Eintracht-Präsident Rüdiger Meyer

"Partner, nicht Bittsteller"

Karlsfeld - Seit zwei Jahren ist Rüdiger Meyer Präsident des TSV Eintracht Karlsfeld. Er ist stolz darauf, dass 1700 Kinder und Jugendliche im Verein Sport treiben. Auch deshalb wünscht sich Meyer, dass der Verein von Gemeinde und Gemeinderat nicht mehr als Bittsteller wahrgenommen wird, sondern als Partner.

Die Kritik von Meyers Amtsvorgänger Toni Cremers auf der Jahresversammlung, die Gemeinde könnte und sollte mehr tun für den Verein, hat Diskussionen und durchaus auch Unmut im Gemeinderat ausgelöst (wir berichteten). Mittlerweile sind die Wogen geglättet – man hat ja grundsätzlich Verständnis für den anderen: Der TSV ist an seinen Kapazitätsgrenzen angelangt oder hat sie überschritten, die Gemeinde kann den gewünschten Ausbau der Sportstätten nicht bezahlen.

Immerhin: Mit Fertigstellung der neuen Schule an der Krenmoosstraße wird Karlsfeld eine Dreifachhalle mehr haben, wenn das Gymnasium kommt, noch eine. Heilfroh ist Meyer, dass sein Verein die Sporthalle der Fachoberschule nutzen kann. „Wir sind der FOS sehr dankbar, endlich können wir auch westlich der Bahn Sport anbieten“, sagte der TSV-Präsident bei einem Pressegespräch. Der TSV braucht allerdings auch zusätzliche Sportflächen im Freien sowie kleine Räume und Lagermöglichkeiten.

Meyer sagte aber auch: „Ohne finanzielle Grundlagen wollen wir nicht wachsen.“ An eine Sportstättenerweiterung in Eigenregie mithilfe des BLSV zum Beispiel ist nicht zu denken, weil der TSV auch hier Geld aufbringen müsste, das er nicht hat. Die Rede ist von 700 000 Euro.

Wie Geschäftsführer Roland Lorber mitteilte, hat der Verein derzeit 626 000 Euro Schulden, vor allem resultierend aus früheren Bau- und Sanierungsmaßnahmen. Die Darlehen können problemlos bedient werden, die Finanzlage ist insgesamt in Ordnung. Für kurzfristig anfallende Ausgaben stehen 84 000 Euro in der Rücklage, ein bisschen weniger als die von Lorber angestrebten 100 000 Euro.

Der Beschluss im Jahre 2010, die Fotovoltaikanlage auf dem Tennishallendach selbst zu betreiben und nicht zu vermieten, hat sich als richtig erwiesen. Die Anlage hat seither rund 70 000 Euro Überschuss eingebracht, das Geld fließt direkt in den Sportbetrieb.

Der TSV Eintracht ist nach wie vor der größte Verein im Landkreis Dachau. Was Meyer und Lorber hier federführend managen, hat in vielerlei Hinsicht die Dimension eines mittelständischen Unternehmens. 2015 lagen die Einnahmen und Ausgaben bei gut 1,2 Millionen Euro, 2014 waren es sogar fast 1,6 Millionen Euro. Und Hunderte Mitglieder sorgen mit ihrem ehrenamtlichen Engagement dafür, dass der Verein läuft und lebendig bleibt. 220 Übungsleiter sind allein im Kinder- und Jugendbereich tätig. Meyer: „Was wir an Jugendarbeit leisten, finde ich von der Gemeinde nicht genügend gewürdigt.“

Als Beispiel nannte der TSV-Chef den Übungsleiterzuschuss, den die Gemeinde gewährt. Dieser sei auf 25 000 Euro pro Jahr gedeckelt und seit vielen Jahren unverändert. Die Gemeinde sei in einer komfortablen Lage, so Meyer, weil der TSV „alles unter einem Dach“ anbiete. Wären die Abteilungen eigenständige Vereine, wäre dies für die Gemeinde wegen höherer Zuschüsse teurer. Und im Rathaus müssten Aufgaben übernommen werden, die jetzt TSV-Mitglieder ehrenamtlich erledigten. (tol)

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