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Abgestimmt wurde in geheimer Wahl (Bild rechts).

Konstituierende Sitzung des Gemeinderats Karlsfeld

Zoff und eine erfrischend nette Geste

Der neue Karlsfelder Gemeinderat hat sich am Dienstagabend konstituiert. Die Sitzung im Bürgerhaus war gerade ein paar Minuten alt, da wurde der erste Gemeinderat schon so richtig sauer. Später gab es dann aber auch eine erfrischend freundliche Geste des Entgegenkommens.

VON THOMAS LEICHSENRING

Karlsfeld – Der Karlsfelder Gemeinderat ist am Dienstagabend zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen. Erstmals sitzen 30 Frauen und Männer im Gremium. Weil die Gemeinde Karlsfeld vor wenigen Jahren die 20 000-Einwohnergrenze überschritten hat, vergrößerte sich das Gremium nach Gemeindeordnung um sechs Sitze.

Wegen der aktuellen Corona-Auflagen fand die Sitzung im Festsaal des Bürgerhauses statt. Nur dort ist es möglich, dass Gemeinderäte, Verwaltungsmitarbeiter und Zuhörer den nötigen Abstand zueinander einhalten können.

Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU) begrüßte die zwölf neuen Gemeinderäte. Er rief sie dazu auf, „unsere Gemeinde gemeinsam in die Zukunft zu führen“. Anschließend bat Kolbe die Neuzugänge zur Vereidigung auf die Bühne.

Der Gemeinderat beschloss dann, dass Karlsfeld nur einen und nicht mehrere Bürgermeister-Stellvertreter haben sollte, so wie bisher auch. Bernhard Wanka (CSU) schlug seinen Fraktionskollegen Stefan Handl vor, der dieses Amt schon in den vergangenen sechs Jahren innehatte. Auch die in den Karlsfelder Gemeinderat zurückgekehrten Grünen benannten eine Kandidatin: Birgit Piroué, Bündnis-Gemeinderätin und bei der Kommunalwahl im März unterlegene Bürgermeisterkandidatin.

Darauf meldete sich Ursula Weber zu Wort. Es sei zu begrüßen, dass auch eine Frau für den Posten kandidiere, sagte die CSU-Gemeinderätin. „Doch das Hauptkriterium muss die Qualifikation sein, nicht das Geschlecht.“ In einem längeren Wortbeitrag warb sie für Handl.

Dies wiederum stieß Adrian Heim sauer auf. Er sei „entsetzt und erschüttert“, dass die Wahlleitung – drei Mitarbeiter der Rathausverwaltung – eine Kandidatendebatte zugelassen habe, sagte der hörbar erzürnte Bündnis-Sprecher. Heim war zudem verärgert, weil man der Bündnis-Kandidatin Piroué die nötige Qualifikation abspreche.

In geheimer Wahl entfielen 20 Stimmen auf den CSU-Kandidaten Stefan Handl, zehn auf Birgit Piroué. Man darf angesichts dieses Ergebnisses davon ausgehen, dass CSU, SPD und Freie Wähler für Handl stimmten, Grüne und Bündnis für Karlsfeld für Piroué.

Die Ausschüsse des Karlsfelder Gemeinderats wurden nach dem Hare-Niemeyer-Verfahren besetzt. Demnach entfallen im Haupt- und Finanzausschuss sowie im Bauausschuss fünf Sitze auf die CSU, je zwei auf Bündnis, Grüne und SPD sowie ein Sitz auf die Freien Wähler.

Einstimmig beschloss der Gemeinderat die Einführung eines weiteren Ausschusses. Dieser soll für den Bereich Verkehr, Umwelt und Klima zuständig sein.

Auch wird es zwei weitere Referate geben: eines für Klimaschutz und eines für Radverkehr.

Thomas Fritsch von den Grünen wurde Referent für Klimaschutz. Referent für Radverkehr ist Franz Trinkl (SPD). Hier gab es mit Thomas Nuber von den Grünen einen weiteren Kandidaten. Trinkl erhielt 21, Nuber neun Stimmen.

Unmittelbar nach der Abstimmung stand Nuber auf, ging nach vorn zu Trinkls Platz und bot dem Referenten seine Mitarbeit und Unterstützung an.

Beide werden sich nun verstärkt dem Thema „Radverkehr“ widmen. Es gibt noch einen weiteren Grund für die Bestellung eines Referenten für Radverkehr. Karlsfeld will Mitglied im Arbeitskreis fahrradfreundlicher Kommunen werden. Die Bestellung eines Fahrradreferenten ist eine Voraussetzung für eine Mitgliedschaft (ausführlicher Bericht über die Vergabe der anderen Referate folgt).

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