Ein Krankenwagen für Tansania

Dachau - Florian Scharf und Ramona Schmid haben eine besondere Art, ihre Urlaub zu verbringen: mit helfen. In Tansania hat das Paar nun einen Krankenwagen eingerichtet - und zwar mit Spenden der Dachauer.

Florian Scharf und Polizistin Ramona Schmid sind zurück aus Tansania. Die beiden Dachauer haben viele gute Nachrichten, aber leider auch eine sehr schlechte Nachricht mitgebracht: Der zehnjährige Toto ist gestorben. Das Paar hatte ihn im vergangenen Jahr vier Wochen lang gepflegt (wir haben berichtet). Doch die Folgen der Unterernährung waren zu schlimm. „Das hat uns schon erstmal getroffen“, berichtet Scharf. Aber dank des deutschen Arztes Thomas Brei habe der Bub „eine wunderschöne Beerdigung“ bekommen.

Es war schon das zweite Mal, dass der 37-jährige Rettungsassistent, der in der Einsatzzentrale der Feuerwehr arbeitet, und die 31-jährige Polizistin in ihrem Jahresurlaub nach Wasso in Tansania reisten, um zu helfen. Beim ersten Mal hatten sie im dortigen Krankenhaus Toto und den etwa 16-jährigen Setila kennengelernt. Setila, der an einer schweren Hautkrankheit litt, geht es mittlerweile deutlich besser. „Ihn haben wir auch besucht“, erzählt der 37-Jährige. Setila wohnt bei Freunden des Arztes Thomas Brei und geht zur Schule.

Die aktuelle Mission der Dachauer ist, zusammen mit einheimischen Mitarbeitern des Krankenhauses einen Geländewagen in einen Krankentransporter umzubauen. „Das hat gut funktioniert“, berichtet Scharf. Jetzt ist das medizinisch ausgestattete Fahrzeug dort ein absolutes Unikat. Für das Ambulanz-Fahrzeug hatten auch viele Dachauer Geld gespendet. Außerdem bildeten Scharf und Schmid in ihrer Zeit in Wasso etwa 15 Krankenschwestern und Schwesternschülerinnen in Notfallmedizin aus.

Gleich nach ihrer Ankunft hatten Florian Scharf und Ramona Schmid ihren ersten Einsatz: Sie holten ein schwer krankes Kind noch mit dem ursprünglichen Geländewagen ab. Der etwa zehnjährige Bub litt unter Krampfanfällen und wurde nicht das erste Mal in der Klinik behandelt.

Den Weg zurück aus der Klinik konnten die Dachauer das Kind bereits mit dem Krankentransporter bringen. Allerdings nicht bis ganz nach Hause, wie Scharf berichtet: „Auf der Rückfahrt hat es so stark zu regnen begonnen, dass es sich so anfühlte, als würden wir mit dem Auto auf der ASV-Eisbahn fahren.“ Denn die Straßen dort sind unbefestigt, und es schüttete wie aus Kübeln. Nachdem der Wagen steckenengeblieben war, transportierten sie das Kind die letzte Dreiviertelstunde auf einer Trage zu Fuß weiter. „Das war wie im Bilderbuch - denn wir wurden auch noch von Massaikriegern begleitet“, erzählt Scharf.

Während ihres Aufenthalts konnten sich Florian Scharf und seine Freundin auch davon überzeugen, wohin die Spendengelder geflossen sind. So wurde beispielsweise das marode Dach der Kinderstation erneuert. Aktuell wird an der Renovierung der gesamten Station gearbeitet. Zudem wurde ein neues Gebäude errichtet, in dem sich ein Operationssaal und ein Labor befinden. Doch gerade bei der Ausstattung des Labors fehlt es noch an vielem.

Außerdem gibt es in Wasso kein Notrufsystem. „Kranke Menschen können dort nur in die Klinik kommen, wenn sie jemanden kennen, der sie fahren kann“, sagt Scharf. Inzwischen ist das Krankenhaus zumindest über zwei Telefonnummern zu erreichen - und mit dem neuen Transporter können die Patienten sogar abgeholt werden. „Jetzt müssen dort nur noch die Nummern bekannt gemacht werden“, sagt Scharf.

Wer die Helfer in Wasso unterstützen möchte, kann in der Oberen Apotheke in der Altstadt Geld spenden. Dort sind kleine Boxen aufgestellt. „Das Geld geht eins zu eins nach Wasso, da kommt alles an“, weiß Scharf.

(sue)

(Weitere Infos zu den Spendenaktionen gibt es auch im Internet unter www.tanzania-mission.org)

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