Mit Bravour haben (von links) Maria Wagner und Alexander Schottenhaml sowie Michaela Rieger und Alexander Naujok den Königswalzer gemeistert. Foto: GH

Könige, Schleife und Tänze

Altomünster - Auch der 155. Burschenball war wieder ganz nach dem Geschmack der Altomünsterer, die längst nicht mehr „unter sich“ bleiben. Zunehmend finden auch die jungen Leute aus den Ortsteilen Gefallen daran.

Denn auch sie können Burschenballkönig oder Ballköniginnen werden wie Alexander Schottenhaml und Maria Wagner sowie Alexander Naujok und Michaela Rieger, die heuer die Königswürde erhalten haben.

Es war ein großartiger Anblick, als sie, begleitet von Tanzmeister Markus Schury, in den Kapplerbräusaal einmarschierten. Viel Applaus bekamen sie von den vielen Gästen, die den Saal restlos gefüllt hatten, vor allem auch, als sie reihum die Besucher begrüßten und eine Rose überreichten. Ein historischer Augenblick war es, als die beiden Könige von ihren Vorgängern die Burschenballkönigskette überreicht bekamen Nun dürfen sie einen Fasching lang die Burschen repräsentieren. In traditioneller Geste steckten dann die Mädchen ihren Burschen die Burschenballschleife an den Ärmel - nicht ohne Stolz auf das reichverzierte Band, das sie selbst bemalt haben. Die Könige und der Tanzmeister bekamen natürlich jeweils zwei Schleifen: von jeder Königin eine.

Dann konnte es losgehen mit einer festlichen Polonaise, die im Walzer endete. Walzerklänge waren überhaupt sehr gefragt an diesem Abend: die Kapelle „Very Guad“ wurde nicht müde, immer wieder den beliebten Rhythmus anzustimmen. Als bei den Ehrenwalzern der Vorjahreskönige die Lautsprecheranlage „muckte“, ließen sich die Paare nicht aus dem Takt bringen, sangen spontan mit beim „Schneewalzer“, der nur bruchstückhaft aus den Verstärkern drang. Der Ehrentanz der Vorjahrespaare war gerettet. Bis Markus Schury „alle Burschenballkönige, die es früher waren“ zur nächsten Tanzrunde einlud, klappte es auch mit der Technik wieder.

Den Königswalzer spielte wieder Albert Reisner auf seinem Akkordeon,und begeistert schauten die schönen Figuren , die Hermann Well mit den Königspaaren einstudiert hatte, weckten beim Publikum große Begeisterung.

Höhepunkt des offiziellen Teils war aber zweifelsohne wieder der „Frasä“ und der Versuch, die vielen Figuren des alten Gesellschaftstanzes möglichst gut hinzukriegen, machte den festlich gekleideten Burschen und Mädchen sichtlich Spaß. Josef Schweighart hatte dazu mit seiner „Ziach“ aufgespielt.

Nach der traditionelle Etikette wandelte sich der Burschenball zum lockeren Tanzabend, bei dem sich die Paare eifrig auf dem Parkett einfanden, gerne ein Abstecher in die Bar machten und natürlich auch das Ratschen, Lachen und fröhliche Geselligkeit nicht zu kurz kamen. Schade nur, dass die Musik und die Ansagen nur sehr dünn ankamen, was insgesamt die Ballnacht nicht störte. Ans Heimgehen dachte so schnell keiner. Und den traditionellen Kaffee beim ersten König auslassen, zu dem im Anschluss an den Ball eingeladen wurde, wollte man sich nur ungern entgehen lassen.

Manch einer der Burschen bekam dennoch etwas Schlaf ab, denn um die Mittagszeit rüsteten die Burschen mit ihren Königen dann traditionsgemäß zum letzten Akt des Ereignisses: Zum Burschenballkönigsumzug von Wirt zu Wirt. Das mitgezogene Heuwagerl wurde nicht nur für die Strohkränze gebraucht, die am Ende verbrannt wurden. Es leistete mitunter auch gute Dienste für einen schwächelnden Burschen am Ende eines schönen, aber anstrengenden Tanzfestes. (gh)

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