Es fehlen 18 Kindergartenplätze

Nachfrage für Kinderbetreuung zu groß

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Odelzhausen - Als 2014 das neue Kinderhaus in Odelzhausen gebaut wurde, schien die Nachfrage in der Kinderbetreuung auf viele Jahre gesichert. Weit gefehlt: Im Herbst fehlen schon wieder Betreuungsplätze.

In der Gemeinde Odelzhausen gibt es zu wenig Kindergartenplätze. In der jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat über das Problem beraten. Dabei wurde deutlich: Eine schnelle Lösung zu finden ist nicht einfach. Doch zumindest ein Projekt kann womöglich kurzfristig realisiert werden.

18 Kindergartenplätze fehlen in der Gemeinde Odelzhausen. Das ging aus den Zahlen hervor, die Bürgermeister Markus Trinkl in der Gemeinderatssitzung vorstellte. Demnach sind bei der Gemeinde 26 Anmeldungen für die Krippe und 53 für den Kindergarten eingegangen. Bei den Krippenkindern gibt es zwei Plätze zu wenig – hier lassen sich wohl Lösungen finden.

Bei den Kindergartenkindern ist die Situation schwieriger. Dabei hat die Gemeinde Odelzhausen erst im Jahr 2014 ein neues Kinderhaus gebaut; vier Kindergarten- beziehungsweise Krippengruppen sind dort untergebracht. Doch bei den Planungen ist einiges schief gelaufen: „Ein Geschäftsmann, der so planen würde, müsste aufhören“, sagte Wolfgang Steininger in der Sitzung (FW Odelzhausen) verärgert. „Wir haben fünf Mal nachgefragt, ob es reicht für die nächsten Jahre. Und nach zwei Jahren wissen wir, dass es nicht reicht.“

Jetzt müssen die Räte sich schneller als gedacht wieder mit dem Thema Kinderbetreuung beschäftigen. Ein Projekt, um die Lücke bei den Betreuungsplätzen zu schließen, ist schon in Planung: Es soll ein Waldkindergarten eingerichtet werden. Diese Idee kam von einer Bürgerin auf der Bürgerversammlung.

Die Gemeinde hat inzwischen ein geeignetes Grundstück ausfindig gemacht: die alte Sandgrube in Dietenhausen. „Der Förster sagt, der Standort wäre hundertprozentig geeignet“, erklärte Bürgermeister Markus Trinkl. „Es wäre ein Ort, wo die Kinder den Wald erleben können.“

Der Platz hat mehrere Vorteile: Er ist in Gemeindebesitz, grenzt an den Schulwald und ist gut zu erreichen. Jetzt geht es darum, einen geeigneten Träger für den Waldkindergarten zu finden, möglich wäre auch eine Elterninitiative. Bei der Gemeinde Odelzhausen haben schon einige Eltern großes Interesse bekundet. Wenn alles klappt, können sie ihre Kinder noch in diesem Jahr dort betreuen lassen: „Es ist denkbar, den Waldkindergarten schon zum 1. September umzusetzen“, sagte Trinkl.

Mit einem Waldkindergarten allein ist aber das Betreuungsproblem noch nicht gelöst. Odelzhausen ist eine Zuzugsgemeinde, die Nachfrage nach Kindergartenplätzen wird auch in Zukunft weiter steigen. Vermutlich wird die Gemeinde langfristig ohnehin eine weitere Einrichtung bauen müssen.

Kurzfristig soll das neugebaute zweite Kinderhaus erweitert werden. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder ein Anbau oder ein Aufbau auf dem Dach. Welche Option die bessere ist, darüber waren sich die Gemeinderäte nicht einig. Bürgermeister Markus Trinkl plädierte für den Anbau: „Ein Aufbau ist schwierig umzusetzen. Für einen einzigen Gruppenraum, der im ersten Stock machbar ist, rechtfertigt es den Aufwand nicht“, sagte er.

Das sah Paul Brandhofer (CSU) ganz anders: „Beim Bau des Hauses hieß es noch, dass die Aufstockung günstiger sei als ein Anbau. Mit Holzständerbauweise wäre das auch schnell realisiert“, argumentierte er.

Die Gemeinderäte einigten sich schließlich darauf, die Entscheidung über eine Variante noch einmal zu vertagen: Zuerst soll die Odelzhausener Gemeindeverwaltung Kostenschätzungen einholen.

cla

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