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Roter Strich heißt: Der Baum muss weg. Bei den mit roten Punkten markierten Bäumen wird das Totholz entfernt.

Karlsfelder See

86 Bäume werden gefällt

Karlsfeld - Rund 200 Bäume am Karlsfelder See sind in den vergangenen Wochen markiert worden. Mancher Spaziergänger stellte sich die bange Frage: Müssen die alle gefällt werden? Antwort: nicht alle. Aber 86 Bäume werden entfernt.

Das Landratsamt Dachau hat schon vor einigen Wochen mitgeteilt, dass einige kranke oder nicht mehr standfeste Bäume am Karlsfelder See gefällt werden müssen. Bei einer Informationsveranstaltung gestern Nachmittag in der Gaststätte Poseidon wurden die Ergebnisse einer Untersuchung der Öffentlichkeit vorgelegt. Demnach hat der externe Sachverständige Dr. Georges Lesnino dem Landratsamt empfohlen, 86 Bäume zu fällen. Insgesamt hatte Lesnino 208 Bäume untersucht. Bei einigen wird nur Totholz entfernt, einige wenige werden zudem gekappt.

Landrat Stefan Löwl trat der Kritik entgegen, dass das Landratsamt am Karlsfelder See einen Kahlschlag vornehme. „Da stehen zwischen 8000 und 10 000 Bäume im Erholungsgebiet Karlsfelder See, von Kahlschlag kann man da also nicht sprechen.“

Die meisten Bäume müssen wegen Totholz gefällt werden, es handelt sich überwiegend um Weiden und Pappeln. Andere Bäume haben Stammrisse, Stammfäule oder andere Auffälligkeiten.

Der Landkreis Dachau muss am Karlsfelder See seiner Verkehrssicherungspflicht nachkommen. „Wenn Sie in den Wald gehen, sind Sie für sich selbst verantwortlich“, sagte Löwl. In einem Naherholungsgebiet wie am Karlsfelder See ist die Rechtslage jedoch eine andere. Deshalb muss der Landkreis für Sicherheit von Spaziergängern und Badegästen sorgen.

Viele Bäume wurden Ende der 60er und Anfang de 70er Jahre gepflanzt, als das Naherholungsgebiet entstand. „Der Baumbestand dort kommt jetzt ins Alter“, so Löwl. Lesnino sagte, dass es jetzt sinnvoll sei, den Baumbestand zu verjüngen.

Es wird also Ersatzpflanzungen geben, wenn auch nicht zwangsläufig eins zu eins. Wie die Fachleute vom Landratsamt betonten, müsse jedoch ein bis zwei Jahre gewartet werden, ehe ein gefällter Baum an derselben Stelle ersetzt werden kann. So lange dauert es, bis sich der Boden erholt hat. Wie viele und welche Bäume gepflanzt werden, steht noch nicht fest.

Unabhängig von diesen Ersatzpflanzungen nimmt der Erholungsflächenverein in Kürze Neupflanzungen im Zuge der Sanierungsmaßnahmen am See vor. 39 Bäume werden gepflanzt.

Der Landkreis möchte für den Baumbestand am Karlsfelder See nun ein Pflege- und Umbaukonzept erstellen. Zudem ist vorgesehen, zwei Mal im Jahr eine Baumschau vorzunehmen.

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