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Zeit zum Spielen: Sabine Langner mit ihren Zwillingen Amelie und Felix, die im Herbst eingeschult werden.

Nach Trägerwechsel strenge Buchungszeiten in Schwabhauser Kitas

Eltern gehen auf die Barrikaden

Schwabhausen - Ein Trägerwechsel in einer Kita ist für alle Beteiligten eine Herausforderung. Für Eltern, Erzieher, Kinder. Das zeigt ein Fall in Schwabhausen.

Nicht ohne Reibungsverluste geht der Trägerwechsel bei drei Kindertagesstätten in Schwabhausen vonstatten. So sind zuletzt Eltern auf die Barrikaden gegangen, als sie vom privaten Träger über die neuen, strengeren Buchungs- und Abholzeiten im Kinderhort informiert wurden, die ab September gelten sollen. Unklar ist auch weiter, ob und wie viele Erzieherinnen der drei BRK-Einrichtungen einen Vertrag bei Denk mit! unterschreiben werden.

„Wie wir am Infoabend der Grundschule erfahren haben, ist uns eine Abholung unserer Kinder frühestens täglich ab 15.15 Uhr möglich“, beklagt Sabine Langner. Die Mutter von zwei sechsjährigen Zwillingen, die im Herbst in Schwabhausen eingeschult werden, ärgert sich: „Für uns Eltern bedeutet dies, dass wir unsere Kinder an freien Tagen frühestens ab 15.15 Uhr abholen dürfen, um mit ihnen Zeit zu verbringen.“

Bisher hatte der Kinderhort Rappelkiste auch zwei bis drei Stunden tägliche Buchungszeit angeboten (Denk mit!: nur vier bis fünf Stunden) und die Abholzeiten zudem recht flexibel gestaltet, doch das ändert sich nun mit dem neuen Träger. Das sei zum einen pädagogisch begründet, betont Denk mit!- Geschäftsführerin Karin Bader. Denn ständiges Kommen und Gehen bringe viel Unruhe und fördere nicht gerade die Konzentration bei den Hausaufgaben. Andererseits ließen sich sonst die Buchungszeiten von mindestens 20 Wochenstunden nicht einhalten, die gesetzlich vorgeschrieben seien hinsichtlich der öffentlichen Fördergelder, betont Bader.

Dem widerspricht Sabine Langner entschieden: „Diese gesetzliche Vorgabe gilt nur für Kindergärten und Kinderkrippen.“ Die Mutter zitiert dabei das BayKiBiG. Danach kann ein Träger wohl Mindestbuchungszeiten von 20 Stunden die Woche vorgeben, muss aber nicht.

Denkmit!-Chefin Karin Bader und Schwabhausens Bürgermeister Josef Baumgartner glauben im Übrigen, bei den Eltern zwei „Lager“ ausgemacht zu haben. Von einigen wie den Langners sei wohl eher eine Mittagsbetreuung gewünscht, die es aber in Schwabhausen nur für Ganztagsschüler gibt. „Wir sind aber guten Mutes, dass wir ein Lösung für die finden werden, die nur eine Mittagsbetreuung haben wollen,“ sagt Baumgartner. Und Bader betont, in Einzelfällen wie Kindergeburtstag oder Arztbesuch sei natürlich weiter eine frühere Abholung möglich.

Völlig offen ist noch, wie viel Erzieherinnen in den drei Kitas bleiben werden. BRK-Kreisgeschäftsführer Paul Polyfka will erfahren haben, dass die meisten nicht zu dem neuen Träger wollen. „Das stimmt nicht“, sagt Bader, „Es haben sich einige bei uns beworben, und es gibt auch schon Arbeitsverträge.“ Ende März läuft die Bewerbungsfrist ab. Bis dahin will Polyfka auch für alle Erzieherinnen, die beim BRK bleiben wollen, ein Angebot für den Einsatz in einer anderen Einrichtung im Landkreis bereit haben.

tor

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