Karlsfelds Kulturreferentin Hildegard Brünich
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Karlsfelder Kulturreferentin, und zwar höchst offiziell, ist Hildegard Brünich. Ihr Gemeinderatskollege Stefan Handl ist „Kulturbürgermeister“, allerdings inoffiziell.

„Wir sind noch nicht verschwunden!“

Der Karlsfelder „Runde Tisch Kultur“ ist in Corona-Zwangspause, die Mitglieder aber wollen nicht untätig bleiben

Der „Runde Tisch Kunst & Kultur“ ist viereckig – wie wohl die meisten sogenannten runden Tische. Aber seit er 2017 in Karlsfeld gegründet wurde, hat er seinen Zweck vorzüglich auch im Karree erfüllt: Er bringt die Karlsfelder Kulturschaffenden zusammen, man lernt sich kennen. Und unter der Federführung der Gemeinde stellt er viel beachtete kulturelle Veranstaltungen auf die Beine. Die letzte war das internationale Kulturfestival „Kosmos“ im Juli 2019.

Karlsfeld ‒ Seit einem Treffen am 11. März 2020 ist „der Tisch“ jedoch nicht mehr zusammengekommen. Alle Planungen von damals wurden hinfällig, die Kultur ging in eine lange Corona-Zwangspause. Jetzt bekamen die rund 100 Aktiven per E-Mail Post von Bürgermeister Stefan Kolbe. Er erinnert daran, dass letztes Jahr einige Konzerte im Paulaner Seegarten und der „Kunstspaziergang“ wenigstens etwas kulturelles Leben gebracht hätten.

Für 2021 sieht er noch keine herrlichen Zeiten anbrechen: „Das gesellschaftliche Leben wird nicht nur vom Corona-Virus beeinträchtigt, sondern auch von seinen dramatischen finanziellen Auswirkungen auf den Gemeindehaushalt.“ Das heißt: Kein Maifest, „Kultur am See“ fraglich, ebenso eine Ausstellung in der Korneliuskirche, wenn Christkindlmarkt, dann sehr viel kleiner. Das zehnjährige Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Muro Lucano in diesem Jahr könne ebenfalls nicht groß gefeiert werden, man arbeite aber „intensiv“ an einem corona-konformen Programm.

Die Drei, die damit beschäftigt sind und die Kultur in Karlsfeld federführend in Schwung bringen, sind aus dem Gemeinderat Ingrid Brünich als Kulturreferentin und der zweite Bürgermeister Stefan Handl (beide CSU) sowie Konstantina Andriotis, sie ist im Rathaus zuständig für Presse, Öffentlichkeitsarbeit und eben Kultur. Während Brünich als Gemeinderätin ihren Titel offiziell erhalten hat, wird Handl inoffiziell schon mal gerne „der Kulturbürgermeister“ genannt. Und Andriotis könnte jederzeit als Karlsfelds „Kulturmanagerin“ gelten. Dieses kulturelle Dream-Team arbeitet seit Jahren engagiert, freundschaftlich und erfolgreich zusammen. „Und jetzt,“ sagt Ingrid Brünich, „wollten wir mit dem Brief ein Zeichen setzen: Wir sind noch nicht verschwunden!“

Ebenfalls noch da sind die vielen Kunst- und Kulturschaffenden, wenn sie auch gerade nicht sichtbar und hörbar sind. Ist Karlsfeld schon wegen seiner vielen Vereine bekannt, so dürfte manche Nachbarkommune erst recht neidvoll auf die Kultur-Szene blicken. Blaskapellen, Blockflötenensembles, Chöre, Erwachsenenbildung, Kunstkreise, Lesungen, Orchester, Tanz- und Theatergruppen – das mag ja auch andernorts gedeihen. Aber, wer bitte kann schon mit einer Gruppe „Hawaiischer Hula Tanz“ aufwarten oder mit jemandem, der „Ballroom Dance Music“ spielt oder mit einer echt bayerischen Rockband namens „Tchuro’s Gang“? Es wird höchste Zeit für ihre leibhaftigen Auftritte! Elfriede Peil

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