Harmonische Formen: Imposante Werke sind derzeit in der Galerie-Werkstatt am Drosselanger zu bewundern. foto: don

Kunstkreis Karlsfeld: Nester, Kokons, Waben

Karlsfeld - Zart und duftig, umspielt von Helligkeit präsentieren sich die Werke von Barbara Kleiber-Wurm in der Galerie-Werkstatt am Drosselanger. Den Ausstellungsreigen des Kunstkreises Karlsfeld eröffnet in diesem Jahr damit die Tochter des Vorsitzenden.

Die Grafikerin hat eine intakte Beziehung zur Natur und sich in ihrem kreativen Schaffen inspirieren lassen. Bekannte Formen, von Nestern, Kokons, Waben und Blütenständen setzt sie ins Bild und in Szene. Objekte, Zeichnungen und Malerei korrespondieren in der Ausstellung in Harmonie. Sie widerspiegeln über die nachempfundene Darstellung von Nest und Behausung die Sehnsucht und das Grundbedürfnis des Menschen nach Rückzug und Geborgenheit, nach Heimat und Zuhausesein.

Barbara Kleiber-Wurm (50) benutzt zur Herstellung ihrer Papierobjekte hauptsächlich dünnes 22-grammiges Transparentpapier, das sie mit Leim zu Schichten verbindet, reißt, aufrollt, knetet, dreht oder als Scherenschnitt bearbeitet. Manchmal mischt sie auch die Papierlagen, etwa, wenn sie Steine und Kiesel formt, wie man sie etwa an der Isar oder am Nordseestrand finden kann. Beispiele dafür gibt es in kleinem und großem Format in der Ausstellung.

So schwergewichtig - trotz ihrer leichten und durchaus stabilen Papiersubstanz - die Steine aussehen, so filigran und zerbrechlich wirken die anderen Papierobjekte, die auf Stelen aufgestellt sind oder von der Decke schweben. Duftig wie Pompons oder Federknäuel tanzen sie im Luftzug und werfen interessante Schatten auf die Wand, die miteinander zu einer neuen Form verschmelzen. An den Wänden sind Zeichnungen in Bleistift, Kohle und Pastellkreide angeordnet. Sie zeigen die Nester und Formen, die Barbara Kleiber-Wurm in ihren Papierobjekten aufgegriffen und weiterentwickelt hat.

Ein besonders filigran gestaltetes Schwebeobjekt nimmt die Kleinteiligkeit einer Bienenwabe auf und wirkt zugleich watteweich wie ein Wespennest, es suggeriert Nestwärme und Geborgenheit. Das muss auch die fünfjährige Anna so empfunden haben: Das Patenkind der Künstlerin erkennt in den Nischen Feenbettchen, ein Name, den Barbara Kleiber-Wurm wegen seiner treffenden Aussage gerne übernommen hat.

Neben den hauptsächlich in weiß gestalteten Werken gibt es zwei Bilder in Mischtechnik, die das Nestthema einmal weitläufig in hellblauer Farbabstufung, einmal eng und gedrängt in Rottönen behandelt. Die Künstlerin hat dabei an den sehr speziellen Nestbau der afrikanischen Webervögel gedacht: Wie kleine Schüsselchen hängen sie dicht bei dicht in Trauben an den Bäumen und bieten ein „Stübchen“ für jedes Vogelküken.

Die Ausstellung in der Galerie-Werkstatt in Karlsfeld wird am Freitag, 25. Januar, um 19 Uhr eröffnet. Sie ist bis 3. Februar zu sehen. Geöffnet ist Samstag/Sonntag jeweils von 14 bis 18 Uhr. (don)

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