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Vornehme Aufgabe: Vier Schützinnen trugen die blumengeschmückte Fahne zur Weihe.

Fahnenweihe bei den klosterschützen

Mehr als ein Stück Textil 

Indersdorf - Die neue Fahne der Indersdorfer Klosterschützen ist mehr als nur ein Stück Textil. Sie ist vor allem ein Symbol für den Willen zum Zusammenhalt in einer Zeit, in der der Gemeinsinn immer mehr in den Hintergrund rückt. Zum 125-jährigen Vereinsbestehen wurde die Fahne geweiht, und Indersdorf bekam eine prächtige Feier.

Ein Schützenfest, an das man sich sicher auch nach vielen Jahren noch gerne erinnern wird, haben die Indersdorfer Klosterschützen anlässlich des 125- jährigen Vereinsbestehens gefeiert. An dieser großen Geburtstagsfeier, bei der die Weihe einer neuen Vereinsfahne im Mittelpunkt stand, beteiligten sich alle zehn Schützenvereine aus der Marktgemeinde, die schon zum Weißwurstfrühstück von der Blaskapelle Schönbrunn in den Doll-Saal von Ried gespielt wurden.

Ein Festzug führte später zum Gottesdienst auf freiem Feld mit Blick auf die beiden Türme der Klosterkirche. Die blumengeschmückte, noch verhüllte neue Fahne wurde von vier jungen Schützinnen vor den Feldaltar gebracht, so dass sich zusammen mit den vielen Gottesdienstbesuchern auf der Wiese hinter dem Gasthaus ein herrliches Bild ergab. Entscheidend für das gelungene Fest war freilich das herrliche Spätsommerwetter, um das die Klosterschützen lange bangen mussten, denn dem Wetterbericht nach hätte es durchaus schon regnen können.

So aber zelebrierte Pfarrer Albert Mahl aus Breitbrunn am Ammersee den Festgottesdienst mit einer beeindruckenden Predigt. Der Geistliche, der ein Verwandter der Familien Hufnagl und Wastian ist, erinnerte daran, dass die Klosterschützen in einer Zeit, in der es in Deutschland noch einen Kaiser gab und in Bayern Prinzregent Luitpold regierte, gegründet wurden.

Dass dieser Verein auch nach 125 Jahren noch tatkräftig in die Zukunft schaut, bezeuge die neue, mit hohem Kostenaufwand angeschaffte Vereinsfahne, mit der auch die Verbundenheit zur Kirche deutlich zum Ausdruck kommt. Im übrigen weihe man hier nicht ein Textil sondern das Wahrzeichen der Klosterschützen. Die Fahne bezeuge auch den Willen zum Zusammenhalten, was in einer Zeit, in der Dörfer oft nur noch als Schlafstätten dienen, überaus wichtig sei.

Für ihr Jubiläum haben die Klosterschützen keine Mühen und Kosten gescheut. Das zeigte sich in vielen Details der Feierlichkeiten. So umrahmten den Gottesdienst nicht nur die Bläser aus Schönbrunn sondern auch der Albersbacher Dreigesang musikalisch. Gut angekommen bei den vielen Gästen ist auch das Ansteckerl für jeden Gast, in Form einer Hutnadel. Auch ein Böllerschießen mit Böllerschützen aus Westerholzhausen, Arnzell und Hirtlbach durfte nicht fehlen. Als Kommandant fungierte Helmut Czech.

Mit dem Heimatland-Marsch ging es für die Vereine zurück von der Freiluft-Festmesse in den Wirtshof, wo schattenspendende Schirme den Aufenthalt angenehm machten. Hier empfing Jörg Westermair in seiner Aufgabe als Moderator auch den Schirmherrn, Bürgermeister Franz Obesser, und die Landtagsabgeordneten Bernhard Seidenath und Anton Kreitmair sowie Landrat-Stellvertreter Helmut Zech. Dass auch Altbürgermeister Josef Kaspar mit den Klosterschützen feierte, freute Westermair besonders.

Von all den Gastvereinen war Glück auf Eglersried mit 33 Teilnehmern am stärksten vertreten. Fähnrich Bernhard Böller durfte die aus einer Fahnenstickerei in Schierling kommende neue Fahne dem Publikum vorstellen. Repräsentanten des Jubelvereins waren Schützenkönig Stefan Wastian und Jungschützenkönig Philipp Ettl, die sich mit den wertvollen Schützenketten zeigten.

Überwältigt von der großen Besucherschar zeigte sich der 1. Schützenmeister, Franz Kraus, in seiner Festrede. Er bedankte sich für die vielen Geldspenden, die die Anschaffung der neuen Fahne erst ermöglicht hatten. Sein Dank galt aber auch dem engagiert mitwirkenden Festausschuss. Kraus hofft, dass die wirtelose Zeit für seinen Verein bald zu Ende geht, und versicherte, dass die neue Fahne die Mitglieder seines Vereins noch mehr anspornen werde, Gemeinsamkeit zu pflegen. Für die Übernahme der Schirmherrschaft dankte Kraus Bürgermeister Obesser mit einem kleinen Tragl Jubiläumsbier vom Tobi-Bräu. Im Gegenzug gab’s einen Scheck vom Gemeindechef.

„Die Gründungsväter hätten sich gefreut, wenn sie dieses Fest hätten miterleben dürfen“, sagte MdL Seidenath, der feststellte, dass so ein Schützenfest Bayern ausmacht. Der Amoklauf von München sei kein Grund, legalen Waffenbesitz einzuschränken und Schützenvereine verantwortlich zu machen. Landrat-Stellvertreter Zech bewunderte das Wir-Gefühl bei den Schützen. Der zunehmende Egoismus bringe die Gesellschaft nicht voran und sei absolut kein gutes Signal. Geschenke zum Jubiläum, die vom DSB-Fahnenband bis hin zum Schützenbezirkswappen reichten, brachte Bezirks- und Gauschützenmeister Alfred Reiner mit. Im Amt des Vereinschefs wünschte er Kraus weiterhin Kraft und Glück.

ost

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