Die kreativen Geräusche des Körpers

Dachau - Körperklänge. Die haben Lukas Mayer und Samuel Büchele in ein Lied zusammen gesetzt: Stampfen, Klatschen, Pfeifen - alles in einem Musikvideo. Und mit dem haben der Karlsfelder und der Dachauer den landesweiten Wettbewerb „crossmedia 2014“ gewonnen.

„Ich hätte niemals gedacht, dass das Video so viele Aufrufe bekommt“, wundert sich Florian Mayer. „Sounds of the Human Body“, Geräusche des menschlichen Körpers, wurde mittlerweile über 3000 Mal auf der Internetseite Youtube angeklickt. Das Video ist das Ergebnis eines Projektes, mit dem die zwei Freunde Lukas Mayer und Samuel Büchele, ein 19-jähriger Karlsfelder und ein 18-jähriger Dachauer, den Wettbewerb „crossmedia 2014“, gewonnen haben. Die Landesarbeitsgemeinschaft Neue Medien veranstaltet den Wettbewerb jährlich im Auftrag des Kultusministeriums mit Unterstützung der LBS Bayern.

Angefangen hat das Projekt in der Schule. Samuel besucht das Josef-Effner-Gymnasium und Lukas das Ignaz-Taschner-Gymnasium. „Wir beide sind aber schon länger befreundet“, erzählt Samuel. Er startete das Projekt „Sounds Of The Human Body“ im Frühjahr 2014, ursprünglich als Projektarbeit zum Thema Körper im Fach Kunst. „Musik hat mich schon immer interessiert“, meint er. Sein Kunstlehrer sprach ihn auf den Schulwettbewerb „crossmedia 2014“ an.

Währenddessen behandelte Lukas am Taschner-Gymnasium im Unterricht Kommunikationsformen, auch seine Lehrerin schlug ihm eine Teilnahme an „crossmedia 2014“ vor. Die Schüler durften externe Partner hintzuziehen. „Als ich dann im Internet ein ähnliches Video gesehen habe, beschlossen wir, auch ein Video aufzunehmen“, erklärt Lukas. Samuel nahm daheim die verschiedenen Körperklänge auf. Er ließ dabei seiner Kreativität freien Lauf: Von klassischen Klängen wie das Klatschen der Hände und das Schnipsen der Finger bis hin zu ausgefalleneren Geräuschen mit Mund, Lippen und Kehlkopf - der ganze Körper wurde so zum Instrument. So formt Samuel die Lippen zu einem „O“ und erzeugt durch das Schlagen auf die Wangen verschiedene Töne. „Die vielfältigen Geräusche habe ich aufgenommen, nachbearbeitet und mithilfe eines Computerprogramms zu einem ,Beat’ zusammengesetzt“ erläutert er seine Vorgehensweise.

Fürs Filmen war dann Lukas zuständig. „Wir durften im Pfarrheim in Karlsfeld drehen - dafür waren wir sehr dankbar.“ Der Hobbyfotograf hatte sich für das Video eine ganz einfache, reduzierte Umgebung ausgesucht, die „war aber gar nicht so einfach zu bewerkstelligen.“ Für die richtige Ausleuchtung mussten die beiden Jungs die Baustrahler genau richtig positionieren. „Ein Freund, Daniel Vollmann, hat uns dabei geholfen“, erzählt Lukas. Er war auch für die Schläge auf die Wangen zuständig, mit denen Samuel dann die Töne erzeugte. „Der Dreh war schon ziemlich lustig“, erinnerte sich Lukas. Stressiger ging es dann zu, als sie das Video das ganze Wochenende über schneiden mussten. Doch der Aufwand hat sich gelohnt: „In der Schule gab es 15 Punkte“, berichten die beiden stolz.

Auch beim Wettbewerb im Münchener LBS-Haus Ende letzten Jahres zeigte sich die Jury begeistert: „Das Video ist technisch hervorragend umgesetzt und überzeugt durch ein hohes Maß an Kreativität und professioneller Gestaltung. Der musikalische Rhythmus und der Videoschnitt bilden eine überzeugende Einheit.“ Die beiden Jungs setzten sich so in der Sparte „Musik/Sound/Clip“ durch. Ihr Einsatz wurde mit 800 Euro Preisgeld belohnt. Insgesamt wurden 110 Beiträge in sieben verschiedenen Sparten eingereicht. „Ein Juror wollte uns sogar noch einen zusätzlichen Preis verleihen - meinte aber dann, das wäre den anderen gegenüber unfair“, erzählt Lukas. Der Juror riet ihnen, unbedingt weiterzumachen. „Das motiviert einen schon“, geben beide zu.

Deshalb investieren die Jungs ihr Preisgeld auch in weitere Ausrüstung. Lukas möchte sich eine neue Spiegelreflexkamera zulegen und Samuel neues Musik-Equipment. „Ich habe meinen Teil auch schon ausgegeben“, verrät er grinsend.

(map)

Das Video gibt es bei Youtube zu sehen unter „Sounds of the Human Body“ (https://www.youtube.com/watch?v=URCXli7R2S8).

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