Gemeindehaus Sittenbach: Eine Dachsanierung soll den weiteren Verfall verhindern. SM

Keine Dachsanierung im Finanzplan

Odelzhausen - 2012 beschlossen, 2013 übergangen: Im Haushaltsplan der Gemeinde war die Dachsanierung des Gemeindehauses Sittenbach nicht berücksichtigt worden. Gemeinderätin Kappes entdeckte die Taktik, die Maßnahme durch die Hintertüre zu verhindern.

Der Gemeinderat hat mit knapper Mehrheit die nachträgliche Aufnahme von 50 000 Euro für die Sanierung des Gemeindehauses im Ortsteil Sittenbach beschlossen. Im ursprünglichen Haushaltsentwurf für dieses Jahr waren entgegen eines Gemeinderatsbeschlusses keine Gelder für die Sanierung vorgesehen. Gemeinderätin Elisabeth Kappes (BGO) bemerkte kurz vor der Abstimmung über den Gesamthaushalt das Fehlen des Haushaltsansatzes für die Renovierung des Gemeindehauses und beantragte die nachträgliche Aufnahme in den Haushalt. Die folgende Abstimmung verlief so knapp wie nur möglich: Acht Gemeinderäte sprachen sich für einen Haushaltsansatz, sieben dagegen aus. Falls die Gelder benötigt werden, muss die Gemeinde ein Darlehen aufnehmen.

Elisabeth Kappes (BGO) echauffierte sich am Ende der Haushaltsdebatte über das Fehlen der Mittel: „Der Gemeinderat hatte bereits klar beschlossen, Geld für die Sanierung des Daches bereitzu stellen. Warum wurde dieser Beschluss nicht umgesetzt. Das kann man nicht einfach weglassen.“ Bürgermeister Konrad Brandmair (CSU) konterte klar und ablehnend: „Das wurde bewusst weggelassen. Der damalige Beschluss galt nur für 2012. Wir haben jetzt ein neues Haushaltsjahr.“

Seit Monaten wird über das marode Gemeindehaus der ehemals selbstständigen Gemeinde Sittenbach gestritten (Wir haben ausführlich berichtet). Eine Sanierung des Daches sollte weitere Schäden vermeiden sowie eine Zeitspanne für die Begutachtung des Gebäudezustandes und eine endgültige Meinungsbildung schaffen. Ein Teil der Gemeinderäte will das sanierungsbedürftige Gebäude als Gemeinschaftshaus erhalten. Dafür hat sich sogar ein rühriger Heimatverein in Sittenbach gegründet, der mit viel ehrenamtlicher Eigenleistung anpacken will.

Die Gegenseite möchte das leerstehende Gebäude abreißen, ohne aber bisher eine Alternative zu benennen. Sie fürchtet vor allem immens hohe Kosten bei einer Sanierung. Mehrere Begutachtungen brachten diverse weit auseinander liegende Ergebnisse. Für die Bereitstellung von 50 000 Euro stimmten alle Gemeinderäte der Bürgergemeinschaft Odelzhausen (BGO) und der Freien Wähler. Dagegen votierten mit Bürgermeister Konrad Brandmair die CSU-Fraktion und Klaus Rössle (SPD). (sm)

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