Karlsfelder Finanzen: "bisher ungekannte Verschuldungsdimension"

Karlsfeld - Reinhard Pobel (SPD) sprach von „irren Zahlen“, Stefan Handl (CSU) von „einer Verschuldungsdimension, die wir bisher nicht kannten“. Im Hauptausschuss des Gemeinderats wurde am Dienstag deutlich, wie knüppelhart Karlsfeld von der 5,5-Millionen-Zahlung an Eon getroffen wird. Aber es gibt auch gute Nachrichten.

Wie berichtet, muss Karlsfeld zusätzlich Schulden machen, um Eon 4,9 Millionen Euro zu viel entrichtete Gewerbesteuer sowie 600 000 Euro Zinsen zurückzuzahlen. Was das für die Gemeindefinanzen bedeutet, demonstrierte Pobel mit einer einfachen Rechnung: Zu 6,7 Millionen alten Verbindlichkeiten kommen die 5,5 Millionen an Eon hinzu. Und obendrauf muss Karlsfeld heuer mindestens noch 5 Millionen aufnehmen, um dringende Investitionen zu finanzieren, etwa Brandschutzmaßnahmen an der Grundschule. Macht gesamt rund 17 Millionen.

„Wenigstens ist die momentane Zinslage relativ gut“, sagte Bürgermeister Stefan Kolbe. Auf Nachfrage Pobels versicherte er, dass Karlsfeld genug Geld einnimmt, um alle Schuldendienste zu stemmen. Wolfgang Offenbeck (CSU) fügte an, dass die Pro-Kopf-Verschuldung mit 800 bis 950 Euro - je nach Höhe der diesjährigen Kreditaufnahmen - dennoch ein gutes Stück unter dem bayerischen Schnitt von 1217 Euro liegen wird. Gemeinden in anderen Bundesländern melden Pro-Kopf-Verschuldungen von bis zu 6000 Euro. „Vielen geht es noch viel schlechter, auch wenn uns das nicht hilft“, sagte Offenbeck. Zumindest aber könne man die Bürger in Karlsfeld mit diesem Hinweis beruhigen.

Kämmerer Alfred Giesinger durfte die erfreulichen Neuigkeiten überbringen: 2012 hat er rund 2 Millionen Euro mehr an Steuern eingenommen als veranschlagt. Zudem wurden im vergangenen Jahr rund 640 000 im laufenden Gemeindebetrieb eingespart. Und die Kreisumlage, die jede Gemeinde an den Landkreis abzuführen hat, wird sich im Jahr 2015 für Karlsfeld um etwa 2 Millionen Euro reduzieren. Denn die Höhe dieser Umlage orientiert sich stets an der Finanzkraft zwei Jahre zuvor.

2013 demnach - das Jahr, das für die Gemeindekasse so unerfreulich aussieht. Immerhin: Kolbe geht nicht davon aus, dass von irgendwo noch eine Nachzahlung in der Eon-Größenordnung droht: „Noch so ein Hammer ist eher nicht zu erwarten.“ (tol)

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