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Tödliche Passage: Erst auf den zweiten Blick erschließt sich das Werk von Klaus Kühnlein dem Betrachter.

Kunstkreis-Ausstellung "Seh am See"

Kunst am und im Wasser

Karlsfeld - Kunst am und oft sogar im Wasser: Das ist die Ausstellung „Seh am See“ des Karlsfelder Kunstkreises. Heuer feierte sie Jubiläum – und hätte dennoch beinahe nicht stattgefunden.

Bunt ging es am vergangenen Wochenende wieder zu am Nord-Ost-Ufer des Karlsfelder Sees. Denn 36 Künstler aus dem Landkreis und von weiter her stellten dort Kunstobjekte aus: Skulpturen aus Alltagsgegenständen, Objekte aus Ton, Bilder mit Acrylfarben und vieles weitere war auf dem Rasen sowie im Wasser zu sehen. Es war eine besondere „Seh am See“-Ausstellung des Karlsfelder Kunstkreis, denn sie feierte ihren 30. Geburtstag.

Dabei war es vor einigen Monaten gar nicht sicher gewesen, ob die Jubiläumsausstellung erneut stattfinden soll. „Viele waren sich unsicher, denn so eine Ausstellung macht Arbeit“, erklärt Kunstkreis-Gründer und Vorstand Dieter Kleiber-Wurm. Immerhin ist viel Vorbereitung und Papierkram nötig. Die Genehmigung vom Landratsamt holen, Parkausweise für die Aussteller besorgen und Künstler anschreiben und einladen zum Beispiel. Doch als man im Vorstand des Karlsfelder Kunstkreises feststellte, dass es der 30. Geburtstag von „Seh am See“ wäre, wollten auch die Skeptiker, dass diese Ausstellung 2016 erneut stattfindet.

36 Künstler fanden sich schließlich, die ihre Kreativität zeigen wollten, 17 davon sind Kunstkreis-Mitglieder und 19 Gastaussteller. Einige davon kamen aus Augsburg, Niederbayern oder sogar extra vom Tegernsee angereist. Dies zeigt, dass die Ausstellung schon weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt ist.

In den Anfangsjahren hat daran noch niemand geglaubt, vor allem wenn man bedenkt, wie die erste „Seh am See“-Ausstellung zustande kam. Kleiber-Wurm: „1985 in der Weihnachtssitzung des Vereins erwähnte ich eher im Nebensatz, dass eine Ausstellung im Freien doch etwas Tolles wäre.“ Am nächsten Tag stand in der Tagespresse: „Kunstkreis organisiert Freiluft-Ausstellung.“ Da war Kleiber-Wurm erst mal baff. Er dachte sich aber auch: „Dann machen wir das.“

Ein Jahr später hieß es dann zum ersten Mal „Seh am See“, damals aber noch auf der Ochsenwiese und nur für einen Tag. „Es hat die Sache vereinfacht, dass ich sechs Jahre im Gemeinderat Mitglied war“, erinnert sich der Kunstkreis-Vorsitzende. Das habe vieles leichter gemacht.

Der Kunstkreis machte mit dieser Idee auch einmal Halt auf dem Seeberg, bis das Nord-Ost-Ufer schließlich als perfekter Ort gefunden wurde. „Wir haben hier direkten Zugang zum See, der Weg geht wie ein Halbkreis einmal um die Wiese, so bildet sich ein schöner Kreis“, beschreibt Kleiber-Wurm den Ort in der Nähe der Beachvolleyball-Plätze, wo am vergangen Wochenende zur Eröffnung rund 200 Gäste kamen, darunter Bürgermeister Stefan Kolbe, Altlandrat Hansjörg Christmann und Landrat Stefan Löwl.

„Einige Werke sind lustige Spielereien, andere sind sozialkritisch“, lobte Kleiber-Wurm die bunte Mischung. Vor allem die Kunstwerke direkt am Ufer kritisierten thematisieren den gefährlichen und tausendfach tödlichen Weg der Flüchtlinge übers Mittelmeer. Aber auch die Baumfällungen am Karlsfelder See oder die allgemeine Verdichtung der Städte gaben Stoff für kritische Arbeiten. Dekorative Objekte aus Ton, Riesenorigami aus Milchtütenkarton und bunte Skulpturen aus Schwämmen, Kabeln, Holz oder Metall lockerten den Rundgang am Ufer auf.

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