Neues Kinderhaus wird dreigruppig

Zwei Gruppen reichen nicht

Röhrmoos - Noch vor dem ersten Spatenstich für das neue Kinderhaus unterhalb des Burgkindergartens hat der Röhrmooser Gemeinderat eine Neuplanung beschlossen: Statt zwei- soll es nun gleich dreigruppig werden.

Bis zuletzt ging man im Gemeinderat von Röhrmoos davon aus, dass mit dem Bau eines zweigruppigen Horts der Bedarf an Kinderbetreuungseinrichtungen längerfristig gedeckt sei, doch nun ist Bürgermeister Dieter Kugler zu der Auffassung gekommen, dass schon bevor die Baumaschinen anrollen, die Planung auf zwei Gruppen nicht ausreichen wird.

Kugler zeigte dem Rathausparlament ausführlich auf, warum. Verschiedene Rahmenbedingungen würden sich nun anders darstellen, als man noch zu Jahresbeginn glaubte. Für die Kleinen in den Kindergärten im Gemeindebereich reiche der Platz nur aus, weil im Haus Benjamin in Schönbrunn im September eine weitere Kindergartengruppe in Betrieb geht. Im Krippenbereich würden 14 Kinder auf der Warteliste stehen. Kugler gab zu bedenken, dass von 2013 bis 2015 die Kinderzahl im Bereich bis zu drei Jahren um fast sechs Prozent zugenommen hat. Bei den Vier- bis Sechsjährigen hat sich im gleichen Zeitraum eine Steigerung von rund acht Prozent ergeben.

Viele Eltern von Kindern im Krippenalter seien auf so eine Einrichtung angewiesen. „Vor 20 Jahren gab es in den Familien noch Omas, die Omas sind heutzutage aber oft noch berufstätig.“ Auch die Situation der Zuzüge ohne Omas gewinnt immer mehr an Gewicht.

Die Planung für nur zwei Gruppen lasse sich noch stoppen, die Umplanung auf drei Gruppen führt aber zu einer Zeitverzögerung von ein paar Monaten. Laut Regierung von Oberbayern ist es möglich, den Förderantrag auf drei Gruppen zu erweitern. Weiter benötigt die Gemeinde eine Stellungnahme der Sachgebietsleiterin im Landratsamt und das Einverständnis der AWO, die das neu zu bauende Kinderhaus neben der Einrichtung in Großinzemoos betreuen wird.

„Es macht wenig Sinn, neu zu bauen, wenn wir jetzt schon wissen, dass wir nach einem Jahr bereits anbauen müssten“, fasste Kugler zusammen und fand schließlich die Zustimmung aller Fraktionen im Gemeinderat.

Es gibt die Möglichkeit, die Hortkinder während der Verzögerung durch die Neuplanung in der Mittagsbetreuung der Schule unterzubringen. Dass man durch den sofortigen, größeren Neubau rund 50 000 Euro an Kosten spart, muss laut Geschäftsleiter Erwin Zelenka die zu ändernde Planung schon wert sein.

Die Freie Wähler-Gemeinderätin Ulrike Mayer-Lange, die ja im St. Johannes-Kindergarten von Röhrmoos tätig ist, erklärte, dass auch sie es für vernünftig erachtet, gleich größer zu bauen, sich aber Krippe und Hort in einem Haus schlecht vereinbaren lassen. Laut Bürgermeister soll die neu zu bauende dritte Gruppe aber ohnhin keine Krippen- sondern eine Kindergartengruppe werden.

CSU-Gemeinderat Stefan Sedlmair konnte vom Bürgermeister beruhigt werden, was die Förderung einer weiteren Gruppe angeht. „Die Bedarf ist auf jeden Fall da“, so Kugler. Der Bürgermeister will nicht in Panik verfallen, hat aber auch schon den in zwei Jahren anstehenden Familienzuzug durch Flüchtlinge in seine Überlegungen einbezogen, „wenngleich ich da heute noch keine Aussagen machen kann“.

Der Fraktionssprecher der GUL, Nicolas Kugler, stimmte dem größeren Gebäude für drei Gruppen zu, „weil sich die Gemeinde längerfristig Geld sparen kann und weil durch die zeitliche Verzögerung der Baumaßnahme die Belastung für betroffene Eltern relativ gering ausfallen wird“. Dass Röhrmoos künftig kräftig wächst, findet er besonders positiv: „Es wäre schön, wenn dadurch die Schule mal wieder dreizügig wird“.

Nicht ganz so weit geht SPD-Sprecher Wolfgang Götz, der schon froh ist, wenn durch mehr Bürger die Existenz der Grundschule gesichert ist.

ost

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