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Gemeindeverwaltung Karlsfeld sucht nach Grundstücken für Tiny-House-Siedlungen

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Tiny Houses
Der Gemeinderat Karlsfeld diskutierte in seiner jüngsten Sitzung über Tiny Houses, wie diese. © Jens Büttner/dpa

„Kleiner wohnen“ ist zum Trend geworden, zumindest in einer besonderen Form: Tiny Houses. Die winzigen Häuser werden auch in Deutschland immer mehr nachgefragt. Der Gemeinderat beschloss jetzt mehrheitlich, dass die Gemeindeverwaltung in Karlsfeld nach geeigneten Grundstücken für Tiny-House-Siedlungen suchen soll.

Karlsfeld – Vorausgegangen war ein entsprechender Antrag der CSU-Fraktion. Bei Tiny Houses handelt es sich um eine minimalistische Form von Wohngebäuden. Tiny heißt übersetzt etwa klein, putzig. Die Häuschen haben nicht mehr als 20 Quadratmeter. Und sie lassen sich relativ leicht bewegen. Auch eine zeitlich begrenzte Genehmigung könne eine Alternative sein, sagte CSU-Gemeinderat Christian Bieberle – etwa für zehn bis 15 Jahre. Schon im Antrag schrieb die CSU zudem, dass „die Anhänger der Tiny-House-Philosophie einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck hinterlassen“ wollten.

Hier erfuhr die CSU Unterstützung aus den Reihen der Grünen. Gemeinderätin Heike Miebach sagte, dass Tiny Houses „ein ökologisches Vorzeigeprojekt“ sei könnten, vor allem, wenn sie sich autark mit Strom versorgten. Die Idee sei „von Grund auf grün“. So stimmten die Gemeinderäte der Grünen am Ende auch mit der CSU.

Bei anderen Fraktionen stieß der CSU-Vorstoß hingegen auf Ablehnung. Tiny Houses stünden eher für „einen bestimmten Lebensstil“, sagte Adrian Heim (Bündnis für Karlsfeld), ein Beitrag zur Schaffung von kostengünstigem Wohnraum seien sie nicht. Beate Full sagte, dass Tiny Houses naturnahe Rest-räume blockieren würden, von denen es in Karlsfeld ohnehin wenig gebe.

Bauamtsleiter Günter Endres betonte, dass für die Aufstellung von Tiny Houses dieselben rechtlichen Grundlagen gelten wie für Neubauten. Im Außenbereich gebe es wegen der fehlenden Privilegierung kaum Chancen auf eine Genehmigung, im Innenbereich müssten sich Tiny Houses ebenso wie normale Häuser in die Umgebung einfügen. Auch müssten die Vorgaben der Stellplatzsatzung eingehalten werden.

Realistisch sei demnach eine Umsetzung über einen Bebauungsplan, in dem eigene Festsetzungen gelten würden. Außerdem verwies Endres auf das städtebauliche Ziel, flächensparend zu bauen, also in die Höhe. Die weitere Bevölkerungsentwicklung lasse eine „größere Baudichte“ erwarten. tol

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