Kommunalwahl 2020 im Landkreis Dachau

Wer will nochmal Bürgermeister werden, wer lässt es auf alle Fälle bleiben?

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Wer denkt, die Kommunalwahl 2020 in Bayern ist noch weit weg, den belehrt die Dachauer CSU eines besseren: Sie stellte bereits ihren Oberbürgermeisterkandidaten vor. Deshalb fragten wir bei allen anderen Bürgermeistern im Landkreis Dachau nach, wie es ausschaut.

Dachau 

Peter Strauch will für die CSU den Chefsessel im Rathaus der Großen Kreisstadt Dachau bei der OB-Wahl im Frühjahr 2020 zurückerobern. Der 45-Jährige wurde vor zwei Wochen als Kandidat vorgestellt, die offizielle Nominierung soll im April folgen. Leicht wird es Peter Strauch nicht haben: Er tritt gegen den beliebten Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) an. Mit Sicherheit wird es weitere Kandidaten geben – doch andere Parteien und Gruppierungen wollen sich erst im nächsten Jahr dazu äußern.

Bergkirchen

 Nur zwei Bürgermeister im Landkreis Dachau treten definitiv nicht mehr an bei den Kommunalwahlen 2020 – Stand jetzt: Simon Landmann (CSU) aus Bergkirchen und Josef Baumgartner (FW) aus Schwabhausen müssen aus Altersgründen aufhören. Für den 66-jährigen Baumgartner gibt es noch keine potenziellen Nachfolgekandidaten, die Fraktionen im Gemeinderat halten sich bedeckt. Für Landmann, der gerade seinen 65. Geburtstag gefeiert hat, ist nach drei Amtsperioden Schluss. Er hat zwar einen Wunschkandidaten als Nachfolger im Blick, „aber äußern werden wir uns erst im Frühsommer 2019“, so Landmann.

Sulzemoos

Gerhard Hainzinger (CSU), Bürgermeister aus Sulzemoos, möchte erst im März eine Entscheidung über eine erneute Kandidatur treffen. All seine Kollegen haben sich hingegen schon entschieden: Sie wollen wieder.

Karlsfeld

In der Gemeinde Karlsfeld will Stefan Kolbe (CSU) ein drittes Mal antreten, „vorbehaltlich natürlich der Nominierung“, so der 53-Jährige. Seit 2008 ist er Bürgermeister. Ob Kolbe Gegenkandidaten haben wird, steht noch nicht fest. Bei der SPD ist die Frage noch völlig offen, das Bündnis für Karlsfeld will nach Aussage von Fraktionschefin Mechthild Hofner Anfang 2019 eine Entscheidung treffen.

Indersdorf

Indersdorfs Bürgermeister Franz Obesser überlegt nicht lange: „Wenn’s nach mir geht, stell’ ich mich auf alle Fälle wieder zur Verfügung!“ Obesser hat seine erste Legislaturperiode hinter sich und ist so was von noch nicht müde von der Kommunalpolitik. Ganz im Gegenteil: Er liebt die Möglichkeiten, die sich ihm als Bürgermeister bieten: „Es ist gigantisch, was man mit den tollen Teams im Gemeinderat und in der Verwaltung, wie ich sie hier habe, zusammen alles gestalten und bewegen kann.“

Hebertshausen

Richard Reischl (CSU) aus Hebertshausen haderte bis Anfang Dezember noch mit der Entscheidung. Er wollte sich eigentlich schon im September dazu äußern, „doch aufgrund der gesundheitlichen Entwicklung meiner Tochter war dies nicht möglich“, erklärt Richard Reischl. Das Mädchen ist schwer behindert, doch „zum Glück ist eine stetige Besserung erkennbar, wir sind mit den kleinen Schritten sehr zufrieden“. Mit einer Therapie in Graz konnte nun auch die Magensonde entfernt werden, sie wird zur Nahrungszufuhr nun nicht mehr benötigt, berichtet Reischl. Das alles habe er abwarten wollen. „Auch ist mir wichtig, dass natürlich die Familie unter einer Entscheidung pro Bürgermeisterkandidatur nicht leidet.“ So habe er sich entschlossen, wieder zu kandidieren – vorbehaltlich der Zustimmung der entsprechenden Parteigremien. „Ich bemerke, dass viele Dinge erst beginnen, und die will ich schon noch aktiv mitgestalten“, sagt der 42-Jährige. „Ich spüre in mir nach wie vor den gleichen ungebremsten Tatendrang wie bisher!“ Die SPD Hebertshausen habe nur „erste Überlegungen zur Kommunalwahl für 2019“ angestellt, teilte Ortsvorsitzende Marianne Klaffki mit.

Altomünster

Anton Kerle, seit 2014 Bürgermeister der Gemeinde Altomünster, will bei den Kommunalwahlen 2020 noch einmal kandidieren. „Dazu habe ich mich nach jetzigem Stand der Dinge entschieden.“ Mit dem CSU-Ortsverband ist dies indes noch nicht abgestimmt. Sicher ist noch nicht einmal, ob nicht ein weiterer Kandidat aus den CSU-Reihen bei der Nominierungsversammlung gegen Kerle antreten will. „Aber auch dieser Herausforderung will ich mich stellen“, so Kerle.

