Sie wurde nur ein Jahr alt: Stella starb vermutlich an den Folgen eines Fußtritts.
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Sie wurde nur ein Jahr alt: Stella starb vermutlich an den Folgen eines Fußtritts.

Junge Kätzin vermutlich durch Tritt in den Bauch tödlich verletzt – Zeugen gesucht

Wurde Stella Opfer eines Katzenhassers?

Karlsfeld – Stellas Leben endete qualvoll – sie wurde vermutlich von einem Katzenhasser brutal in den Bauch getreten, liegen gelassen und konnte auch von einer Tierärztin nicht mehr gerettet werden.

Am Mittwoch vor einer Woche machte sich Stella gegen 20 Uhr noch mal zum Abendspaziergang auf. „Ich habe sie immer um diese Uhrzeit rausgelassen, pünktlich um 22 Uhr war sie dann wieder da“, sagt ihr Frauchen Uta Becker-Schwarz. Als die einjährige Kätzin nicht erscheint, beginnt die Familie, sich Sorgen zu machen. Denn Stella, die seit September bei der Karlsfelder Familie in der Wohnsiedlung im Elsternweg lebt, war nicht die mutigste Vertreterin ihrer Zunft. Sie entfernte sich nie weit vom Haus, bei lauten Geräuschen machte sie sich immer gleich auf den Heimweg.

Uta Becker-Schwarz nimmt ihre Jacke und sucht nach Stella. Gegen 23 Uhr, nur wenige Meter entfernt, findet sie ihre offensichtlich schwer verletzte Katze in der Nachbarsgarage. „Ich habe bei einer Tierklinik angerufen, aber mir wurde gesagt, ich kann erst morgen kommen“, so die 65-jährige Karlsfelderin. Auf die Idee, ihre Haustierärztin anzurufen, kam sie im Schockzustand nicht. Sie wachte die ganze Nacht neben Stella und ging dann gleich am nächsten Morgen zu ihrer Tierärztin Dr. Mara Tipuric, die die Katze sofort gründlich untersuchte, Infusionen verabreichte und Röntgenaufnahmen machte.

Die erfahrene Veterinärin hat schnell den Verdacht, dass jemand die Katze in den Bauch „gekickt“ hat. Mit Wucht getroffen, ist Stella eventuell gegen einen Stein oder einen spitzen Gegenstand geprallt. Tipuric entdeckt eine Art Stichwunde am Oberschenkel. Zahlreiche „massive Hämatome“ finden sich zudem am Bauch und über dem linken Oberschenkel. Eine Schusswunde oder einen Autounfall vermutet die Tierärztin nicht.

Stella frisst, verhält sich ruhig und verbringt die Nacht in der Praxis. Doch am nächsten Morgen ist sie tot. Der Bauch ist prall. „Eventuell ist die Leber geplatzt“, so die Veterinärin, die versichert, dass Stella am Abend davor „stabil“ war.

Woran die einjährige Kätzin genau gestorben ist, wird nicht aufgeklärt. Familie Becker-Schwarz verzichtet auf eine Obduktion, alle sind im Schockzustand. Erst Tage später wenden Sie sich an die Polizei und auch an die Dachauer Nachrichten, um andere vor einem möglichen Tierhasser zu warnen. In derselben Straße ist am 11. März eine Katze als vermisst gemeldet worden. Uta Becker-Schwarz hat die Tat der Polizeiinspektion Dachau gemeldet und hofft, dass sich Zeugen melden, die am Mittwoch, 24. März, zwischen 20 und 22 Uhr im Elsternweg in Karlsfeld etwas beobachtet haben. Die Polizei weiß derzeit von keinen weiteren Fällen dieser Art im Bereich Elsternweg.

Stella ist nicht die erste Katze der Familie, die seit 34 Jahren im Elsternweg lebt. Kater Cäsar wurde angeschossen, überlebte aber. Kater Amadeus starb 2013, vermutlich hatte ihn ein Auto erfasst – und jetzt wurde vermutlich ihre kleine Stella totgetreten. Der Wunsch nach einem neuen Haustier steht bei Uta Becker-Schwarz derzeit ganz weit hinten auf der Liste: „Ich brauche erst mal eine Pause.“

SIMONE WESTER

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