Kolbe fordert positive Standortpolitik für Karlsfeld

Karlsfeld - „Wir brauchen und wollen eine positive Standortpolitik!“ Mit diesem Satz hat Bürgermeister Stefan Kolbe am Montagabend den Neujahrsempfang des Karlsfelder Firmennetzwerks „Wir sind Karlsfeld“ eingeleitet. Etwa 50 Besucher waren ins Bürgerhaus gekommen.

Die Gemeinde Karlsfeld hat sich im vergangenen Jahr ausgiebig mit dem Thema Ausweisung neuer Gewerbeflächen befasst. Ein langer Prozess, bei dem es neben der Grundanalyse von Flächenressourcen auch um ein dabei in Auftrag gegebenes Einzelhandelskonzept geht.

Kolbe erläuterte die Zielsetzung, das Konzept und eine mögliche interkommunale Zusammenarbeit für die Siedlungs- und Gewerbeentwicklung unter Gesichtspunkten wie beispielsweise der Fragen „Wie verändert sich die Unternehmerschaft?“ oder „Wie kann die Gemeinde Karlsfeld helfen?“

Der Bürgermeister betonte, dass, nachdem man sich in der Grundsatzfrage einig sei, nun im nächsten Schritt erarbeiten werden müsse, wo in der Gemeinde neue Gewerbeflächen entstehen sollen. „Das ist ein spannendes Thema für den Gemeinderat, bei dem die Weichen gestellt werden“, sagte Kolbe. Für Karlsfeld spiele dabei auch die Westallianz eine wichtige Rolle.

Im Anschluss daran beklagte Wirtschaftsförderer Peter Freis einmal mehr, dass es Karlsfeld viel zu wenig verfügbare Gewerbegrundstücke gebe. 70 Standortanfragen pro Jahr müsse er derzeit leider absagen. „Das ist Grund genug, das Firmennetzwerk weiter auszubauen und den Karlsfelder Firmen eine Plattform zum regelmäßigen Austausch und Kennenlernen zu bieten.“ Eine gewisse Freude ließ Freis erkennen, als er über erste Erfolge mit der Eröffnung des Gesundheitszentrums Karlsfeld und der Karlsfelder Meile sprach.

Mit Andreas Froschmayer (CSU) sitzt ein Fachmann in Wirtschaftsfragen im Karlsfelder Gemeinderat. Froschmayer ist Director für Unternehmensentwicklung und Strategie bei der Dachser GmbH & CoKG, einem der führenden Logistikdienstleister Deutschlands. Bei der Veranstaltung im Bürgerhaus stellte er aktuelle Trends und Entwicklungen dar. „Die Globalisierung wird weiter zunehmen, aber auch die Regionalisierung“, betonte Froschmayer. Seine Kernaussage: Der Trend geht hin zu E-Commerce - den Handel und die Abwicklung von Geschäften im Internet. „Auf die Digitalisierung sollten wir uns alle einstellen.“ Das Netzwerk „Wir sind Karlsfeld“ sei eine ideale Basis dafür, so Froschmayer weiter. So gebe es beispielsweise die Möglichkeit der intelligenten Kombination der virtuellen mit der Filialwelt. Für Froschmayer spielen dabei Identitäts-, Markt- und Prozessstrategien eine wichtige Rolle. Sein Tipp: „Im Zuge der Globalisierung kann die Rückbesinnung zur Lokalität auch ein Alleinstellungsmerkmal sein.“ (mm)

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