhelfer Eder Brunnenbau, Stefan Kürzinger, Betriebsleiter Wasserwerk, Martin Eberle, Leiter Gemeindewerke Karlsfeld, und Frank Schneider, Bohrmeister, Eder Brunnenbau (von links). 

Zwei der fünf Tiefbrunnen der Gemeinde Karlsfeld werden saniert oder gereinigt

Das Geheimnis weichen Wassers

Wasser ist kostbar und Karlsfelder Wasser ist obendrein noch weich. Das liegt an mehreren Faktoren und an Leuten, deren Leidenschaft die Arbeit ist

VON ELFRIEDE PEIL

Karlsfeld Wasser ist ihre Leidenschaft – klingt ein bisschen theatralisch, ist aber so. Wenn der Betriebsleiter der Karlsfelder Wasserwerke, Stephan Kürzinger, und der Leiter der Gemeindewerke, Martin Eberle, von ihrer Arbeit sprechen, dann muss man es einfach so sagen. Mit viel Engagement und Begeisterung erzählen sie, was alles getan wird, um das beste Trinkwasser zu garantieren und die Karlsfelder Haushalte mit dem hervorragenden „Lebensmittel Nummer eins“, mit Wasser zu versorgen.

Dazu gehört auch, dass die fünf Tiefbrunnen, aus denen das Rohwasser kommt, regelmäßig kontrolliert und, falls nötig, saniert werden. Momentan wird ein Brunnen generalsaniert und ein weiterer Brunnen gereinigt, so dass sie jetzt für die Versorgung nicht genutzt werden können. Mitarbeiter einer Brunnenbaufirma aus Hebertsfelden setzen bei der Säuberung und Neubohrung ihr Know-how ein.

Das Wasser aus „Brunnen drei“, der nun von Grund auf saniert wird, kommt aus 200 Metern Tiefe und ist mit wenig Kalk versetzt. Weil diese Wasserzufuhr jetzt fehlt, hat sich in der Mischung der anderen drei Brunnen der Härtegrad des Wassers geändert. Es wird weicher, was zu einigen Kommentaren in den sozialen Medien führte.

In der Pressemitteilung der Gemeinde heißt es so: „Die Veränderung können Sie bemerken durch eine geringere Verschäumung bei der Benutzung von Seife zum Händewaschen.“ Anders gesagt: Man muss bei weichem Wasser gründlicher waschen, weil sich die Seife darin schlechter löst. Andere wiederum merken gar nichts – alles eine Frage der persönlichen Wahrnehmung.

Objektiv gesehen hat ein niedriger Härtegrad den Vorteil, dass Waschmaschine, Kaffeekocher oder Duschwände weniger Kalkspuren aufweisen. Man braucht weniger Waschmittel bei geringerem Härtegrad, das wissen Hausfrauen und bestimmt auch Hausmänner. In München, wo das Wasser aus dem Mangfallgebiet und dem Loisachtal kommt, also aus oberen Schichten, hat das Wasser einen Härtegrad von rund 16, in Karlsfeld normalerweise von rund 4. „Aber das eine Wasser ist so gesund wie das andere“, sagt Betriebsleiter Stephan Kürzinger, seines Zeichens staatlich geprüfter Wassermeister. „Wir wollen da kein Ranking veranstalten.“ Und rein ist es sowieso überall.

Trinkwasser von hoher Qualität

Fasziniert erzählt Gemeindewerksleiter Martin Eberle, wie sein Sohn einmal eine offene Wunde hatte und der Chirurg sagte, die müsste öfter gespült werden. Und wie, bitte? „Mit Leitungswasser“, so der Arzt.

Damit das weiter so sauber in den Haushalten ankommt, wird das Wasser alle 14 Tage mikrobiologisch untersucht. Zusätzlich erstellen zweimal im Jahr zwei unabhängig voneinander arbeitende Labore eine chemische Trinkwasseranalyse. Sie ist im Internet einsehbar.

Stolz ist man im Wasserwerk auch darüber, überhaupt die Lizenz zu haben und zu behalten, „in diesen Tiefen“ bohren zu dürfen. Das Wasserwirtschaftsamt setzt da sehr strenge Maßstäbe an, um die Ressource Wasser zu schonen. Deshalb ist die sorgfältige Pflege der Brunnen so wichtig.

Die aktuelle Sanierung war mit 1,8 Millionen veranschlagt. Durch den Bauboom und die Erhöhung von Materialkosten werden es wohl 500 000 Euro mehr werden. „Wir stehen zu dieser Maßnahme“, sagt Eberle.

Ob die Wasserkosten für den Bürger steigen, ist noch ungewiss. Derzeit kostet der Kubikmeter 1,74 Euro, stabil seit 2014. Sowieso sind die Gemeindewerke – Wasserwerk, Kläranlage und Heizkraftwerk – selbständig und finanzieren sich nicht über „den Steuerzahler“. Es wird so kalkuliert, „dass es auf Null ausgeht“, sagt Eberle, dass also die Einnahmen die Kosten decken.

Auf jeden Fall ist durch den Einsatz der insgesamt acht Mitarbeiter beim Wasserwerk das kostbarste Gut Wasser auf Dauer sicher. Und dank der Kenntnisse und Erfahrungen der Mitarbeiter der Brunnenfirma bei der Sanierung ist auch die lebensnotwendige Sauberkeit garantiert.

Die Generalsanierung von Brunnen drei wird sich noch bis ins nächste Jahr hinziehen. Die Reinigung von Brunnen fünf ist in einigen Wochen abgeschlossen. Weil bei ihm das Wasser aus den oberen, mineralischen Schichten kommt – er ist nur 95 Meter tief – wird das Wasser dann wieder härter und das Händewaschen geht schneller.

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