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Ob mit oder ohne Alphörner: Die Blaskapelle Petershausen begeisterte beim Dreikönigskonzert in der Schulturnhalle von Jetzendorf.

Die ganze Bandbreite der Blasmusik

Dreikönigskonzert der Blaskapelle

Jetzendorf - „So schön klingt Blasmusik“. Diese Behauptung setzte die Blaskapelle Petershausen bei ihrem Dreikönigskonzert in der Schulturnhalle Jetzendorf in die Tat um.

Blasmusik auf hohem Niveau begeisterte die 220 Zuhörer beim traditionellen Dreikönigskonzert der Blaskapelle Petershausen in Jetzendorf.

Mit der Ankündigung „So schön klingt Blasmusik“ hatten die 45 Musiker unter der Leitung von Katrin Czerny nicht zu viel versprochen. Dieses Konzert zeigte vor allem die Vielfalt der Blasmusik. Im ersten Konzertteil behielten Märsche, Walzermelodien und Polkas die Oberhand, aber nach der Pause zeigte man mit sehr anspruchsvollen, modernen Stücken, wie „Nobody Knows“ und einem Beatles-Medley, dass sich die Petershauser Musiker durchaus auch an schwerere Werke heranwagen dürfen.

Bei „Nobody knows the Trouble“ standen vier Saxaphone im Mittelpunkt, und nach diesem Stück begab sich Czernys Ensemble von den amerikanischen Südstaaten über den Teich ins englische Liverpool, in die Geburtstätte der Beatles. Das Beatles-Medley wurde natürlich mit donnerndem Applaus belohnt, ebenso wie „The Addams Family Theme“. Ende der 80er, Anfang der 90er war Guns’n’Roses ganz oben. Dass die Blaskapelle Petershausen mal ein Stück dieser Hardrock-Band spielen würde, hätte sich damals wohl auch kaum jemand vorstellen können.

Nach einem Arrangement von Paul Murtha konnte man auch die Jugend verstärkt einbeziehen, bei dem Stück „Welcome to the Jungle“. Da merkte man deutlich, dass jung und alt im Orchester bestens harmonieren. Die achtjährigen Buben Daniel Birkmeier und Maximilian Boser sind die jüngsten Musiker, und der 74-jährige Eckhard Czerny, der Vater der Dirigentin, der die Tuba bläst, ist der Älteste im Kreise der Petershauser.

Gerade die Jugend wird stark gefördert, was beim Wertungsspiel in der Oberstufe in Eching zuletzt von der Jury groß gewürdigt wurde. Hier hat die Petershauser Jugend sehr gut abgeschnitten.

Mit dem Jugend-Ensemble hatte Katrin Czerny eine Nummer einstudiert, die sehr viel Rhythmusgefühl verlangt, aus dem aktuellen Film „Pitch Perfect 2“, unterlegt mit dem Lied „When I’m gone“.

Weil es im Publikum in der Jetzendorfer Schulturnhalle doch sehr viele Ältere gab, sollte auch deren Lieblingsmusik nicht zu kurz kommen. So hat die Blaskapelle, die heuer ihren 91. Geburtstag feiern kann, das Konzert mit dem flotten Marsch von Anton Ulbrich „Der Sonne entgegen“ eröffnet. Weitere Schmankerln der Freunde traditioneller Blasmusik war das „Almgeflüster“, ein Solo für die sechs Posaunen im Klangkörper. Die Querflöten und Klarinetten gaben beim Finkenländler, wo sich die Zuhörer statt in der Schulturnhalle in einem Vogelhaus wähnten, den Ton an. Mit dem Marsch „Auf zu neuen Sternen“ schlug die Kapelle eine Brücke zwischen Blasmusik und Science Fiction.

Manfred Hildner, der zusammen mit Katharina Kargl mit launigen Worten durchs Programm führte, musste bei der Alfons-Polka die Moderation seiner Kollegin überlassen, denn bei diesem Stück waren in erster Linie er und Robert Bosert gefordert, die so ganz nach dem Geschmack der vielen Zuhörer riesigen Alphörnern die passenden Töne entlockten.

Die Alfons-Polka stammt aus der Feder von Berthold Schick, arrangiert von Franz Gerstbrein. Ein sehr lustiges Stück war die Frosch-Polka von Georg Mayer, denn hier erblickte man grüne Frösche an den Trompeten.

Für Begeisterung im Publikum sorgte die Schnell-Polka „Auf der Jagd“, die Johann Strauß Sohn geschrieben hat und die aus der Operette „Caglistro“ stammt. Begeistert gefeiert haben die Zuhörer auch den Fliegermarsch von Hermann Dostal, der auch als österreichischer Ballonfahrer-Marsch bekannt ist. Spöttische Textpassagen wie „In der Luft gibts keine Räuber, kein Bezirksgericht, und auch keine alten Weiber sieht man nicht. Da oben gibts kein Hundefutter und keine Schwiegermutter“, wollte Hildner dem Publikum nicht vorenthalten.

Das Stück von John Miles „Music“ sollte eigentlich der Schlusspunkt in diesem tollen Konzert sein, doch da hatten die Dirigentin und die Musiker die Rechnung ohne den vielen Fans gemacht: Erst nach den Zugaben „Pfeif drauf“ von Haindling, dem Deutschmeister-Regimentsmarsch und den im Trio gesungenen Bozner Bergsteiger-Marsch durfte die Blaskapelle die Bühne endgültig verlassen.

ost

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