Klinik-Partnerschaft bekommt Probleme

Dachau - Es war so eine schöne Idee: Eine Kooperation zwischen Kliniken in Dachau und in Israel. Doch nun gibt es eine erste große Hürde.

Es klang alles so vielversprechend. Eine Kooperation zwischen dem Helios Amperklinikum Dachau und dem Kaplan Medical Center im israelischen Rehovot. Ein Austausch von Ärzten, Pflegekräften, Know-how und Nettigkeiten, an deren Ende Freundschaft erwächst. Und nun das: Das Finanzamt verweigert dem eigens gegründeten Verein „Freunde des Kaplan Medical Centers in Bayern“ (FKMC-B) die Gemeinnützigkeit - mit fatalen Folgen.

Der FKMC-B-Vorsitzende der Kooperation ist Dr. Michael A. Weber, früher Ärztlicher Direktor der Amperkliniken AG und heute erbost: „Das Finanzamt hat alle bislang gestellten Anträge abgelehnt. Der Verein wurde 2013 zum Zweck der Völkerverständigung und der Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Gesundheitswesens gegründet. Diese Ziele sollten durch einen medizinischen Erfahrungsaustausch sowie Hospitationen zwischen dem Kaplan Medical Center in Rehovot und dem Klinikum in Dachau erreicht werden. Darüber hinaus sollte die Klinik in Rehovot mit Sach- und Geldspenden unterstützt werden. Diesem Ziel kann der Verein ohne eine Anerkennung der Gemeinnützigkeit nicht nachkommen.“

Erste Reaktionen der israelischen Kollegen seien von Enttäuschung gekennzeichnet, so Weber weiter. Er und seine Vereinskollegen könnten das verstehen, denn „wir waren angetreten, einen Beitrag zur Aussöhnung, Unterstützung und Partnerschaft zwischen Rehovot und Dachau und damit zwischen Israel und Deutschland zu leisten. Gerade aus Dachau sollte die Kooperation ein besonderes Zeichen sein“.

Auch in der Helios Amperkliniken AG sind die Verantwortlichen enttäuscht über die ablehnende Haltung des Finanzamtes. „Die Partnerschaft mit dem Kaplan Medical Center in Rehovot finden wir nach wie vor sehr wichtig,“ sagt Pressesprecherin Beatrice Charrier. Ihr Haus habe den Kollegen in Israel den Vorschlag unterbreitet, dass jeweils ein Arzt und eine Pflegekraft aus ihrem Haus für eine Zeit von vier bis sechs Wochen im Kaplan Medical Center hospitiert. Die Kosten für die Reise sowie die Unterbringung vor Ort würden vom Helios Amperklinikum übernommen, so Charrier. Solange die Gemeinnützigkeit aber noch nicht anerkannt sei, sei bedauerlicherweise keine Mittelbeschaffung möglich.

(zim)

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