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Der Haupt- und Finanzausschuss diskutierte darüber, inwieweit Dachauer Kirchengemeinden finanziell unterstützt werden sollen.

Diskussion über Zuschüsse

Die Kirche soll (fast) alles selbst bezahlen

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Kirchendächer müssen renoviert oder Turmglocken saniert werden. Aber wer soll das bezahlen – die Kirchengemeinde allein oder auch die Stadt?

Dachau– Im Falle des Franz-Peter Tebartz-van Elst hat sich die katholische Kirche nicht mit Ruhm bekleckert. Der katholische Bischof durfte sich einen Prunkbau als Bischofssitz gönnen – mindestens 31 Millionen soll er gekostet haben. Nicht zuletzt wegen dieses Skandals wuchs das Misstrauen der Bevölkerung gegenüber der Kirche und deren finanziellen Lage rasant. 

Auch die Kirchensteuer ist bereits seit Jahrzehnten vielen Bürgern ein Dorn im Auge. Die Stadträte diskutierten nun im Haupt- und Finanzausschuss darüber, inwieweit die Kirchengemeinden bei Anschaffungen oder Renovierungsarbeiten noch finanziell unterstützt werden sollen.

Warum beantragte Pfarrer Körner Zuschüsse?

Pfarrer Thomas Körner hat wegen der Sanierung der Friedenskirche einen Zuschussantrag gestellt.

Anlass für die Diskussion war ein Antrag der Friedenskirche. Pfarrer Thomas Körner beantragte zwei Zuschüsse: 500 Euro für die Erneuerung eines Heizkörpers im Pfarrhaus und 2760 Euro für die Glockensanierung an der Friedenskirche, insgesamt also rund 3260 Euro. Denn die evangelische Landeskirche selbst ignoriere die Bezuschussung der Glockensanierung für insgesamt rund 20 000 Euro. 

Das sei immer Sache der Kirchengemeinde, argumentiert die Landeskirche. Das schreibt Körner in einem Brief an Oberbürgermeister Hartmann. Auch die finanzielle Betreuung der Pfarrhäuser falle in die Hände der Kirchengemeinden, also auch die rund 4400 Euro für die neue Heizung.

Welche Projekte der Kirchen wurden in der Vergangenheit unterstützt?

Allerdings zeichnete sich im Ausschuss schnell ab, dass die Stadträte einen Zuschuss für die Kirchenheizung in der Friedenskirche ablehnen. Denn in den vergangenen Jahren billigten sie nur zwei Anträge der Dachauer Kirchen: 10 000 Euro für die Pfarrei Mariä Himmelfahrt für eine neue Orgel, denn in der Kirche finden auch weltliche Konzerte statt. Den zweiten Zuschuss in Höhe von 5000 Euro bekam die Pfarrei St. Jakob für die Sanierung des Kirchturms. Das Argument: Der Turm präge die Altstadt.  

Andere Anträge der Kirchen wurden abgelehnt: zum Beispiel, als das Pfarramt St. Nikolaus und Maria in Mitterndorf einen Antrag für ihre Glocken-Reparatur stellte. Auch die Friedenskirche bekam für die Sanierung des Pfarrhauses und des Pfarramtes vor rund vier Jahren keinen Zuschuss von der Stadt. An diesen Entscheidungen orientierten sich die Stadträte bei den neuen Zuschussanträgen der Friedenskirche.

Forster: „Wir sind religiös neutral, aber da wollen wir uns raushalten“

Jürgen Seidl (FDP) erklärte, dass er sowohl einen Zuschuss für die Kirchenheizung als auch für die sanierungsbedürftigen Kirchenglocken ablehne. Christa Keimerl (SPD) erklärte, dass ihre Fraktion den Zuschuss für die Heizung ablehne, da das Pfarrhaus keine gemeindliche Einrichtung sei. Sie schlug aber einen Zuschuss von 1000 Euro für die Kirchenglocken vor.

Benedikt Hüller (CSU) stimmte ihr zu: „Die Glocken sind ein Teil unserer Kultur und unserer Identität.“

Franz Vieregg (ÜB) sah das anders. Er sprach die Zuschussanträge von katholischen Kirchengemeinden an: „Hinter den Kirchengemeinden steht ja kein kleiner Verein, sondern zum Beispiel das Erzbistum Freising. Es ist nicht dafür bekannt, dass es keine Zuschüsse zahlen kann.“ Auch Edgar Forster (Freie Wähler) stimmte zu: „Wir sind religiös neutral, aber da wollen wir uns raushalten“, sagte er. Er argumentierte, dass alle möglichen Glaubensvereine „daherkommen“ und Zuschüsse beantragen könnten.

Welche finanzielle Unterstützung bekommen die Kirchen in Zukunft?

Glocke in der Friedenskirche.

Schließlich stimmten die Stadträte darüber ab, wie in Zukunft mit Anträgen der Kirchen und religiösen Gemeinschaften umgegangen werden soll. Die Stadträte lehnten den Antrag für einen Zuschuss für die Heizung im Pfarrheim der Friedenskirche einstimmig ab. Für die Sanierung der Kirchenglocken beschlossen sie einen Zuschuss von 1000 Euro. 

Das bedeutet, wie Kämmerer Thomas Ernst erklärte, dass sich die Stadt in Zukunft auf Zuschüsse von 1000 Euro für Glockensanierungen beschränke. Offenbar sind die Stadträte davon überzeugt, dass die Kirchengemeinden die meisten ihrer Projekte selbst stemmen können.

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