Überall Knöpfe und Tasten – die Technik ist auf dem neuesten Stand: Das freut Thomas Theil (links) und Michael Peschke.  map

Wie im Cockpit eines Raumschiffs

Karlsfeld - Zwei Telefone, vier Monitore und ganz viele verschiedene Knöpfe und Tasten: Die neue Einsatzzentrale der Freiwilligen Feuerwehr Karlsfeld sieht ein bisschen so aus wie das Cockpit eines Raumschiffs. Mit Lichtgeschwindigkeit fliegen oder beamen kann die FFW zwar nicht, die Technik ist aber auf dem allerneuesten Stand.

„Die alte Einsatzzentrale war schon über 20 Jahre alt“, erklärt Pressesprecher Thomas Theil. Im Zuge der Umstellung aller Kreisfeuerwehren auf Digitalfunk entstanden auch die neuen und moderneren Bildschirm- und Funkarbeitsplätze bei der FFW Karlsfeld. „Über 25 000 Euro hat das alles gekostet“, schätzt Michael Peschke, einer von zwei Digitalfunkbeauftragten der Wehr. Bezahlt hat alles die Gemeinde.

Bis auf die Verlegung des neuen Bodens ist laut Thomas Theil alles Eigenarbeit gewesen. Michael Peschke ist für die neue Technik extra geschult worden. „Quasi als eine Art Multiplikator habe ich dann unsere Mannschaft an das neue System herangeführt“, erklärt der Digitalfunkbeauftragte. Der Titel hört sich kompliziert an, der neue Funk „ist aber ähnlich dem alten, analogen“, meint Thomas Theil. Natürlich müssen sich die Feuerwehrler noch ein bisschen mit der neuen Technik vertraut machen, die Einsatzzentrale steht erst seit Mitte Dezember.

Der Digitalfunk bietet jedoch viele Vorteile. „Wir können hier die Einsätze aus der Leitstelle in Fürstenfeldbruck annehmen und von hier aus alles koordinieren“, erklärt Thomas Theil. Welches Personal, welche Geräte - all das kann die FFW Karlsfeld über ihre Einsatzzentrale kommunizieren.

Die Einsätze können die Feuerwehrler hier in der Zentrale eigenständig abarbeiten. „Im Digitalfunk können auch Sondergruppen erstellt werden, mit Einsatzkräften der Polizei und vom Katastrophenschutz“, sagt Thomas Theil. Falls der Funk einmal ausfallen sollte, gebe es auch noch den alten Analogfunk.

Das neue „Herzstück des Gerätehauses“ steuert auch die Technik im Gerätehaus selbst. Theil verweist auf die roten Knöpfe, durchnummeriert von eins bis zwölf. „Damit lassen sich die Tore und Einfahrten bedienen - öffnen und schließen.“

Sein persönliches Highlight sind die beiden neuen Telefone. „Die haben endlich einen Bildschirm“, freut er sich. Die alten Telefone hatten das nicht. „Es war einfach nicht mehr zeitgemäß.“ Die neuen Exemplare lassen sich sogar auch per Bluetooth, also kabellos, bedienen.

Auf den Bildschirmen trudeln währenddessen immer wieder neue Nachrichten ein. „Das sind Meldungen unserer App“, klärt Theil auf. Die Anwendung „FF Agent“ ist ein Informationssystem für die Handys der Feuerwehrler. Die Einsatzkräfte können sich für die Bereitschaft eintragen und bekommen über die die App alle wichtigen Termine und Informationen.

„Wir sehen so auch, wer einsatzbereit ist und wer nicht.“ Parallel zum Piepser schlägt dann auch das Handy mithilfe der Anwendung Alarm. Alle Informationen landen am Ende wieder in der Einsatzzentrale.

Dazu kommen eine ganze Menge weiterer Funktionen, die die Feuerwehrler über die Arbeitsplätze bedienen können: die Abgasabsaugung in den Hallen oder das Notstromaggregat. Alle Klingel- und Alarmdurchsagen sind digitalisiert, und eine neue Haussprechanlage wurde instaliert. „Ebenfalls neu ist unsere Wetterstation“, sagt Theil stolz und zeigt auf einen grauen Bildschirm. „Sensoren auf dem Dach messen alle wichtigen Wetterdaten.“

Thomas Theil und auch Michael Peschke sind zufrieden: „Bis jetzt läuft alles gut, die Technik ist zuverlässig. So soll es auch noch die nächsten 15 bis 20 Jahre bleiben.“

Maximilian Pichlmeier

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