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Ungewisse Zukunft: Schwester Apollonia muss ein neues Kloster finden, das sie aufnimmt. Das aufgelöste Kloster in Altomünster übernimmt das Erzbistum.

Nach Auflösung durch den Vatikan

Kloster Altomünster bleibt in Kirchenhand

Altomünster - Rom hat entschieden: Das aufgelöste St. Birgitta-Kloster in Altomünster im Kreis Dachau wird vom Erzbistum übernommen. Wie die Gebäude künftig genutzt werden, ist noch offen – genau wie die Frage, was mit der letzten dort lebenden Schwester passiert.

Seit Dienstag ist das Erzbistum München und Freising offiziell Hausherr im St. Birgitta-Kloster in Altomünster. Rom hat entschieden, dass das Bistum das aufgelöste Kloster übernehmen soll. Ein entsprechendes Dekret der vatikanischen Ordenskongregation wurde nun vollzogen. Das teilten die bisherige Apostolische Kommissarin des Klosters, Schwester Gabriele Konrad, und Generalvikar Peter Beer gestern mit.

Im Dezember 2015 hatte der Heilige Stuhl die Auflösung des über 500 Jahre alten Klosters im Landkreis Dachau verfügt – weil mit Schwester Apollonia nur noch eine Nonne im Konvent verblieben war. Eine weitere Ordensschwester lebt seit einiger Zeit in einem Münchner Altenheim. So könne keine ordentliche Leitung mehr gebildet werden, hieß es damals. Während Schwester Gabriele nun ein gutes Jahr lang damit beschäftigt war, sich einen Überblick über die aktuelle Situation des Klosters zu verschaffen und darüber einen Bericht für Rom zu verfassen, rätselten viele Altomünsterer, was aus ihrem Wahrzeichen wohl werden würde. Doch eine konkrete Antwort konnte das Ordinariat gestern noch nicht geben.

Generalvikar Beer kündigte an, dass das Erzbistum nun Ideen für die zukünftige Nutzung sammeln werde. „Für uns ist zentral, dass es weiterhin ein geistlicher Ort bleibt.“ Befürchtungen, dass Räumlichkeiten an private Investoren verkauft werden könnten oder aus dem Kloster ein Event-Ort wird, sind damit vom Tisch. Pläne des ehemaligen Klosterdirektors für ein BurnoutCentrum mit teilweise esoterischen Vorträgen hatte das Bistum schon vor der Intervention aus Rom kritisch beäugt. Schwester Gabriele sagt, im Umfeld des Klosters habe es Personen gegeben, die nur eigene Interessen im Blick hatten. Das Bistum will nun erst einmal den Baubestand sichten. Beer rechnet mit nötigen Investitionen im zweistelligen Millionenbereich, um die alten Gemäuer wieder auf den neuesten Stand zu bringen.

Für Schwester Gabriele verbleibt nun noch eine Aufgabe: Sie soll für Schwester Apollonia, die letzte noch in Altomünster lebende Nonne, baldmöglichst ein neues Kloster finden. Über das Dekret aus Rom wurde Schwester Apollonia am Mittwoch informiert. „Sie entscheidet, wie sie ihr geistiges Leben fortführen will“, sagt Schwester Gabriele. Dafür habe sie nun Zeit zum Nachdenken. Das Erzbistum trägt den Lebensunterhalt für die beiden verbleibenden Ordensfrauen.

Auskunft gab das Ordinariat auch darüber, was mit den zahlreichen Handschriften und Druckwerken aus der Klosterbibliothek passiert: Alle Werke bis zum Erscheinungsjahr 1803 sollen in Absprache mit der Bayerischen Staatsbibliothek bis 2018 digitalisiert und online zugänglich gemacht werden.

Anton Kerle, CSU-Bürgermeister von Altomünster, zeigte sich „heilfroh“ darüber, dass nun die Rechtsunsicherheit beendet ist – und dass das Kloster eine kirchliche Einrichtung bleibt. „Die Sanierung des Klosters kann nur eine finanziell potente Institution stemmen.“ Es gebe auch schon Signale vom Bistum, dass die Gemeinde in die Entscheidung über die zukünftige Nutzung eingebunden werde. Eine Flüchtlingsunterbringung im Kloster, wie vor zwei Jahren vom Landratsamt angefragt, sei derzeit kein Thema.

Bezirkstagspräsident Josef Mederer (CSU), der als gebürtiger Altomünsterer lange für den Erhalt des Klosters gekämpft hatte, sagt: „Es geht ein Stück Heimat verloren. Aber angesichts der Rahmenbedingungen war es eine logische Entscheidung.“ Ein geistliches und vielleicht auch kulturelles und soziales Zentrum im Kloster könne durchaus eine Bereicherung für Altomünster sein.

Altomünster ist kein Einzelfall, andere Kloster stehen vor ähnlichen Problemen: Im Franziskanerinnenkloster in Reutberg (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) leben ebenfalls nur noch zwei Ordensschwestern. Sie müssen sich heuer erklären, wo und wie sie künftig leben wollen. Auch hier ist der Vatikan offenbar der Meinung, ein Schlussstrich sei sinnvoll. Und auch hier will sich ein Freundeskreis für den Erhalt stark machen – wie in Altomünster. Dort blieben die Bemühungen erfolglos.

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