Unübersehbare Schäden: Eine Renovierung der Kirche kostet mindestens eine halbe Million.

Kollbacher Frauenkirche soll renoviert werden

Kollbach/Petershausen - Nach der Gasversorgung und dem Gehweg in der Rettenbacher Straße ist in Kollbach eine dritte große Baumaßnahme nötig: die Renovierung der Frauenkirche. Doch wer bezahlt wie viel?

Bürgermeister Marcel Fath (FW) und einer seiner Stellvertreter, der CSU-Gemeinderat Josef Gerer, wohnen in Kollbach. Fath hatte Gerer erst kürzlich als Paten der Frauenkirche bezeichnet (wir berichteten). Denn die Frauenkirche, auch Kirche Mariä Geburt genannt, ist im Besitz der politischen Gemeinde Petershausen.

Wie es einst dazu kam, ist auf der Internetseite „Kirchen und Kapellen im Landkreis Dachau“ nachzulesen: Bei der Säkularisation 1803 drohte der Kirche der Abriss. Doch das wollten die Kollbacher unbedingt vermeiden, und deshalb erwarben sie das Gotteshaus. Um nicht zugeben zu müssen, dass sie die Kirche erhalten wollten, kauften sie diese offiziell „zum Unterstellen von landwirtschaftlichen Geräten“. Mit der Kollbacher Eingemeindung 1978 fiel auch der Kollbacher Gemeindebesitz an Petershausen - und damit auch die Baulast für die Frauenkirche.

Und das könnte teuer werden für die Gemeinde. Bürgermeister Marcel Fath sprach von ersten Schätzungen, die sich auf eine halbe Million Euro und mehr belaufen.

Das Gotteshaus wird heuer im September 727 Jahre alt. Josef Gerer warnt: „Wenn die Kirche verfallen würde, wäre das ein Schandfleck für den ganzen Ort. Es geht vor allem ums Dach und die Staunässe in den Mauern.“ Fath sprach sogar von angegriffenen tragenden Teilen des Kirchenbaues. Es müsse geprüft werden, ob die Kirche für den Publikumsverkehr gesperrt werden müsse.

Übers Geld entscheiden muss der Petershausener Gemeinderat. Doch angesichts der riesigen Aufgaben, die in der Gemeinde anstehen, gibt sich Gerer durchaus realistisch: „Das wird auch eine Preisfrage sein.“

Was die Nutzung des Gotteshauses betrifft, redet nach wie vor die Kirche mit. Dekan Peter Dietz bestätigt: „Das ist ein sakraler Bau.“ Die Frage, ob und in welchem Umfang sich das Ordinariat bei der Renovierung engagiere, wollte Dietz nicht abschließend beantworten.

Das sei ein für alle Beteiligten neuer Prozess. Dekan Dietz: „Es fehlen noch viele Informationen. Erst einmal muss die Gemeinde Petershausen feststellen, was gemacht werden muss.“ Dann müsse mit der Kirchenverwaltung Kollbach, die für die Immobilien zuständig ist, dem Pfarrgemeinderat, dem Pfarrer und der Kommune gemeinsam beraten werden, wie man den kirchlichen Raum bewahrt, und geklärt werden, was darin möglich ist. „Da ist noch alles im Fluss, und ich will keine Unruhe reinbringen“, so Dietz.

Die Einschätzung des Dekans: „Ich sehe 2015 noch keine Bagger rollen.“ (rds)

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