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Sehr sachlich ging es bei der gut besuchten Bürgerversammlung in Tandern zu.

Neuordnung des Betreuungskonzepts

Wohin sollen Schule und Kindergarten?

Tandern - Soll der Hilgertshauser Kindergarten auf das Hilgertshauser Schulgelände umsiedeln oder in Tandern gleich ein neues Schulhaus gebaut und das alte in Hilgertshausen zum Kinderhaus umgebaut werden? Gemeinderat und Landtags-Bildungsexperte stellte zwei Konzepte auf der Bürgerversammlung in Tandern vor.

70 Besucher gab es bei der Bürgerversammlung in Tandern, doch die Wortmeldungen hielten sich in Grenzen. Johanna Lugmair wollte wissen, wie das künftige Betreuungskonzept mit Kindergarten und Schule in der Gemeinde Hilgertshausen-Tandern aussieht. Vize-Bürgermeister Adolf Doldi, der anstatt des erkrankten Bürgermeisters Hans Kornprobst Rede und Antwort stand, gab diese Frage an den Bildungsexperten der SPD-Landtagsfraktion, Martin Güll weiter, der sich als Hilgertshauser Gemeinderat mit diesem Thema intensiv befasst. Der Kindergarten in Hilgertshausen sei viel zu klein und renovierungsbedürftig und die Grundschule in Hilgertshausen-Tandern mit zwei Schulhäusern nicht zukunftstauglich, sagte Güll. Der Kindergarten in Hilgertshausen wünsche sich möglichst schnell ein neues Haus. Die Eltern der Schulkinder dagegen legen Wert auf verlässliche Betreuungsmöglichkeiten in Hort und Kindergarten. Seitens der Schulleitung und der Lehrer sei der Wunsch gekommen, die Schule künftig in einem Haus unterzubringen.

Für Güll kommen zwei Lösungen in Frage: Lösung 1 (Wunsch des Kindergartens) sieht so aus: Durch Neubau und Umsiedelung des Hilgertshauser Kindergartens auf das Schulgelände wird die Kinderbetreuung nach der Krippe modern aufgestellt. Gleichzeitig könnte genügend Platz geschaffen werden, die Schulkinder in einem an den Kindergarten angegliederten Hort zu betreuen. Die Mittagsbetreuung könnte ebenfalls integriert und das Schulhaus damit entlastet werden. Der Nachteil bei dieser Lösung sei, dass eine Neuordnung der Schulkindergartenbetreuung über ein schulisches Ganztagesangebot nicht mehr möglich ist. Der Wunsch der Schule, nach einem Haus sei wirtschaftlich nicht umzusetzen.

Lösung 2 (Wunsch der Schule) könnte laut Güll so aussehen, dass aus zwei Schulhäusern ein gemeinsames wird. Als einziger wirtschaftlicher Standort müsse dabei Tandern ins Auge gefasst werden, weil hier die notwendige Schulturnhalle bereits vorhanden ist. Diese Lösung erfordere aber einen Schulhausneubau in Tandern und die Verwendung des Hilgertshauser Schulhauses durch Umbau und Erweiterung als Kindergarten. Das bestehende Schulhaus in Tandern könnte nach energetischer Sanierung als Ganztageszentrum und Gemeindehaus dienen.

Nicht zu übersehen ist, dass bei dieser Lösung Hilgertshausen kein Schulstandort mehr wäre und der Schulhausumbau in Hilgertshausen und der Schulhaus-Neubau in Tandern einen finanziellen Kraftakt für die Gemeinde wäre. Der gemeindeeigene Grund in Tandern sei eventuell zu knapp, und für den Kindergarten sei bei dieser Variante eine Zwischenlösung notwendig. Als Vorteil müsse bei dieser Lösung gesehen werden, dass die Grundschule durch moderne Lernlandschaften pädagogisch auf neuesten Stand gebracht werden könnte und die Schulkinderbetreuung in Kernzeit gebührenfrei unter dem Dach der Schule angeboten werden könnte.

Güll fasste zusammen, dass es im Gemeinderat für Lösung 2 vor allem wegen finanzieller Bedenken und dem Verlust des Schulstandorts Hilgertshausen noch keine überzeugende Mehrheit gibt, aber auch „Bauchweh“ bestehe, nur Lösung 1 anzustreben, mit der die Gemeinde eine große Chance liegenlassen würde.

Zum beabsichtigten Jugendraum in Tandern stellte Doldi fest, dass man dieses Thema zurückgestellt habe, bis endgültig Klarheit über das Betreuungskonzept besteht.

Was die Bürger natürlich interessierte, war der Neubau des Feuerwehrhauses in Tandern. Laut Doldi wird hier 2017 begonnen, die Gesamtkosten werden mit 1,3 Millionen Euro beziffert. Man habe eine Lösung gefunden, die eine Mehrzwecknutzung zulässt, müsse auf Bezuschussung aber noch warten.

Aus der Zuhörerschaft heraus wurde auch der Wunsch geäußert, dass die Erschließung des Feuerwehrhauses über einen Kreisverkehr noch geprüft werden sollte. Wie Doldi weiter ausführte, sei es auch Ziel der Gemeinde, neue Baugebiete in beiden Ortsteilen zu erschließen und die Abwasserbeseitigung für Hilgertshausen und Tandern zu verbessern. Dazu würde leider immer noch das Ergebnis der Prüfung einer Alternative ausstehen. Mitte Januar 2017 werde man laut Wasserwirtschaftsamt aber erfahren, ob eine Verbandskläranlage in Reichertshausen wirtschaftlich vertretbar erscheint.

ost

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