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In Bayern wird ein neuer Kirchenvorstand gewählt.

Generationswechsel im Kirchenvorstand

Korneliuskirche Karlsfeld: Langjährige Mitglieder treten am Sonntag nicht mehr zur Wahl an

Die evangelischen Gemeindemitglieder in Bayern haben am Sonntag die Wahl: Sie können einen neuen Kirchenvorstand bestimmen, wie alle sechs Jahre.

Karlsfeld – Aus 16 Frauen und Männern wählen sie in der Korneliuskirche acht, die sie in diesem Gremium vertreten. Sechs bisherige Mitglieder treten nicht mehr an. Das hat die Gemeinde vor einige Herausforderung gestellt. „Wir mussten ganz einfach Nachwuchs finden,“ sagt Pfarrer Roman Breitwieser. Und das ist, wie manchmal bei Ehrenamtlichen, keine locker-leichte Aufgabe. Aber die Gemeinde hat den Ruf, sehr aktiv zu sein, man kann viel mitgestalten. Auch einige jüngere Frauen sind neu dabei. „Das hängt mit unseren Eltern-Kind-Gruppen zusammen. Drei der Kandidatinnen sind Mütter dieser Kinder“, erläutert Breitwieser. Insgesamt bewerben sich nun neun „Neue“ von den sechzehn auf der Liste.

Eckart Moj

Eckart Moj

Eckart Moj ist einer von denen, die aufhören. „In Summe 24 Jahre war ich dabei – so lange. Jetzt braucht es neues Engagement und neue Ideen. Man erschöpft sich auch in so langer Tätigkeit.“ In den vier Amtsperioden hatte er unterschiedlichste Aufgaben: Vertrauensmann, Ausschüsse für Öffentlichkeitsarbeit, Bauausschuss, Kirchenraumgestaltung. Seit mehr als zehn Jahren war er verantwortlich für den Gemeindebrief „Wir“ und will das auch weiter sein. Anfänglich hat er sich besonders eingesetzt für die Zusammenarbeit mit der Griechischen Gemeinde, später für Veranstaltungen, die auch die gesellschaftliche Verantwortung der Gemeinde betreffen. Titel: „Was geht uns das an?“ Eckart Moj wünscht dem neuen Vorstand „Offenheit, kluge Entscheidungen, nicht noch mehr Personalkürzungen, weiterhin respektvolle Zusammenarbeit mit den Gemeindepfarrern.“

Thomas Müller

Thomas Müller

Auch Thomas Müller, der seit 24 Jahren mit Unterbrechung im Kirchenvorstand war, kandidiert nicht mehr. Er war tätig im Kindergartenausschuss und im Bauausschuss. Für die Renovierung des Kornelius-Kindergartens hat er sich besonders engagiert. Außerdem war er eine Periode lang stellvertretender Vertrauensmann und ist Vertreter Karlsfelds in übergeordneten Münchner Kirchengremien. „Es hat mir viel Freude, manchmal auch etwas Frust, gemacht. Aber rückblickend war es gut investierte Zeit ins Ehrenamt“, fasst Müller zusammen. „Ich wünsche dem neuen Kirchenvorstand viel Freude und Elan für die kommenden Herausforderungen, wie dem Pfarrhaus-Neubau.“

Elke Fluk

Elke Fluk

Wer Elke Fluk nicht kennt, hat entweder keine Kinder oder ist Musik-Abstinenzler. Sie hat über Jahrzehnte die Kirchenmusik in Kornelius geprägt und unzähligen Karlsfelder Kindern das Singen und das Flötenspiel beigebracht. Kindersinggruppen, Flötenensembles, Kirchenchor, „Musik im November“ als besonderer kultureller Höhepunkt – die Liste ist nur ein kleiner Ausschnitt ihrer Aktivitäten. Und dann noch so viele Jahre im Kirchenvorstand. Jetzt kandidiert sie nicht mehr: „Ich denke 40 Jahre – mein halbes Leben – sind genug. Jüngere übernehmen die Ruder.“ Sie hat Verantwortung übernommen als Vertrauensfrau, im Öffentlichkeitsausschuss, vertrat die Musik sehr engagiert und erlebte 1985 mit großer Freude den Einbau einer Garhammer-Orgel. Elke Fluk hat sich immer sehr wohl gefühlt in dieser „auch für kritische Denkende offenen Gemeinde, auch wenn es ab und an „menschelnde Machtkämpfe“ gab.

Auf den neuen Kirchenvorstand kommen neue Aufgaben zu, wie Pfarrer Roman Breitwieser sagt: „Die Anbindung der jüngeren Generation und der neu Zugezogenen in Karlsfeld-West, auch mit der großen Seniorenresidenz.“ Deshalb ist gut zu wissen, dass die Erfahrenen zwar im Amt aufhören, aber weiter mit Herz und Verstand ihrer Gemeinde verbunden bleiben.

Elfriede Peil

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