Kläranlage muss ertüchtigt werden

Stromersparnis als Nebeneffekt

Petershausen – Die 13 Jahre alte Petershausener Kläranlage ließ der Werkausschuss einem Check unterziehen. Das Ergebnis: Die Ertüchtung wird rund 150.000 Euro kosten.

Das Ergebnis präsentierte Geschäftsführer Josef Waldinger vom beauftragten Ingenieurbüro Dippold und Gerold in der jüngsten Sitzung des Ausschusses.

Bei Investitionen von rund 145 000 Euro stellte Waldinger unter anderem eine Stromersparnis in Höhe von etwa 49 000 Kilowattstunden pro Jahr in Aussicht. Grundsätzlich stellte er fest, dass die Anlage schon jetzt relativ günstig im Verbrauch liege.

Da eine Überschussschlammpumpe schon länger kaputt ist, müsse hier unbedingt etwas geschehen. Waldinger schlug allerdings statt einer Reparatur ein neues System vor. Investitionskosten: rund 70 000 Euro. Die vorhandene Belüftungsanlage müsse zum zweiten Mal erneuert werden. Dazu müsse das Klärbecken total entleert und die Belüfter ausgetauscht werden. Dann könne die Anlage wieder in Betrieb gehen. Erst dann müsse festgestellt werden, ob das ausreicht oder ob gar noch neue Gebläse erforderlich sind.

Das Gebläse sofort auszutauschen, rechne sich noch nicht. Statt der vorhandenen Belüfterkerzen könnten alternativ auch so genannte Messner-Platten installiert werden. Vorteil: Sie halten länger, nämlich zehn bis 15 Jahre. Nachteil: Statt einer Investitionssumme von 36 000 Euro sind hier gleich 87 000 Euro fällig. Waldinger riet trotzdem zu den Messner-Platten, da sie schon nach acht Jahren wirtschaftlicher als die herkömmliche Lösung seien.

Erneuert werden müsse schließlich auch die Höhenstandsmessung im Schlammsilo. Das kostet noch einmal ungefähr 5000 Euro. Grundsätzlich ist die Petershausener Kläranlage für 9500 Einwohnergleichwerte ausgelegt. Sie werde jedoch derzeit im Mittel nur mit 5265 genutzt.

Der tägliche Strombedarf liegt laut Josef Waldinger bei 603 Kilowattstunden. Das macht im Jahr etwa 220 000 Kilowattstunden. Die Kläranlage habe im Jahr einen Wasserbedarf von zirka 4000 Kubikmeter, was 6400 Euro koste. Würde Petershausen 60 000 Euro in eine eigene Brauchwasserversorgung investieren, ließen sich pro Jahr noch einmal 5000 Euro Betriebskosten einsparen.

Werkleiter Alexander Wiringer vom Eigenbetrieb der Gemeinde Petershausen betonte, im Wirtschaftsplan fürs laufende Jahr seien für neue maschinelle Anlagen und neue Belüfter 155 000 Euro eingestellt. Allerdings würden zu den erwähnten 145 000 Euro Investitionskosten sicher noch Planung- und Nebenkosten zusätzlich anfallen, so dass der Ansatz von 155 000 Euro wahrscheinlich noch überschritten würde.

Der Werkausschuss beschloss einstimmig, die Belüfter, das Überschlammabzugssystem und die Höhenstandmesseinrichtung mit Hilfe eines fachlich geeigneten Ingenieurbüros umgehend zu erneuern.

rds

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