Kläranlage erneut Thema im Gemeinderat

Jetzt wird noch eine Alternative geprüft

Hilgertshausen-Tandern - Obwohl vor längerer Zeit bereits der Beschluss zur Umrüstung und Erweiterung der Kläranlage Hilgertshausen (samt Anschluss des Ortsteils Tandern) gefasst wurde, möchte die Gemeinde trotzdem nochmals prüfen lassen, ob ein Anschluss an die Kläranlage in Reichertshausen aus aktueller Sicht eine wirtschaftliche Alternative darstellen könnte.

In Reichertshausen (Landkreis Pfaffenhofen/Ilm) sind nämlich seit der Schließung des dortigen Milchwerks größere Kapazitäten in der Kläranlage für das obere Ilmtal frei.

Das Landratsamt Dachau hat der Gemeinde Hilgertshausen-Tandern eine Frist für die Prüfung und eine eventuelle Übereinkunft mit dem Abwasserzweckverband Oberes Ilmtal mit Sitz in Reichertshausen bis zum Ende des ersten Quartals 2016 eingeräumt. Der Zweckverband lässt im Zusammenhang mit der Beantragung einer neuen wasserrechtlichen Erlaubnis eine Überrechnung der eigenen Anlage einschließlich der notwendigen Mischwasserentlastungen vornehmen. In diesem Zusammenhang ist auch eine sogenannte Schmutzfrachtberechnung zu erstellen, bei der auch ein eventueller Anschluss von Hilgertshausen-Tandern berücksichtigt werden soll.

Hilgertshausens geschäftsleitender Beamter Hans Schweiger zeigte dem Gemeinderat nun auf, dass für diese Berechnung natürlich Kosten entstehen. Der Anteil dieser Kosten für Hilgertshausen-Tandern wurde entsprechend der Schweiger vorliegenden Unterlagen mit 5400 Euro beziffert. Schweiger betonte, dass mit den aus der Berechnung gewonnenen Erkenntnissen eine Einschätzung zur Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit erfolgen könne. Die Gemeinde wolle sich nicht dem Vorwurf aussetzen, eine Alternative für die künftige Abwasserentsorgung nicht geprüft zu haben. Die vom Abwasserzweckverband Oberes Ilmtal in Auftrag gegebene Untersuchung erfolgt durch das Ingenieurbüro Wipfler in Pfaffenhofen.

Christoph Hardt, Gemeinderat der Tanderner Bürgerliste, nervt es, dass schon seit drei Jahren „rumdiskutiert wird, ohne in der künftigen Abwasserfrage vorangekommen zu sein“. Hardt erinnerte an die vielen Fragen bei der Bürgerversammlung in Tandern und erklärte: „Die Bürger wollen endlich wissen, wann mit dem Baubeginn zu rechnen ist.“

Dass man aber, was die vom Landratsamt gesetzte First betrifft, durchaus noch Aufschub erhalten wird, davon ist Werner Kerzel (Wählergemeinschaft Hilgertshausen-Tandern) überzeugt. Kerzel meinte, dass es sich bei dem Anteil von 5400 Euro Kosten für die Wirtschaftlichkeitsberechnung um einen relativ geringen Betrag handelt, der es Wert sein solle, keinen falschen Weg einzuschlagen.

Auch Kerzels Fraktionskollege Hans Pröbstl sprach sich dafür aus, den Kostenanteil für die anteilige Schmutzfrachtberechnung zu übernehmen. Es habe ja schon vor Jahren Überlegungen gegeben, das Abwasser an der Hilgertshauser Kläranlage vorbei vom nahen Volkersdorf aus nach Reichertshausen zu schicken.

Wie sehr das Thema Abwasser die Tanderner bewegt, stellte Hans Glas (BL Tandern) heraus. „Bei jedem Gespräch mit den Bürgern kommt dieses Thema zur Sprache“, so Glas, der von der Verwaltung fordert, bis Ende des ersten Quartals einen Kostenvergleich zwischen der Sanierung der Hilgertshauser Kläranlage mit Anschluss von Tandern und dem Anschluss an die Reichertshauser Anlage präsentieren zu können. Peter Schadl (CSU Tandern) macht ebenso Druck: Er will noch im Januar Klarheit über die Zeitschiene. Vize-Bürgermeister Adolf Doldi (CSU) geben die hohen Kosten der gemeindeinternen Lösung – er rechnet mit vier Millionen Euro – zu denken. Er schließt nicht aus, dass auf lange Sicht der Anschluss an Reichertshausen günstiger ist

Der Kostenbeteiligung für die Schmutzfrachtberechnung in Höhe von 5400 Euro stimmte der gesamte Gemeinderat letztlich zu.

Josef Ostermair

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