Petershausen

Der Petershauser Bürgermeister Marcel Fath (FW), der sich 2018 gegen Günter Fuchs (CSU) durchgesetzt hat, ist überzeugt: „Ich bin vor viereinhalb Jahren zur Wahl angetreten, mit dem Ziel zu bleiben.“

Weichs

Vom Weichser Bürgermeister Harald Mundl war zu erfahren, dass er nach jetzigem Stand auf alle Fälle auch 2020 wieder für das Bürgermeisteramt kandidieren wird. Bei einer Wiederwahl wäre es für den jetzt 55-jährigen Gemeindechef seine dritte Amtsperiode. Von einem eventuellen Gegenkandidaten ist momentan nichts bekannt.

Vierkirchen

Harald Dirlenbach (SPD) wird sich in Vierkirchen wieder zur Wahl stellen. Von einem Gegenkandidaten ist derzeit noch nichts bekannt.

Röhrmoos

Bürgermeister Dieter Kugler (CSU) aus Röhrmoos stellt sich ebenso zur Wiederwahl, „sofern meine Gesundheit so bleibt“.

Haimhausen

Auch Peter Felbermeier (CSU) aus Haimhausen würde sich freuen, wenn nach der kommenden Kommunalwahl im Jahr 2020 noch eine dritte Amtszeit hinzukommen würde. „Ich gehe davon aus, dass ich wieder antrete“, bestätigt er. „Mir macht das Amt sehr viel Spaß und ich habe noch einiges vor.“ Bei der vergangenen Wahl hatte Felbermeier keinen Gegenkandidaten. Wie es kommende Wahl wird, steht noch nicht fest. Die Bürgerstimme Haimhausen, die Überparteiliche Wählergemeinschaft Haimhausen (ÜWG) und die Grünen haben noch nicht über die Aufstellungen zur Gemeinderatswahl beraten. Auch bei der SPD gibt es noch keinen offiziellen Beschluss. SPD-Gemeinderat Ludwig Meier geht jedoch davon aus, dass kein eigener Kandidat ins Rennen geschickt wird.

Odelzhausen

Auch in Odelzhausen ist die Sache für die kommende Gemeinderatswahl klar: Bürgermeister Markus Trinkl wird wieder antreten. „Wir haben in den letzten Jahren vieles in Bewegung gebracht“, sagt er. „Das will ich weiterführen.“ Trinkl setzte sich bei der Kommunalwahl 2014 mit Unterstützung der Bürgergemeinschaft Odelzhausen (BGO) und der Freien Wähler gegen den damaligen CSU-Bürgermeister Konrad Brandmair durch. Dieses Mal sieht es so aus, als bekäme er keinen Gegenkandidaten. Sowohl die BGO als auch die Freien Wähler stehen hinter Trinkl. Die CSU wird zwar erst im Januar eine Entscheidung über die Aufstellung zur Gemeinderatswahl treffen. „Aus heutiger Sicht macht es aber eher weniger Sinn, einen eigenen Kandidaten aufzustellen“, so Gemeinderat Michael Kiemer. „Ich gehe davon aus, dass wir Markus Trinkl unterstützen. Wir haben im Gemeinderat gut zusammengearbeitet.“

Pfaffenhofen

Auch Helmut Zech (CSU) aus Pfaffenhofen an der Glonn möchte wieder kandidieren. „Sollte ich wiedergewählt werden, ist es aber mit großer Wahrscheinlichkeit meine letzte Kandidatur“, so Zech. „Noch habe ich einen vollen Plan, wie unsere Gemeinde auf die Zukunft vorbereitet werden sollte, und die Arbeit macht mir Spaß.“ Wäre die Zusammenarbeit mit Gemeinderat, den Mitarbeitern der Gemeinde, Bürgern, Bürgermeisterkollegen und den übergeordneten Stellen nicht so gut, „würde ich nicht mehr kandidieren“.

Jetzendorf

Auch Jetzendorfs Bürgermeister Manfred Betzin (CSU) kandidiert erneut: „Da müsste schon was ganz Schlimmes passieren, wenn ich 2020 nicht wieder antreten würde.“

Hilgertshausen-Tandern

 Bürgermeister Markus Hertlein, Wählergemeinschaft Hilgertshausen-Tandern, wurde als Nachfolger von Hans Kornprobst erst zum 1. Mai 2017 zum Bürgermeister gewählt. Seine Amtszeit würde erst zum 30. April 2023 enden. Hertlein hätte die Möglichkeit, sich auch 2020 schon wählen zu lassen, um einen Gleichklang mit der Wahlperiode des Gemeinderats herzustellen. „Ob ich mich für die vorzeitige Wahl 2020 entscheide, ist noch offen. Da möchte ich mich noch nicht positionieren“, so Hertlein.

Erdweg

In Erdweg wurde Christian Blatt (CSU) im September 2017 nach dem Tod seines Vorgängers Georg Osterauer zum Bürgermeister gewählt. Er hat von Anfang an erklärt, dass er für volle sechs Jahre antrete – also bis 2023.  

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Peter Strauch will OB werden

Wie Peter Strauch das Dachauer Rathaus zurückerobern will

Rubriklistenbild: © dpa / Arne Dedert

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