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Schwarz: Bürgermeister Stefan Kolbe in Jubelpose nach seiner 100-Prozent-Nominierung.

Ausblick auf die Kommunalwahl 2020

Bürgermeisterwahl 2020: Karlsfeld steht vor einer bunten Wahl

Kommunalwahl 2020: Am 15. März 2020 will Stefan Kolbe (CSU) zum dritten Mal zum Karlsfelder Bürgermeister gewählt werden.

Die CSU war diesmal besonders früh dran. Schon Anfang Februar 2019 nominierten die Karlsfelder Christsozialen den seit 2008 amtierenden Gemeindechef Stefan Kolbe für die Bürgermeisterwahl im kommenden Jahr. „Wir wollen, dass die erfolgreiche Entwicklung Karlsfelds weitergeht. Er ist der richtige Mann“, betonte zweiter Bürgermeister Stefan Handl damals. Der Rückhalt für den Amtsinhaber war allumfassend: Kolbe erhielt 100 Prozent der Stimmen.

Aber nicht nur die CSU setzt auf Kolbe. Unterstützung erhält er auch von den Freien Wählern. „Ich sehe keinen, der es besser machen kann“, sagt Anton Flügel, derzeit einziger FW-Gemeinderat und Vorsitzender der Freien Wähler in Karlsfeld. Eine eigene Liste für die Gemeinderatswahl stellen die Freien Wähler natürlich schon auf. Es gebe viele, die ihre Bereitschaft zur Kandidatur geäußert hätten, so Flügel, „wir werden eine gute, ausgewogene Liste zusammenstellen können“.

Auch die Karlsfelder SPD nominierte ihren Kandidaten frühzeitig – aus gutem Grund. Denn der Name Bernhard Goodwin war in Karlsfeld selbst Insidern der Kommunalpolitik nicht geläufig. Kein Wunder: Goodwin ist nicht aus Karlsfeld. Der promovierte Kommunikationswissenschaftler kommt aus München. Dass der SPD-Ortsverein auf einen externen Kandidaten setzt, verwunderte viele. Seit seiner Nominierung im März ist Goodwin deshalb damit beschäftigt, in Karlsfeld Präsenz zu zeigen, sich bekannt zu machen.

Rot: Bernhard Goodwin (SPD) steht als Kolbes Herausforderer schon fest.

In vielen Fragen und bei vielen Abstimmungen lagen und liegen CSU und SPD in Karlsfeld auf einer Linie. Deshalb wird nicht selten das Bündnis für Karlsfeld als einzige wahre Opposition im Gemeinderat wahrgenommen. Man konnte also erwarten, dass das Bündnis eine Kandidatin oder einen Kandidaten ins Rennen um den Bürgermeistersessel schicken wird. „Wir haben jemanden, die Person hat sich zu 90 Prozent entschieden, sich aber noch Bedenkzeit erbeten“, sagt Gemeinderat und Vorstandssprecher Adrian Heim. Demnach dürfte es sich eher nicht um Mechthild Hofner handeln, die 2008 und 2014 antrat.

2020 bekommt das Bündnis – überspitzt formuliert – Konkurrenz aus dem eigenen Lager. Denn seit Oktober 2017 gibt es in Karlsfeld wieder einen Ortsverband der Grünen. Einst wurde das Bündnis für Karlsfeld mit den Grünen aus der Taufe gehoben. Doch 2020 werden Bündnis und Grünen mit jeweiligen eigenen Listen bei der Gemeinderatswahl antreten. Es gab Gespräche, gegebenenfalls eine gemeinsame Liste zu bilden, wie Heim und der Sprecher der Karlsfelder Grünen, Michael Fritsch, bestätigen. Letztlich aber wollten beide Gruppierungen allein antreten.

„Das Bündnis ist in einigen Fällen der CSU deutlich näher als wir“, begründet Fritsch die Entscheidung. Natürlich gebe es vor allem bei ökologischen Themen deutliche Überschneidungen, „aber wir sind klarer, konsequenter“. Zudem sei der Ortsverband stets bestrebt, den Richtlinien der Partei zu folgen, das schränke den Spielraum für Kompromisse auf lokaler Ebene ein.

Grün: Thomas Fritsch und seine Mitstreiter haben eine eigene Liste.

Er gehe davon aus, so Fritsch weiter, dass auch die Grünen einen Bürgermeisterkandidaten aufstellen werden. Er selbst stehe jedoch nicht zur Verfügung. Schon jetzt haben die Grünen laut Fritsch 20 bis 25 Frauen und Männer, die auf der Liste für den Gemeinderat kandidieren wollen.

Dr. Franz Koppold ist 66 Jahre alt – und schon seit 45 Jahren in der FDP. Seit 1983 versuche er, in den Gemeinderat zu kommen, sagt er. 2002 hätten nur ein paar Stimmen gefehlt. 2020 bei der Kommunalwahl ist die Chance nach seiner Überzeugung besonders groß, schlichtweg, weil es mehr Sitze zu vergeben gilt. Karlsfeld hat die 20 000-Einwohner-Marke überschritten, deshalb hat der neue Gemeinderat 30 statt bis 24 Mitglieder. „Die Wahrscheinlichkeit, dass wir wenigstens eine Person in den Gemeinderat bekommen, ist also hoch“, sagt Koppold.

Gelb: Franz Koppold, Andreas Schmohl und Thomas Niethammer (v.l.) bei der Neugründung des FDP-Ortsverbands.

Ob er es selbst sein wird, ist allerdings offen. Auf Platz eins der Liste dürfte Dr. Thomas Niethammer stehen. Er leitet den erst im Februar 2018 neu gegründeten Ortsverband.

Unklar ist noch, ob die AfD 2020 dabei sein wird. „Für den Gemeinderat sind wir noch in der Sondierungsphase“, teilt Christoph Venjakob mit, er ist Vorsitzender des Ortsverbands Dachau und Umgebung. Einen Bürgermeisterkandidaten werde die AfD nicht aufstellen. 


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Thomas Leichsenring

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