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In der Helios-Amperklinik soll alles besser werden.

Klinikchef nimmt Stellung

Viele Fragen bleiben unbeantwortet

Dachau - Am Freitag ging’s ans Eingemachte: Amper-Klinik-Geschäftsführer Christoph Engelbrecht stand den Dachauer Kreisräten Rede und Antwort. Und das dauerte: Zwei Stunden lang drehte sich im Landratsamt alles um Hygiene, Sauberkeit und Pflege. Viele Fragen blieben offen.

Eigentlich war Engelbrecht ja wegen des turnusgemäßen Berichts der Unternehmen, an denen der Landkreis beteiligt ist, ins Landratsamt gekommen. Doch die aktuelle Berichterstattung über die Missstände in der Klinik hatte es nötig gemacht, dass die Kreisräte aus erster Hand über die Vorgänge informiert werden wollten.

Zunächst legte Engelbrecht den Anwesenden den ausgearbeiteten Vier-Punkte-Plan im Bereich Sauberkeit sowie den „Drei-Punkte-Plan zur Stärkung unserer Pflege“ vor (wir haben berichtet). Dann betonte er: „Im Bereich Sauberkeit müssen wir besser werden, im Bereich Hygiene sind wir sehr gut.“ Auch an der Pflege habe Helios nicht gespart. Die Anzahl der Patienten sei stabil, die Zahl der Pflegekräfte gehe eher nach oben. „Aber wir würden gerne noch mehr Pflegekräfte haben.“ Doch die Besetzung sei ein Problem. „In keinem Monat in diesem Jahr waren alle Planstellen besetzt.“

Der Kreisrat und frühere Vierkirchner Bürgermeister Heinz Eichinger berichtete von seinen eigenen Erfahrungen. Demnach habe er selbst als Patient auch positive Erfahrungen gemacht. Dennoch steht für ihn fest: „Bei der Reinigung gibt es absoluten und sofortigen Handlungsbedarf!“ Zudem sei ein Teil der Pflegekräfte chronisch überbelastet. Das bestätigte auch Betriebsratsvorsitzender Claus-Dieter Möbs: „Die Pflege ist am Limit.“

Und das belegt auch die Zahl der Überlastungsanzeigen, die Marese Hoffmann, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag, vorlegte. Laut Betriebsrat habe es in diesem Jahr bereits 174 gegeben. „2014 waren es insgesamt nur 44. Und heuer allein im September und Oktober ganze 74.“ Sie forderte außerdem einen eigenen Personalpool für Engpässe. „Dreh- und Angelpunkt ist die Personalsituation“, brachte es Mechthild Hofner (ödp) auf den Punkt.

CSU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Offenbeck stellte Engelbrecht allein zehn Fragen, unter anderem wie mit Überstunden umgegangen wird und ob die Pflegekräfte wirklich da seien oder nur im Plan stünden, also eventuell wegen Krankheit oder Mutterschaft ausfielen. Der Karlsfelder Gemeinderat fragt sich zudem, ob der Maßnahmenkatalog auch umgesetzt werden kann. SPD-Fraktionsvorsitzender Harald Dirlenbach stellte noch einmal klar, dass er die Beschwerdestatistik keinesfalls für aussagekräftig halte. „Viele trauen sich nicht, die Beschwerde an die Klinik zu richten, weil sie vielleicht wieder mal ins Krankenhaus müssen.“ Elisabeth Kappes (ödp) forderte von Engelbrecht vor allem Aufklärung in Sachen Küche. „Uns wurde gesagt, das Essen wird in Pasing zubereitet und nach Dachau gebracht. Jetzt habe ich erfahren, es wird gefroren nach Pasing geliefert. Wie ist es denn nun?“ Kreisrat Peter Felbermeier (CSU) sieht eine Entspannung bei der Personalgewinnung nur, wenn bezahlbarer Wohnraum verfügbar sei. Und von Engelbrecht wollte er wissen: „Was tun Sie für das vorhandene Personal?“

Der Klinik-Geschäftsführer konnte die große Zahl der konkreten Fragen gar nicht beantworten. Das soll im Nachgang schriftlich erfolgen. Zumindest zu einer Wortmeldung muss er nicht nacharbeiten: Edgar Forster (Freie Wähler in der Stadt Dachau) ist mit der Situation zufrieden. „Es gibt keinen fehlerfreien Betrieb. (…) Die Dachauer Klinik steht sehr gut da, und so sollte sie auch weiterhin arbeiten."

sue

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