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2005 war die Welt noch in Ordnung: Die Vorstandsvorsitzenden Rüdiger Vieten und Heinz Krühn (v.l.) stellen die Hintergründe der Umsiedlung vor; rechts der damalige Bürgermeister Heinz Eichinger.

„In der Slowakei ist es billiger“

KMPT AG baut Arbeitsplätze ab

Vierkirchen - Schwerer Schlag für die Mitarbeiter der KMPT AG in Vierkirchen. Etwa 50 von ihnen verlieren ihren Job. Teile der Produktion werden in die Slowakei ausgelagert.

Heinz Eichinger hat die 4500-Einwohner-Gemeinde Vierkirchen als Bürgermeister geprägt wie kein Zweiter. 18 Jahre lang. Er hat zahllose Projekte angeschoben. „Er hat uns vorbildlich unterstützt“, hieß es 2005 auch von Seiten der Krauss Maffei Process Technology AG, kurz KMPT. Seinerzeit erfolgte der Spatenstich für die Ansiedelung des Unternehmens, das hochwertige Zentrifugen herstellt, in Vierkirchen.

„Heute liegt der Fisch, den wir an der Angel hatten, in der Pfanne“, sagte Eichinger damals frohgelaunt. Doch nun sieht es so aus, als würde der Fisch versuchen, wieder aus der Pfanne zu hüpfen. Teile der Fertigung werden noch bis Ende Juni 2016 ins slowakische Hummene ausgelagert. Das hat schlimme Folgen für rund 50 der insgesamt 195 Mitarbeiter: Sie verlieren ihren Job. Vor zehn Jahren tönte der damalige KMPT-Sprecher noch: „Mit dem Neubau werden für die Mitarbeiter langfristig sichere Arbeitsplätze geschaffen.“

Dieser Satz klingt den ausgedienten Arbeitnehmern wie Hohn in den Ohren. Der heutige Vierkirchener Bürgermeister Harald Dirlenbach hat von dem Exodus „über drei Ecken“ erfahren, wie er sagt. Er ist natürlich enttäuscht von der Entscheidung, die „auf höchster Firmenebene“ gefasst worden sei. Die Entscheider sitzen nicht Vierkirchen, sondern in Graz, denn KMPT war im Oktober 2011 an die österreichische Andritz-Gruppe verkauft worden.

Die Andritz-Gruppe verteidigt ihren Entschluss in einer Stellungnahme wie folgt: „Um wettbewerbsfähig produzieren zu können, ist eine Konsolidierung von Fertigungskapazitäten und aufgabenbezogene Fokussierung von Standorten unabdingbar.“ Ein Mitarbeiter von KMPT fasst sich kürzer: „In der Slowakei ist es billiger.“

Wie die Andritz-Verantwortlichen weiter verlauten lassen, sei der Beschluss der Verlagerung umgehend an die Belegschaft, den Betriebsrat und die Gemeinde kommuniziert worden. „Mit dem Betriebsrat und dessen Anwältin wurde ein Sozialplan ausgehandelt, welcher die Nachteile des Arbeitsplatzverlustes abfedern helfen soll.“

Der Verlust von Arbeitsplätzen ist die eine, der Rückgang von Gewerbesteuereinnahmen die zweite böse Botschaft, die mit der Auslagerung der KMPT-Sparte mitschwingt. „Wir haben eventuell Einbußen, aber die Gesamtheit der Betriebe in Vierkirchen federt das ab“, so Dirlenbach. KMPT sei nicht der „Hauptgewerbesteuerzahler“. Einige kleinere und mittelgroße Firmen sorgen dafür, dass die Gemeinde laut Dirlenbach mit 1,5 Millionen Euro Steuereinnahmen jährlich planen kann.

Und noch eine gute Nachricht hat der Gemeindechef. Andritz versichert, dass die KMPT-Dependance in Vierkirchen bestehen bleibt. „Vierkirchen ist und wird in Zukunft vermehrt ein Kompetenzzentrum für Technologie und Entwicklung, wir konzentrieren uns hier verstärkt auf die Bereiche Vertrieb und Marketing, Produktmanagement, Engineering, Einkauf, Service, Qualitätsmanagement und Fertigungstechnologie, Innovationsmanagement und Technikum“, heißt es.

Altbürgermeister Eichinger sagte noch 2008 bei einer Bürgerversammlung: „Ich bin sehr stolz darauf, dass wir hier Firmen haben, von denen wir Kontinuität erwarten können.“ Heute ist der Macher von einst enttäuscht. „Ich habe Kontakt zu ein paar Arbeitern. Für sie ist es wirklich nicht leicht“, sagt Heinz Eichinger.

zim

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