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Kraftvolles trifft Filigranes

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Dachau - 3 Künstler zeigen 59 Exponate im Dachauer Schloss: Dabei handelt es sich um eine Kooperation von Künstlerveraeinigung Dachau und Berufsverbands Bildender Künstler Schwaben Nord und Augsburg.

Dachau - Der Zugang zu der Gemeinschaftspräsentation ist monumental und gewichtig gestaltet: Eine große Skulptur von Wolfgang Sand empfängt die Besucher - Die Sänfte. Der Künstler hat sie aus Eichenholz und Blei gearbeitet. Schwere Materialien. Die Last, die auf die Schultern der immaginären Träger verteilt wird, ist also eine große. Das weckt Assoziationen an Bürden: an Last seelischer Art - oder an die Situation der Bürger, die schwer tragen an der Bürde von Solidarität, Steuer- und Soziallasten. Das Objekt von Wolfgang Sand kommuniziert mit den Bildern auf den dahinterliegenden Wänden. Das ist einmal ein Farbflächenzyklus von Celia Mendoza und der „Großen Landkarte“ von Herbert Dlouhy, die die gesamte Fläche zwischen den beiden Saalportalen einnimmt. Diese Karte enthält Grundrisse und Maße, Zitate, menschliche Figuren und Farbstriche und Zeichenstriche. Sie mutet an wie ein gezeichnetes Tagebuch, wie ein Wirrwarr von Notizen oder ein skizzierter Lebensweg.

In der Mitte des Schlosssaals bilden schwebende Objekte aus gebrauchten Teebeuteln, Kaffeefiltern, Federn, Plastiktüten, Leder und Draht von Nina Zeilhofer und das Bronzeobjekt „Schale für die Sonne“ von Basilius Kleinhans ein harmonisches Zentrum über das Farberlebnis des Goldtons. Die auf den Wänden rundum arrangierten Arbeiten verstärken den Glanzeffekt. Es sind dies die „Farbgewächse“ von Susanne Grimm (Mischtechnik, Eitempera), „Blumenstücke“ von Paul Havermann. Ein ruhiges Gegengewicht in Schwarzweiß setzen die kraftvollen Zeichnungen von Norbert Kiening und die Tuscheexponate von Mayumi Yamakawa.

Dynamische Gegenpole an Ost- und Westseite des Schlosssaals sind das Diptichon „Feuer trifft Wasser“ von Elfriede Hofmann, die 2011 mit dem Kunstpreis der Stadt Günzburg ausgezeichnet wurde, und die dreiteilige Arbeit von Götz Ulrich Richter in leuchtendem Rotschwarz „Fall-Zeichen II“. Eyecatcher in der insgesamt ausgewogenen Ausstellung sind auch die Mischtechniken von John Dorer „Suchen“ und „Finden“ in intensiven Blautönen sowie die geometrisch gestalteten Farbimpressionen von Inge Jakobsen oder die Farbholzschnitte von Günther Urban, die harmonische Farbgestaltung mit Ornamenten verbinden.

Power, Dynamik und Ruhe halten sich die Waage, expressive Farbigkeit trifft auf ruhige Farbharmonien. Originelle Ideen transportieren Lebendigkeit.

Die Schlossausstellung ist Teil II der Wanderausstellung Sidestep von KVD und BKK Schwaben Nord und Augsburg. Sie ist bis 1. September jeweils Mittwoch, Freitag und Samstag 14 bis 18 Uhr, Donnerstag 14 bis 19 Uhr sowie sonn- und feiertags von 11 bis 18 Uhr zu sehen. (don)

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