+
Sie hat den blitzgescheiten Detektiv mit den seltsam langen Ohren erschaffen: die Autorin Ruth M. Fuchs.

Die Karlsfelder Autorin Ruth M. Fuchs veröffentlicht Band fünf der Reihe „Erkül Bwaroo ermittelt“

Ein neuer Fall für den Elfendetektiv

Die ersten schriftstellerischen Erzeugnisse landeten nicht im Müll, aber sie verschwanden in der Schublade. Zu Recht, wie Ruth M. Fuchs einräumt: „Die Geschichten waren grauenvoll!“ Doch die Karlsfelderin schrieb weiter. Und der Erfolg kam – mit einem blitzgescheiten Detektiv mit seltsam langen Ohren.

Karlsfeld – „Bücher sind etwas Wunderbares.“ Sie lese so ziemlich alles, sagt Ruth M. Fuchs – „in der S-Bahn, im Liegestuhl, in der Badewanne“. Besonders angetan war die heute 55 Jahre alte Karlsfelderin schon immer von fantastischen Geschichten, von Märchenwelten, Mythen und Sagen. Ruth M. Fuchs tauchte tief ein in den Scheibenwelten-Zyklus der Fantasyliteratur-Ikone Terry Pratchett und in historische Romane mit einem Schuss Übersinnlichem wie Umberto Ecos „Baudolino“.

Den bedeutendsten Eindruck aber hinterließ Agatha Christie. Die große Krimiautorin nennt Fuchs schlicht „mein großes Vorbild“. Welche Art von Geschichten die gebürtige Straubingerin schreiben würde, lag fast schon auf der Hand: „Ich hab’ alle Genres zusammengeschmissen mit noch ein bisserl Grimms Märchen dazu.“ Agatha Christie im Märchenland, mit viel Humor und Verstand: So lässt sich die Krimireihe zusammenfassen, in der Ruth M. Fuchs soeben den fünften Teil veröffentlicht hat.

Vor einigen Jahren war Ruth M. Fuchs Herausgeberin des Magazins „Neues aus Anderwelt“, durch Zufall, wie sie sagt. In diesem Magazin erschien auch die eine oder andere Geschichte der Herausgeberin. Auf diese Geschichten wurde der Eulen Verlag aufmerksam. Die Verlagsleute baten die Karlsfelderin darum, ein Buch über Elfen, Kobolde, Zwerge, Trolle und sonstige Geschöpfe fantastischer Welten zu schreiben. Ruth M. Fuchs schrieb – ein Sachbuch. „Danach ließ mich das Schreiben nicht mehr los“, sagt Ruth M. Fuchs. Aufs Sachbuch folgten Romane – und zwar die Detektivgeschichten rund um die Hauptperson: Erkül Bwaroo.

Schon der Name des Protagonisten ist eine Hommage an Agatha Christie – mit Hercule Poirot, den belgischen Detektiv mit dem großen Schnurrbart. „Erkül Bwaroo“ ist die nicht nur „Hercule Poirot“ in Lautsprache, er hat auch einen Schnurrbart wie sein Vorbild. Doch ein weiteres körperliches Merkmal unterscheidet Bwaroo von Poirot: die langen Ohren. Denn Erkül Bwaroo ist ein Elf!

Mit seinen kleinen grauen Zellen und viel Humor löst Bwaroo seine Fälle. Das erste Buch erschien 2013 und wurde so ein Erfolg, dass aus dem Einzelwerk die Reihe „Erkül Bwaroo ermittelt“ wurde. Band fünf trägt den Titel „Rosen für Erkül Bwaroo“.

Dieses Mal ist es Elfenkönigin Titania persönlich, die ihn mit der Ermittlung in einem Mordfall beauftragt. Bwaroo ist darüber nicht sehr glücklich, denn die Hauptverdächtige ist seine eigene Tante – und die ist alles andere als gut auf ihn zu sprechen. Trotzdem begibt er sich mit seinem treuen Diener Orges an den Tatort: ein Filmset. Eine der Schauspielerinnen wurde mitten in einer Szene vergiftet. Bwaroo muss erkennen, dass in der Filmwelt Eifersüchteleien, Lügen und Intrigen an der Tagesordnung sind. Bald gibt es mehr Verdächtige, als ihm lieb sind. „Rosen für Erkül Bwaroo“ ist ein abgeschlossener Fall. Man muss also nicht die anderen Bücher der Reihe kennen, um ihn lesen zu können.

An solch einem Roman schreibt die Karlsfelderin etwa ein halbes Jahr. Anschließend wird umgeschrieben, dann kommt das Lektorat. Bis die Endfassung steht, ist ein Jahr rum. Schreiben ist Passion, erfordere aber auch Disziplin, so Ruth M. Fuchs. Sie schwört auf die 100-Worte-Regel. 100 Worte am Tag sind also selbst inmitten der größten Schreibblockade das Minimum, das produziert werden muss. „Im Fluss sind es ganz schnell 1000 Worte.“ Und die landen längst nicht mehr in der Schublade. 

Das Buch

„Rosen für Erkül Bwaroo“ ist im Raposa Verlag erschinen, 272 Seiten, ISBN: 978-3-981029-4-8; Taschenbuch

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mit Hitlerbärtchen in die Walachei
Das Bergkirchner Hoftheater führt Tschick auf: Die Helden des Stücks fahren dabei durch die ostdeutsche Provinz und erleben den Sommer ihres Lebens.
Mit Hitlerbärtchen in die Walachei
Patrizia Hierzer freut sich auf ihr neues Leben
Patrizia Hierzer bekam im Mai eine schreckliche Diagnose: Blutkrebs. Doch die Indersdorferin nahm den Kampf gegen ihre Krankheit auf. Sie fand einen passenden …
Patrizia Hierzer freut sich auf ihr neues Leben
Polizei schnappt zwei notorische Sprayer
Die Polizei hat zwei Sprayer geschnappt, denen insgesamt 170 Fälle von Sachbeschädigung zur Last gelegt werden. Der Schaden, den die beiden Dachauer anrichteten, ist …
Polizei schnappt zwei notorische Sprayer
Was der Jugend gefällt – und was nicht
Die jungen Leute aus Tandern wollen einen eigenen Raum. Die Gemeinschaft mit den Gleichaltrigen aus Hilgertshausen soll dadurch aber nicht leiden. Das wurde bei der …
Was der Jugend gefällt – und was nicht

Kommentare